• Bamberger Hain: Bürger beklagen zunehmenden Vandalismus und Vermüllung
  • "So eine Sauerei": Hobbyfotograf entdeckt zerstörtes Vogelhäuschen
  • Hundebesitzer wegen Glasscherben in den Wiesen in Sorge
  • Polizei erwischt über 200 Feiernde in der Nacht zu Pfingstsonntag 

Viele Bamberger beklagen, dass es im Hain-Stadtpark zunehmend zu Vermüllung und Vandalismus kommt. Entsteht hier neben der Unteren Brücke ein zweiter Pandemie-Problem-Hotspot in Bamberg? Die Polizei bestätigt große Menschenansammlung und kündigt mögliche Verschärfungen der Kontrollen an. 

"So eine Sauerei": Bamberger wegen Vandalismus und Müll im Hain stinksauer

Der Bamberger Stadtpark Hain ist in den vergangenen Wochen für viele Bürger zum Ärgernis geworden. Matthias Brotkorb wohnt in Bamberg. Der 44-jährige Hobbyfotograf ist seit seiner Kindheit Hain-Fan und seit der Pandemie "mehrmals in der Woche" im Hain. "Vor zwei, drei Wochen habe ich schon gesehen, dass dort überall Müll und Glasscherben herumliegen. Da war die Polizei aber schon da und hatte es bereits aufgenommen." 

Brotkorb geht davon aus, dass jemand vor ihm die Beamten gerufen hat. Doch geändert hat sich augenscheinlich wenig, wie Fotos und Kommentare in einer Bamberger Facebook-Gruppe zeigen. Hier hat Brotkorb am Pfingstmontag mehrere Bilder gepostet, darunter ein zerstörtes Vogelhäuschen und jede Menge zersplitterte Alkoholflaschen. "Warum muss man im Hain das Vogelhaus kaputt machen und so eine Sauerei hinterlassen?", fragt der 44-Jährige. 

Glasflaschen, "die auf den Boden gehauen werden" und "beim Botanischen Garten war das Vogelhäuschen runter. Ich finde das nicht schön. Ich gehe doch auch nicht in fremde Gärten und vermülle und beschädige dort alles." Der Hain ist "seit Kindheit mein Lieblingsstadtpark", sagt Brotkorb. Doch wohl fühlt er sich dort derzeit nicht mehr. Auch andere Bamberger haben ähnliche Erfahrungen gemacht, wie viele Reaktionen auf Brotkorbs Post zeigen. "MÜLL, GRAFFITI, VERWÜSTUNG, Nachts PARTY OHNE ENDE BIS FRÜH", schreibt ein wütender User. Andere posten eigene Fotos von überfüllten Mülleimern oder machen sich Sorgen um Hunde wegen Splittern in den Wiesen

"Bis zu 250 Personen": Polizei bestätigt Hain-Party - "Die meisten entfernten sich"

Viele User fordern Stadt und Polizei zum Handeln auf. Auch ein Grund für das Problem wird vermutet. "...wenn die Jungen von der Unteren Brücke vertrieben werden, suchen sie sich eben andere Plätze", schreibt eine Nutzerin. Haben die schärferen Kontrollen auf der Unteren Brücke einen Verlagerungseffekt bewirkt? "Das Haingebiet war bislang kein Hotspot für die Polizei", so eine Sprecherin der Polizeiinspektion Bamberg-Stadt gegenüber inFranken.de.

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Zumindest, was die Einhaltung der Corona-Regeln betrifft, die auf der Unteren Brücke regelmäßig missachtet werden. "Zwar waren bei schönem Wetter tagsüber durchaus zahlreiche Besucher feststellbar, die Einhaltung der Infektionsschutzmaßnahmen war aber aufgrund der ausreichenden Fläche kein Problem", so die Sprecherin. Doch am Wochenende habe die Polizei tatsächlich auch eine große Gruppe entdeckt, die ordentlich Müll hinterlassen hat. "Am vergangenen Wochenende wurde Sonntagnacht tatsächlich im Bereich des Sonnentempels eine große Menschenansammlung festgestellt, die Beamten schätzten bis zu 250 Personen."

Die meisten "entfernten sich jedoch bereits bei Erblicken der Streifenwagen", so die Sprecherin. Vor Ort fanden die Beamten dann "Unrat in Form von Müllsäcken, Glasflaschen und Alkoholika" vor, worüber die Stadt Bamberg umgehend informiert worden sei. Die Polizei werde "wie im gesamten Stadtgebiet entsprechende Kontrollen zur Einhaltung der Infektionsschutzmaßnahmen, insbesondere der Maskenpflicht, Kontaktbeschränkung sowie bestehender Alkoholkonsumverbote durchführen, bei einem sich abzeichnenden Hotspot im Hain entsprechend verstärkt", heißt es nun. 

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