• Coburg: FDP-Stadtrats-Antrag zu Fahrrad-Vignette sorgt für Debatte
  • "Undurchdachte Schnapsidee": Vorschlag wird im Netz hart kritisiert
  • "Einseitige Belastung": FDP-Kreisverband will Vignette im Landkreis nicht einführen

Der Antrag der beiden Coburger FDP-Stadträte, eine Vignette für Radfahrer und Radfahrerinnen in der Stadt Coburg einzuführen, hat in den vergangenen Wochen überregional für großes Aufsehen gesorgt. Im Netz wurde der Vorschlag gleichzeitig hart kritisiert. Der Vorsitzende des FDP Kreisverbands Coburg-Land, Nico Appelfeller, hat nun gegenüber inFranken.de erklärt, dass sein Verband eine solche Idee für den Landkreis nicht unterstützen würde. Zwei Argumente spielen für ihn dabei eine entscheidende Rolle. 

"Einseitige Belastung": FDP Coburg-Land lehnt Vignette für den Kreis ab 

Nachdem die Coburger FDP-Stadträte eine Fahrrad-Vignette für die Stadt gefordert hatten, überschlugen sich die Reaktionen. In der Facebook-Gruppe "Coburger Stadtgespräche" etwa kam es zu heftiger Kritik. Die FDP wolle "den Bürger ausquetschen, wo es nur geht", schreibt etwa ein Nutzer. "Coburg ist die schlechteste Fahrradstadt von Deutschland und will sowas einführen", meint ein anderer. "In meinen Augen eine undurchdachte Schnapsidee", so ein dritter Nutzer - und befürchtet eine Ausweitung auf den Landkreis - und damit negative Konsequenzen für den Radtourismus.

Eine Vignette auch für den Landkreis Coburg? Da kann der Vorsitzende des FDP-Kreisverbands Coburg-Land beruhigen. "Grundsätzlich äußern wir uns nicht zu Anträgen anderer Verbände und bewerten diese auch nicht", sagt Appelfeller gegenüber inFranken.de. "Wir würden so einen Antrag bei uns im Land aber nicht unterstützen", so der Kommunalpolitiker. Dafür sieht er zwei entscheidende Gründe. 

"Die Infrastruktur wird aus dem allgemeinen Haushalt bezuschusst. Jeder zahlt für Straßen, auch Autofahrer", so Appelfeller. "Ansonsten könnte man auch die Fußgänger nochmal für Fußwege bezahlen lassen. Wir lehnen die individuelle, einseitige Belastung eines Verkehrsträgers, in diesem Fall der Fahrradfahrer, ab." Die Menschen bräuchten wegen der steigenden Inflation und den "hohen Preisen aufgrund von Corona und des unsäglichen Ukraine-Kriegs" gerade dringend ihr Geld, so der FDP-Politiker. "Es ist nicht die richtige Zeit für weitere Belastungen, das halten wir für falsch."