Laden...
Würzburg
Pandemie

Corona im Kindergarten: Fränkische Studie erforscht Infektion an Kindern

In Würzburg werden im Herbst 2020 rund 800 Kinder Teil einer Forschungsinitiative gegen den Covid-19 Erreger sein. Die Verantwortlichen der Stadt, Universität und Uniklinik wollen mit Hilfe der Ergebnisse einen Weg finden, Kindergärten künftig trotz Pandemie sicher und durchgehend am Laufen zu halten.
Artikel drucken Artikel einbetten

Wie breitet sich das Coronavirus in Kindergärten aus? Dieser Frage geht will eine neue Studie in Würzburg auf den Grund gehen. Seit Anfang Mai sind Kindertagesstätten und Schulen schrittweise wieder geöffnet worden. Seither wird jedoch bei viele die Sorge groß, dass die Wiedereröffnung zu schnell passiert - wird der Ausbreitung des Virus damit wieder Tür und Tor geöffnet?

Während manche glauben, dass die Schließung von Betreuungseinrichtungen die beste Methode war, der Ausbreitung des Virus einen Strich durch die Rechnung zu machen, kursieren derzeit auch viele Annahmen, die das Gegenteil behaupten. Laut einer kürzlich veröffentlichten  Studie, sind Kinder bei der Ausbreitung des Virus gar nicht maßgeblich beteiligt. Sie bremsen den Erreger teilweise sogar aus. Aus wissenschaftlicher Sicht ist dies aktuell jedoch nicht abschließend geklärt.

800 Kinder als Testpersonen: Corona-Studie an Würzburger Kindergärten geplant

Nach Meinung von Mediziner und Pädagogen steht allerdings fest: Der Umgang von Kindern mit anderen Kindern ist entscheidend für die gesunde körperliche, psychische und soziale Entwicklung. Die Stadt Würzburg sowie die Universität und die Universitätsklinik Würzburg haben daher eine Forschungsinitiative ins Leben gerufen, um den sicheren Betrieb von Kindertagesstätten auch in Zeiten einer Pandemie gewährleisten zu können.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt laut offizieller Mitteilung  der Universität Würzburg mehr als eine Millionen Euro für die Studie zur Verfügung. Ziel soll ein dabei sein, herauszufinden welche Maßnahmen nötig sind, um bei Kindern eine Coronainfektion möglichst frühzeitig festzustellen. Somit wollen die Forscher dem Ausfall der Kinderbetreuung wegen Quarantänemaßnahmen oder Zwangsschließung entgegenwirken. 

Infektion mit Covid-19 bei Kindern soll frühzeitig erkannt werden

Rund 800 Kinder im Alter von 1-7 Jahren  und deren Betreuerinnen und Betreuer werden an der Studie teilnehmen. Diese werden in zwei Gruppen aufgeteilt, von denen die erste in einem Zeitraum von bis zu zwölf Wochen regelmäßig auf das Virus getestet wird, während die Kinder der zweiten Gruppe, nur bei konkreten Verdachtsfällen einem Test unterzogen werden.  Die Studie wird im Herbst 2020 anlaufen. 

"Wü-KiTa-Cov", wie die Studie heißt, will dafür sorgen, dass der Aufenthalt  in einer Betreuungseinrichtung für die Kinder so wenig belastend wie möglich ist. Dabei steht die Sicherheit der Kinder und Erzieher an oberster Stelle. Somit soll die Studie dazu beitragen, in Zeiten der Pandemie einen sicheren Betrieb der Kinderbetreuung zu garantieren. 

Sichere Kinderbetreuung trotz Corona? Würzburger Studie soll helfen

Die Studie aus Würzburg wird aktiv unterstützt und hat dabei eine lange Liste an Beteiligten. Leiter der Studie ist der Mikrobiologe Oliver Kurzai der Universität Würzburg sowie der Kinder- und Jugendarzt Johannes Liese der Universitäts-Kinderklinik. Ebenfalls mit an Bord sind die Abteilungen Virologie, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Allgemeinmedizin der Universitätsklinik Würzburg. 

In Anbetracht der andauernden Pandemie hoffen viele auf ein gutes Ergebnis.  Ob Wü-KiTa-Cov dabei helfen wird, ein kleines Stück des Alltags zurückzugewinnen und den Kindern ein sicheres Betreuungsumfeld zu bieten, wird sich zeigen. 

Ein Kindergarten in Würzburg musste bereits wieder schließen, nachdem wenige Tage nach dem Sommerfest ein Kind positiv auf das Coronavirus getestet wurde.