Im Betreuungsgebäude der Grundschule Ebern fanden am vergangenen Dienstag die konstituierenden Sitzungen des Schulverbandes Grund- und Mittelschule Ebern statt. Für beide Versammlungen wurde Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) zum Vorsitzenden gewählt.

Mit in der Runde war für die Grundschule deren Rektorin Gudrun Schnitzer.

Dirk Suhl, Geschäftsleiter der VG Ebern, leitete die Wahl. Als Vorsitzender wurde ausschließlich Bürgermeister Hennemann vorgeschlagen, der auch alle sechs Stimmen der Verbandsmitglieder erhielt. Zu seinem Stellvertreter wurde der Bürgermeister von Rentweinsdorf, Steffen Kropp (SPD), ebenfalls einstimmig gewählt. In den Rechnungsprüfungsausschuss der Grundschule wurden Ulrike Zettelmeier (SPD), Sven Steffan (FWE) und Petra Haubner (FW-ÜWG) gewählt. Als Vorsitzende wurde hier Zettelmeier bestimmt, zu deren Stellvertreterin Haubner.

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Die Geschäftsordnung für den Grundschulverband wurde gebilligt. Hennemann sagte, dass der Vorsitzende eine jährliche Vergütung von 100 Euro und der Vertreter 30 Euro pauschal erhalte, was auch für den Schulverband der Mittelschule gelte.

Vorbildliches Verhalten der Eberner Schüler

Die Schulleiterin der Grundschule gab einen kurzen Überblick über die gegenwärtige Situation an der Grundschule Ebern. Ihren Worten zufolge würden sich die Kinder, sowohl diejenigen aus den vierten Klassen als auch die aus den ersten Klassen, hinsichtlich der Hygiene- und Mundschutzregeln sehr gut verhalten. "Ich hatte nicht gedacht, dass das so gut klappt."

Unterrichtet wird in geteilten Gruppen, nach zwei Tagen Unterricht in der Schule sind zwei Tage Lernen zu Hause angesagt. Auch die Notbetreuung funktioniere gut. "Nach den Ferien fahren wir die Notbetreuung auf 31 Kinder hoch und wir müssen sehen, wie es dann läuft", so Schnitzer. Ihr größter Wunsch sei es, dass bald wieder ein normaler Schulbetrieb möglich wäre.

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Auf die Frage von Simone Berger (RUL), ob infolge der derzeitigen Situation Defizite bei den Kindern festgestellt wurden, sagten Schnitzer und Haubner, dass der Tenor "meist positiv" sei. Ein Lob zollten sie den Eltern, die offensichtlich sehr darauf geachtet hätten, dass ihre Kinder während der Schulschließung zu Hause entsprechend gelernt haben. Hennemann zeigte sich zufrieden, dass bisher alles so gut gemeistert wurde.

Schulverband beschließt Geschäftsordnung

Für den Schulverband Mittelschule Ebern wurde im Beisein von Philipp Arnold, Rektor der Mittelschule Ebern und dessen Vertreter, Toni Binder, ebenfalls Bürgermeister Hennemann zum Vorsitzenden gewählt, zu seinem Vertreter Steffen Kropp. In den Rechnungsprüfungsausschuss wurde Helmut Dietz (SPD), Bürgermeister von Untermerzbach, als Vorsitzender gewählt. Sein Vertreter ist Sebastian Ott (CSU) und auch Hermann Niediek (CSU), Bürgermeister in Burgpreppach, gehört dem Rechnungsprüfungsausschuss an. Die Geschäftsordnung wurde beschlossen, da es im Vergleich zum Vorjahr keine wesentlichen Änderungen gab.

Zur Sanierung der Mittelschule Ebern hatte Hennemann aber keine guten Nachrichten: "Am 16. April ist ein Schreiben der Regierung von Unterfranken eingetroffen, indem die Förderung für die Maßnahme abschlägig beschieden wurde." Der Schwellenwert würde nicht erreicht und somit scheide eine Förderung nach den Bestimmungen aus. Die Regierung wies auf eine Überprüfung und eventuelle Neubewertung der Fördermaßnahmen hin.

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Der Antrag auf Förderung für Sanierungsmaßnahmen wäre nach den Bauwerten des Jahres 2017 eingereicht worden. Trotz mehrerer Gespräche mit der Regierung von Unterfranken über zwei Jahre hinweg kam es nun zu diesem für alle unverständlichen, abschlägigen Bescheid, obwohl man alles wie von der Regierung gewünscht geändert und eingereicht habe.

Hennemann erläuterte die Problematik im Detail und kam zu dem Schluss, dass der Baubeginn im Jahr 2020 nicht mehr möglich wäre, weil die Förderung noch nicht geregelt sei. Er habe nun einen Termin beim Regierungspräsidenten von Unterfranken, Eugen Ehmann, um klarzustellen, dass das Handeln der Sachbearbeiter nicht verständlich sei und die Kommunikation zu Wünschen übrig lasse. "Ich bin ziemlich sauer, wie das gelaufen ist", sagte Hennemann.

Abwarten ist keine Option

Rektor Philipp Arnold sagte, dass man nicht abwarten könne, damit nicht schon zur Verfügung stehende Gelder wieder verfallen. "Ich kann nicht nachvollziehen, wie die Regierung von Unterfranken handelte, ohne entsprechend zu kommunizieren", sagte Arnold erbost und Hennemann ergänzte, dass man die zustehende Digitalförderung nicht gefährden könne.

Arnold gab anschließend einen Überblick über die derzeitige Unterrichtssituation an der Mittelschule Ebern: Der Schule komme es zugute, dass sie im digitalen Bereich schon länger einschlägige Erfahrungen habe. Fast 100 Prozent der Schüler waren für die Schule auf digitalem Weg erreichbar. "Dass Schule zu Hause stattfinden müsse, hatten wir den Eltern klar gemacht und es läuft auch alles recht gut", fasste Arnold zusammen. Die Schüler, die mittlerweile wieder in der Schule unterrichtet werden, seien alle besonnen, sagte Arnold. Der Unterricht ist auf vier Stunden beschränkt und man habe gute Unterstützung von der AWO bei der Aufsicht der Kinder.

Lobende Worte für Kollegen

Ein Lob zollte Arnold seinem Kollegium: Alle Lehrkräfte hätten sich prima miteingebracht. Für Hygienemaßnahmen habe man bisher um die 2500 Euro ausgeben müssen, was auch weiterhin erforderlich sei. Arnold ging zudem auf verschiedene Probleme bei der Umsetzung des digitalen Unterrichts ein. Sein Vertreter Binder sagte, dass infolge der Corona-Maßnahmen die Schule nicht in eine Schockstarre verfallen sei. "Wir konnten alles klar strukturieren und der Wissensfluss ist geregelt", sagte Binder. Hennemann stellte fest, dass sich nun zeige, dass man in zurückliegender Zeit richtig investiert habe.

Dieter Reisenweber (CSU), Zweiter Bürgermeister von Untermerzbach fragte, wie der Schulbusbetrieb nach den Ferien erfolgen solle. "Die Busse sind so und so immer voll, da können doch die Abstandsregelungen nicht eingehalten werden", gab er zu bedenken. Arnold entgegnete, dass nicht alle Kinder - bestenfalls die Hälfte - an einem Schultag unterrichtet würden, weshalb weniger Kinder in den Bussen sein werden. Die Maskenpflicht bestehe, aber die Abstandsregelungen seien hier außer Kraft, da sie praktisch nicht eingehalten werden könnten.