• Änderungen im Juli 2022: Das wird im kommenden Monat anders
  • Digitale Krankschreibung: Automatisch von der Kasse zum Arbeitgeber
  • Frist für den Führerschein-Tausch: Umtausch noch bis 19. Juli möglich
  • Mindestlohn wird erhöht: Stundenlohn steigt auf 10,45 Euro
  • Mehr Geld für Rentner: Die große Rentenerhöhung 2022 steht an
  • Corona-Tests: Die Testverordnung läuft im Juli aus
  • Entlastung für Sozialleistungsempfänger: Maßnahme aus dem Entlastungspaket
  • Bei Aldi, Lidl und Co.: Alte Elektrogeräte ab jetzt einfacher abgeben
  • Neue Pfandregeln: Keine pfandfreien Plastikflaschen und Dosen mehr
  • Rauchen wird teurer: Auch E-Zigaretten betroffen
  • Kündigung per Button: Vertragskündigungen werden einfacher
  • DHL erhöht Porto teilweise: Preise für Versand von Paketen steigt
  • EEG-Umlage wird abgeschafft - das bedeutet die Änderung für Stromkunden

Der Juli 2022 bringt so viele Änderungen wie bisher kein Monat in diesem Jahr. Von der digitalen Krankschreibung bis zur Rentenerhöhung: Mitte des Jahres kommen einige Neuerungen auf Bürgerinnen und Bürger zu. Hier erfährst du alles, was du rund um den kommenden Monat wissen musst. 

Digitale Krankschreibung: Eine nervige Pflicht für Arbeitnehmende entfällt

Bereits seit dem vergangenen Oktober übermitteln erste Arztpraxen eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU), die häufig als Krankmeldung bezeichnet wird, digital an die Krankenkassen. Diese Regelung wird im neuen Jahr nochmals erweitert: Ab Juli 2022 soll die Krankmeldung nicht nur an die Krankenkassen, sondern auch an den Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin übermittelt werden.

Deine digitale Krankenmeldung wandert dann also automatisch von deiner Krankenkasse zur deinem Arbeitgebenden. Die ausgedruckte Bescheinigung für die Krankschreibung soll dann ausschließlich der eigenen Dokumentation dienen. 

Führerschein-Umtausch: Die Frist läuft bald ab - dann drohen Bußgelder

Die Frist für den Führerschein-Umtausch wurde in diesem Jahr vom 19. Januar bis zum 19. Juli verlängert. Dann ist aber Schluss. Bis dahin müssen alle, die zwischen 1953 und 1958 geboren sind und noch einen rosa oder grauen Führerschein im Portemonnaie haben, diesen bei der zuständigen Behörde umtauschen - sonst droht ein Bußgeld.

Laut einer neuen EU-Vorgabe muss der Führerschein durch ein fälschungssicheres Dokument im Scheckkarten-Format ersetzt werden. Alle weiteren Fristen für den Führerschein-Tausch findest du hier. 

Mindestlohn steigt: Ab Juli auf 10,45 Euro die Stunde

Bereits zum 1. Januar 2022 erhöhte sich der Mindestlohn auf 9,82 Euro pro Stunde. Ab Juli soll es nun eine zweite Erhöhung geben. Dabei wird der gesetzliche Mindestlohn auf 10,45 Euro angehoben. Noch dieses Jahr steht auch eine weitere Erhöhung an: Im Oktober soll der Mindestlohn dann auf 12 Euro steigen. 

Bundeskanzler Olaf Scholz hatte die Anhebung zu einem Kernversprechen im Bundestagswahlkampf gemacht.

Rentenerhöhung 2022: Rentner bekommen deutlich mehr Geld

Dieses Jahr dürfen sich Rentner*innen freuen: Die Renten steigen zum 1. Juli um 5,35 Prozent in Westdeutschland und um 6,12 Prozent in Ostdeutschland. Die Renten werden jedes Jahr zum 1. Juli abhängig von der Lohnentwicklung angepasst. Bei sinkenden Löhnen wird durch die geltende Rentengarantie verhindert, dass die Altersbezüge ebenfalls sinken. Im schlimmsten Fall kommt es zu Nullrunden, wie im vergangenen Jahr.

Amazon-Buchtipp: Altersvorsorge - die besten Strategien für deine finanzielle Absicherung

Allerdings bekommen nicht alle Rentner*innen zur gleichen Zeit mehr Geld: Die Auszahlung hängt vom Rentenbeginn ab. Außerdem rutschen einige Senior*innen durch die Erhöhung in die Steuerpflicht. In Verbindung mit der hohen Inflation wird am Ende wohl deutlich weniger Geld hängen bleiben, als erhofft.

Corona-Testverordnung läuft aus: Bürgertests nicht mehr kostenlos

Ab Juli werden Bürger*innen in Deutschland bei Corona-Tests selbst zur Kasse gebeten. Ursprünglich sollte die Testverordnung bereits Ende Mai auslaufen. Diese Frist wurde bis Ende Juni verlängert. Ab Juli kosten die Bürgertests dann Geld und werden nicht mehr vom Bund übernommen. Am 24. Juni 2022 verkündete Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach nun, dass die Bürgertests ab 1. Juli 3 Euro kosten werden. 

Kostenlose Schnelltests sollen künftig weiter für vulnerable Gruppen möglich sein, darunter auch Kinder bis fünf Jahre, Frauen zu Beginn der Schwangerschaft und Besucher von Kliniken und Pflegeheimen. Hier erfährst du alles zu der neuen Regelung. 

Mehr Geld für Leistungsempfänger: Maßnahme aus dem Entlastungspaket wird umgesetzt

Menschen, die auf finanzielle Hilfe vom Staat angewiesen sind, bekommen mehr Geld: Wer im Monat Juli Anspruch auf Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld hat, erhält eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro. Die Leistung dient als pauschaler Ausgleich für die finanziellen Mehrbelastungen in Folge der Pandemie und angesichts der aktuellen Preissteigerungen.

Es wird ein eigener Bescheid für die Einmalzahlung an Berechtigte herausgegeben. Einen Antrag muss niemand stellen. Für Kinder aus leistungsberechtigten Familien gibt es außerdem einen Zuschuss von 20 Euro. Der sogenannte Sofortzuschlag ist von der Ampel als Übergangsregelung gedacht.

Elektrogeräte kostenlos abgeben: Das gilt ab Juli bei Aldi, Lidl und Co.

Elektrogeräte dürfen nicht im Hausmüll entsorgt werden. Verbraucher*innen müssen sie getrennt sammeln und abgeben. Zum 1. Juli ist das nun auch in Supermärkten und Discountern möglich. Die Händler müssen die Geräte dann kostenlos annehmen. Für Bürger*innen ist dieses neue Gesetz eine große Erleichterung. Außerdem landet so vielleicht weniger Elektromüll im normalen Restmüll. 

Eigentlich gilt dieses Gesetz bereits seit Jahresbeginn. Den Märkten wurde allerdings eine Übergangsfrist bis 1. Juli gewährt. 

Neue Einwegpfand-Regel im Supermarkt: Verpackungsmaterial ausschlaggebend

Bisher war der Packungsinhalt ausschlaggebend dafür, ob auf ein Produkt Pfand erhoben wurde oder nicht. Das ändert sich nun endgültig. Ab Juli ist das Verpackungsmaterial ausschlaggebend dafür. Künftig müssen demnach also auch Säfte und Co. mit dem Pfandlogo versehen werden.

Nur Milch in Kunststoffflaschen ist weiterhin vom Pfand ausgenommen.

Rauchen wird teurer - das gilt auch für E-Zigaretten

Rauchen wird teurer. Zum ersten Mal seit sieben Jahren wurde die Tabaksteuer erhöht. Seit 1. Januar 2022 gilt die Erhöhung bereits. Planmäßig soll bis 2026 weiter erhöht werden. Eine Packung Zigaretten könnte dann rund 7,70 Euro kosten.

Jetzt sollen auch der Wasserpfeifentabak, erhitzter Tabak und sogenannte "Liquids" teurer werden. Ab 1. Juli tritt diese Änderung in Kraft. Ob die Flüssigkeiten nikotinhaltig sind oder nicht, spielt dabei keine Rolle.

Erklärung zur Grundsteuer

Sie muss nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts neu berechnet werden: Millionen Haus-, Wohnungs- und Grundstücksbesitzer müssen deshalb von Juli an bis spätestens Ende Oktober eine Art zweite Steuererklärung abgeben, in der Regel elektronisch über die Plattform Elster - mit Daten etwa zu Flurnummer, Baujahr, Wohnfläche und Bodenrichtwert.

Je nach Bundesland können mal mehr und mal weniger Informationen gefragt sein, weil die Länder unterschiedliche Berechnungsmodelle anwenden. Bei Wohnungseigentümern geht es in der Regel um einige Hundert Euro im Jahr, bei Eigentümern größerer Mietshäuser auch um vierstellige Beträge. Wie viel am Ende fällig wird, erfahren die Eigentümer wahrscheinlich erst 2025, denn der aus ihren Daten zu errechnende Grundsteuerwert ist nur eine Komponente bei der Berechnung der Grundsteuer - und die Gemeinden können ihre Hebesätze anpassen und damit bestimmen, wie viel bei ihnen zu zahlen ist.

Online-Kündigung mit einem Klick - Kündigungen von Verträgen werden einfacher

Wer einen Vertrag online abschließt soll diesen in Zukunft auch ganz einfach online wieder kündigen können. Diese Regelung tritt am 1. Juli in Kraft und soll Verbraucher*innen schützen. Dann wird ein Kündigungsbutton auf der jeweiligen Website eines Unternehmens zur Pflicht. Außerdem sollen Kundinnen und Kunden unmittelbar danach eine elektronische Eingangsbestätigung erhalten.

Bereits zum 1. März gab es 2022 einige wichtige Änderungen zum Thema Verträge: Wer immer wieder vergisst, seinen Vertrag beispielsweise fürs Fitnessstudio rechtzeitig zu kündigen, kann seither durchatmen. Es gibt keine automatische Vertragsverlängerung mehr. 

DHL erhöht Porto teilweise - Paket-Versand wird teurer

Die Deutsche Post hat bereits zum 1. Januar 2022 die Preise für Briefe und Postkarten spürbar erhöht. Jetzt wird auch bei DHL das Porto teurer: Die Filial- und Onlinepreise sollen in der Produktkategorie Päckchen S von zuvor 3,79 Euro auf 3,99 Euro steigen. Für das Päckchen M müssen Verbraucherinnen und Verbraucher zukünftig 4,79 Euro statt bisher 4,50 Euro beziehungsweise 4,39 Euro bezahlen und der Preis für das Paket zwei Kilogramm, dessen Versandmarke ausschließlich online erhältlich ist, steigt auf 5,49 Euro von bislang 4,99 Euro.

Aber auch die Online-Frankierung wird teurer. Alles zu den Preiserhöhungen erfährst du hier. 

EEG-Umlage wird abgeschafft - das bedeutet die Änderung für Stromkunden

Zum 1. Juli 2022 wird die EEG-Umlage in der Stromrechnung abgeschafft. Viele Stromkunden stellen sich jetzt vor allem eine Frage: Wird der Strom künftig wirklich günstiger? Aktuell beträgt die EEG-Umlage 3,72 Cent pro Kilowattstunde, ab 1. Juli sinkt sie auf null. 

Stromunternehmen erklärten bereits, dass die Entlastung an Privat- und Geschäftskunden weitergegeben werden solle. Stromkunden sollen demnach tatsächlich Geld sparen. Allerdings kritisieren Experten die Maßnahme. Sie sei nur "ein Tropfen auf den heißen Stein". 

Keine Hartz-IV-Sanktionen

Arbeitssuchende müssen bis Mitte kommenden Jahres weniger Hartz-IV-Sanktionen fürchten. Für ein Jahr soll die Möglichkeit ausgesetzt werden, das Arbeitslosengeld II bei einer Pflichtverletzung um 30 Prozent zu mindern.

Das gilt etwa, wenn eine zumutbare Arbeit nicht angenommen wird. Bei wiederholten Meldeversäumnissen oder Terminverletzungen drohen allerdings auch künftig Leistungskürzungen von bis zu 10 Prozent des Regelsatzes. Das Gesetz soll zum 1. Juli in Kraft treten.

Verbesserungen für Mobilfunk-Kunden

Eine neue EU-Verordnung bringt Verbesserungen für Mobilfunkkunden. Sie sollen ab Juli im EU-Ausland dieselben Dienstleistungen nutzen können wie zu Hause - soweit im besuchten Mitgliedstaat dieselben Netze und Technologien zur Verfügung stehen. So sollten Verbraucherinnen und Verbraucher, die zu Hause 5G nutzen können, auch in den 27 EU-Staaten sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen Zugang zu 5G-Diensten bekommen.

Außerdem sollen Roamingdienste automatisch unterbrochen werden, um so weitere Gebühren zu vermeiden, wenn durch den Verbrauch von Daten- oder Gesprächsvolumen zuvor festgelegte Obergrenzen erreicht wurden. Dies gilt auch für das Roaming außerhalb der EU.

Mehr zum Thema Änderungen 2022 findest du hier:

Artikel enthält Affiliate Links

*Hinweis: In der Redaktion sind wir immer auf der Suche nach nützlichen Produkten für unsere Leser. Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Einkaufswagen-Symbol beziehungsweise einem Sternchen gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn du auf einen dieser Links klickst bzw. darüber einkaufst, bekommen wir eine Provision vom Händler. Für dich ändert sich dadurch nichts am Preis. Unsere redaktionelle Berichterstattung ist grundsätzlich unabhängig vom Bestehen oder der Höhe einer Provision.