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Autokinos in Corona-Krise: Ist Hype in Franken schon wieder vorbei?

Mitten in der Corona-Krise sind in vielen fränkischen Städten Autokinos eröffnet worden. Hält der Hype um die Open-Air-Kinos an, obwohl mittlerweile viele Lockerungen in Kraft getreten sind?
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In Nürnberg gibt es aktuell zwei Autokinos. Eins davon wird Ende Juni wieder schließen. Foto: Holger Krömer/roeschke&roeschke

Mit der Corona-Pandemie erlebten die weitestgehend ausgestorbenen Autokinos in Franken ein Revival. Allein in Nürnberg wurden zwei eröffnet: am Flughafen sowie am Max-Morlock-Stadion. Außerdem u.a. in Bayreuth, Dettelbach, Helmbrechts, Hallstadt, Hof, Roth sowie Würzburg.

Während des Corona-Lockdowns schossen überall plötzlich neue Autokinos wie Pilze aus dem Boden. Aber wie sieht es seit den Lockerungen aus? Ist die Nachfrage immer noch so groß?

Autokino am Flughafen Nürnberg: Besucherrückgang nur wegen Regen?

Die Verantwortlichen geben sich selbstbewusst. Simon Röschke hat mit dem Autokino am Airport die ersten Stoßstangen-Freilichtspiele im Nürnberg auf die Beine gestellt. Er sei immer noch begeistert vom Zuspruch des Publikums.

„Wir sind jetzt fast einen Monat am Start mit dem Airport-Autokino. Bis vor einer Woche sind wir fast immer ausgebucht gewesen“, freut sich Röschke, der den leichten Besucherrückgang  auf den vielen Regen in den letzten Tagen schiebt.

„Autokino mit laufendem Scheibenwischer hat sicher auch seinen Reiz. Aber die meisten Besucher wollen dann doch lieber die Fensterscheiben herunterkurbeln und einen lauschigen Sommerabend im Autokino erleben“, ist sich Röschke sicher.

Autokino am Max-Morlock-Stadion soll Ende Juni schließen

Etwas später hat der Verein „Mobiles Kino“ beim Max-Morlock-Stadion seine Leinwand aufgebaut. „Seit dem 30. Mai zeigen wir dort ab Einbruch der Dunkelheit aktuelle Kinofilme“, erklärt Ute Schreiner von dem bekannten Kino-Verein, der seit Jahren auch das beliebte „Sommernachtsfilmfestival“ in der Region veranstaltet.

Angelaufen sei das Autokino zwischen den Bäumen am Dutzendteich im Schatten des Fußball-Tempels sehr gut. „Alle sind total neugierig auf Autokino gewesen. Aber jetzt merken wir langsam, dass die Begeisterungswelle etwas abklingt“, sagt Schreiner und berichtet, dass immer häufiger einige der insgesamt 140 Stellplätze frei bleiben.

Der Verein will dem Autokino schon bald Goodbye sagen. Bereits Ende Juni soll der Projektor beim Stadion definitiv abgebaut werden. „Wir schauen doch lieber Filme draußen als im Auto“, sagt Schreiner und gibt zu, hinter dem Lenker gelegentlich das Kino-Feeling vermisst zu haben.

Durch die Autoreihen seien die Zuschauer einfach zu weit weg vom Geschehen auf der Leinwand, sagt Schreiner und findet trotzdem, dass man Autokino unbedingt mindestens einmal erlebt haben müsse.

Dummerweise sei der Aufwand beim Autokino enorm. Man brauche nicht nur mehr Platz, sondern auch eine eigene Radiofrequenz für den passenden Filmton in den Autos.  Außerdem sei sie leidenschaftliche Radfahrerin und habe schon deshalb beim Kinoschauen in der Blechkiste ein schlechtes Gewissen. „Ich finde Kino unter freiem Himmel einfach romantischer.“

Ans Aufhören denkt Simon Röschke vom Autokino am Airport Nürnberg dagegen überhaupt noch nicht. Ganz im Gegenteil: „Wir machen auf jeden Fall weiter bis zum 16. August“, kündigt Röschke gegenüber inFranken.de an und findet, dass überhaupt nichts gegen eine Autokino-Fortsetzung im nächsten Jahr spreche. Die vielen Filmfreunde mit den heißen Reifen und den schönen  Karossen würden es den Nürnberger Autokino-Machern sicherlich danken, wenn das temporäre Revival eine dauerhafte Zukunft hat. 

 

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