Camper, die die Corona-Warn-App auf ihrem Smartphone installiert haben, kommen hier rein: auf den Capingplatz "Dyksterhus" in Ostfriesland. Wer das nicht getan hat, muss draußen bleiben. Diese Strategie hat Enno Saathoff, Betreiber des Campingplatzes, gewählt. 

Er wolle seine Gäste, seine eigene Familie und sich selbst vor dem Coronavirus schützen, erklärte er jüngst gegenüber dem NDR.  Seinen Aussagen zufolge seien die bisherigen Rückmeldungen der Gäste durchweg positiv, lediglich zwei Urlauber seien wieder abgereist, einer erst gar nicht angereist. 

Camping-Verbot: Wer keine Warn-App hat, muss draußen bleiben

In sozialen Medien zeichnet sich ein anderes Stimmungsbild ab. Insbesondere auf Facebook schäumen zahlreiche Nutzer vor Wut. Auf der Seite des Campingplatzes empört sich eine Frau: "Seine Gäste zu Handlungen zu zwingen, die willkürlich sind, hat nicht unbedingt was von Freundlichkeit. Ich werde diesen Campingplatz sicher nie aufsuchen." Ein Mann verweist auf die Freiwilligkeit der App-Installation: "Der Gesetzgeber hat ausdrücklich darauf Wert gelegt, dass diese Überwachungsapp freiwillig ist." Doch nicht nur auf öffentlichen Seiten heizt sich die Debatte um die App-Pflicht auf dem ostfriesischen Campingplatz auf, sondern auch in privaten Gruppen. Gruppenmitglieder, die sich selbst als "Rebellen" oder "Leugner" bezeichnen, lassen ihrem Unverständnis freien Lauf.

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Bevor die Corona-Warn-App veröffentlicht wurde, hatten Verbraucherschützer bereits vor einem Zwang zur Nutzung der App gewarnt: "Es darf nicht sein, dass Arbeitgeber, Restaurants oder staatliche Behörden die App-Nutzung als Zutrittsvoraussetzung definieren und damit die Freiwilligkeit schleichend zum Zwang machen", sagte beispielsweise Klaus Müller, Chef des "Bundesverbands der Verbraucherzentrale"

"Das Prinzip der Freiwilligkeit ist essenziell, muss nun in der Praxis aber angewendet und auch kontrolliert werden" - Klaus Müller

Enno Saathoff, Betreiber des ostfriesischen Campingplatzes, verteidigt seine Strategie und sieht darin ein probates Mittel, Corona-Leugner von seinem Feriendomizil fernzuhalten, wie er dem NDR sagte. Seiner Meinung nach gehe eine Gefahr von Menschen, die an Corona-Demos in Großstädten teilnehmen, ohne eine Schutzmaske zu tragen, aus. Laut Saathoff seien dies die Ersten, die wiederum eine Installation der Corona-Warn-App verweigern würden. 

Wer die App installiert hat und mit öffentlichen Verkehrsmitteln, wie Bus und Bahn in den Urlaub fährt, bekommt wohl keine Abstandsalarme zu Corona-Infizierten angezeigt. Das geht aus einer neuen Studie hervor, die Forscher aus Irland veröffentlicht haben. Zudem haben sich Forscher zu den häufigsten Fehlermeldungen in der Corona-Warn-App geäußert - und wie diese behoben werden können. 

Wer nicht nach Ostfriesland zum Urlaub machen fahren möchte, kann sich auch auf fränkischen Campingplätzen erholen: Hier finden Sie neun schönen Alternativen in Franken. Außerdem zeigen wir Ihnen, was Sie zum Zelten alles an Zubehör benötigen. 

tu

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