Die "Kulmbacher Tafel" ist dringend auf Hilfe angewiesen, was die finanzielle Unterstützung aber auch die Lebensmittelspenden angeht. Davon machte sich FW-Landtagsabgeordneter Rainer Ludwig bei der jüngsten Ausgabe ein Bild, das ihm die schwierige Lage der "Tafel" deutlich vor Augen führte. "Nach den ersten Eindrücken vor der Tür kann ich nur sagen, dass diese Situation sehr ergreifend ist", sagte er bei seinem Besuch. Mit dabei war auch der Chef der "Bayreuther Tafel", Peter Zilles, zugleich auch stellvertretender Vorsitzender für die Bereiche Oberfranken, Oberpfalz und Niederbayern.

Für MdL Rainer Ludwig war es ein großes Anliegen, der "Tafel" einen Besuch abzustatten. "Hintergrund ist natürlich die prekäre Situation, die es momentan bei den Tafeln generell bayernweit gibt und die die Tafeln vor immense Herausforderungen, um nicht zu sagen vor einen Kollaps stellen. Ich habe in der vergangenen Woche gerne den Notruf aufgegriffen, als die Situation durch die Medien bekanntgeworden ist." Dabei erwähnte der Landtagsabgeordnete, dass die benachbarte "Tafel" in Bayreuth sogar einen Aufnahmestopp verhängen musste, weil immer mehr Hilfsbedürftige kommen, um sich Lebensmittel zu sichern.

Kulmbacher Tafel vor dem Kollaps: Regale in kürzester Zeit leer

Mit Blick auf die Menschenmenge, die vor den beiden Ausgaberäumen stand, stellte MdL Rainer Ludwig fest: "Ich denke, wenn man die Kinder so sieht, dann ist das eine höchst dramatische Entwicklung, die uns allen Sorgen bereitet. Der Zulauf von Flüchtlingen aus der Ukraine hat ganz stark zugenommen und macht hier in Kulmbach fast 50 Prozent der Tafel-Besucher aus." Hinzu kommt, dass auch die Lebenshaltungskosten in Deutschland massiv angestiegen sind. Ludwig: "Sozial schwachen Menschen bleibt keine andere Wahl, als diesen Weg zu suchen. Auf der anderen Seite sind die Spenden rückläufig und die Regale sind dann in kürzester Zeit leer."

Das stellt auch die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer vor große Probleme. Das Personal ist, wie Elfriede Höhn von der "Tafel" einräumte, am Limit. Laut MdL Ludwig fließen jährlich 100.000 Euro an die "Tafeln" in Bayern, im Haushalt 2022 wurden diese Mittel auf 150.000 Euro aufgestockt. Inzwischen wurden weitere 200.000 Euro für Bayern signalisiert. Der Landtagsabgeordnete: "Ich denke, das ist nicht genug, sondern der Hebel muss anderweitig angesetzt werden." Es sollte mit Sozialfördermaßnahmen frühzeitiger begonnen werden, damit Menschen erst gar nicht den Weg zur "Tafel" suchen müssten. Einen entsprechenden Antrag werde die Landtagsfraktion der Freien Wähler stellen, so Ludwig.