Wegen zahlreicher Drogengeschichten hat das Schöffengericht in Kulmbach einen 24-jährigen Mann aus dem Landkreis zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten verurteilt. Zusätzlich muss der Arbeiter 1500 Euro als Geldauflage an die Kinder- und Jugendhilfe Oberfranken überweisen.

Von Anfang an geständig

Wenn der Angeklagter noch einmal mit einer Bewährungsstrafe davon kam, dann deshalb, weil er nicht vorbestraft war, von Anfang an alles zugegeben und mit der Polizei kooperiert hatte, und weil er den Drogen inzwischen abgeschworen hat.

Um das zu überprüfen, ordnete die Vorsitzende Richterin Nicole Allstadt an, dass der 24-Jährige vier Mal jährlich zum Drogenscreening muss. Das heißt, der Amtsarzt wird ihn ohne Vorankündigung kurzfristig zum Haar- und Urintest einbestellen. "Wir möchten ein Auge darauf haben, ob sie ihr Versprechen wahr machen und sich wirklich von der Szene fern halten", sagte die Richterin bei der Urteilsbegründung.

20 Einzelfälle

Der junge Mann war eine zeitlange recht aktiv in der Drogenszene im Kulmbacher Land. Im Urteil ist allein von 20 Einzelfällen die Rede, in denen er vornehmlich Marihuana angekauft hatte. In weiteren Fällen hatte er das Rauschgift anderen überlassen, meist unentgeltlich.

Was ihm zum Verhängnis wurde: Zwei seiner Abnehmer in den Raucherrunden in einer Kneipe im östlichen Landkreis Kulmbach waren noch nicht volljährig. Deshalb landete die Anklage auch vor dem Schöffengericht.

"Neugierig war ich schon immer"

Vor Gericht räumte der Arbeiter alles ein. Über einen Bekannten sei er an Drogen gekommen, schon mit 15 oder 16 habe er erstmals Rauschgift konsumiert. "Neugierig war ich schon immer, und gedacht habe ich mir nichts dabei", sagte er. Nach dem Tod seiner Großmutter, die für ihn die engste Vertrauensperson war, sei es dann schlimmer geworden mit den Drogen und er sei "in ein komplettes Loch gefallen".

Drogen zu verkaufen, sei nie seine Absicht gewesen. In den Raucherrunden habe er meist die eine oder andere Konsumeinheit anderen überlassen, einfach so, ohne großen Hintergedanken.Das Marihuana habe er beispielsweise über das Darknet bestellt. Ein anderes Mal gelangte er an das Rauschgift über einen Dealer mit dem Spitznamen "Stasi". In drei Fällen probierte der Angeklagte auch mal harte Drogen aus und konsumierte Crystal.

Über eine Querverbindung zu einem anderen Konsumenten, der gerade aufgeflogen war, sei man zum Angeklagten gelangt, sagte der ermittelnde Polizeibeamte von der Kripo in Bayreuth. Nach dem Hinweis habe man mehrere Wochen lang seine Chat-Verläufe überwacht, eine Postbeschlagnahme und eine Telefonüberwachung durchgeführt, bis eindeutig bewiesen war, dass der Angeklagte sowohl konsumierte, als auch abgab. Der Zugriff inklusive Wohnungsdurchsuchung erfolgte schließlich am 23. Januar dieses Jahres.

Von der Szene die Schnauze voll

Eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten sowie eine Geldauflage von 2500 Euro beantragte Staatsanwältin Anja Lettenbauer. Verteidiger Johannes Driendl aus Bayreuth plädierte auf ein Jahr und zwei Monate und eine entsprechend niedrigere Auflage. Sein Mandant habe sich redlich bemüht, um von der Sucht wegzukommen, bereue seine Taten und habe von der Szene "die Schnauze voll".

Das Gericht unter dem Vorsitz von Nicole Allstadt entschied auf ein Jahr und fünf Monate und auf 1500 Euro Geldauflage. Die Bewährung sei aufgrund der günstigen Sozialprognose möglich. Sie ergebe sich daraus, dass der junge Mann familiär integriert ist, einer Arbeit nachgeht und keine Vorstrafe hat. Künftig sollte der Angeklagte aber auf jeden Fall die Finger von den Drogen lassen, ermahnte ihn die Richterin. Andernfalls könne die Bewährung auch widerrufen werden und der 24-jährige müsste ins Gefängnis.