Es werden Wohnungen gesucht, oftmals fehlen aber Investoren. In Ludwigsstadt gibt es einen Investor, der am Standort des ehemaligen KEZ-Gebäudes Wohnungen bauen möchte. Doch es herrscht seit Monaten Stillstand. Der Grund: zu wenig Planungssicherheit, zu hohe Baukosten, die - wenn sie auf den Verkauf beziehungsweise die Vermietung der Wohnungen umgelegt würden - keine Akzeptanz von möglichen Eigentumserwerbern beziehungsweise Mietern finden würden. Das sagt der Geschäftsführer der Saco GmbH, Gerd Sambale, der seit fünf Jahren mit vorliegender Baugenehmigung darauf hofft, den Spatenstich vornehmen zu können.

Für den Unternehmer und Architekten ist Ludwigsstadt eine neue Situation. Die Leute seien nicht bereit, für eine 60 Quadratmeterwohnung rund 200 000 Euro auszugeben, wenn sie für ihre Häuser - in denen sie jahrelang gelebt haben - nur 80 000 Euro und weniger bekommen.

Verkaufserlös reicht nicht

Gerd Sambale hat viele Wohneigentumsanlagen errichtet, beispielsweise in Mittelfranken und auch in Oberfranken. Wenn dort Senioren ihre Häuser verkaufen und eine Eigentumswohnung erwerben, bleiben noch ein paar Tausend Euro übrig. In Ludwigsstadt reicht der Erlös des Hauses nicht aus, um sich eine Wohnung leisten zu können. Da nützten auch Argumente wie "barrierefrei" und "energetisch auf dem höchsten Stand" etc. nichts. Hinzu komme, dass die Angebote von bauausführenden Firmen zwischen 10 und 15 Prozent teurer als in anderen Regionen sind.

Es war vor rund sechs Jahren, als Gerd Sambale das alte KEZ-Gebäude kaufte. Der Kontakt kam durch den damaligen Ludwigsstädter Pfarrer Albrecht Bischoff zustande. Seitdem sollen an diesem Standort barrierefreie Ein- bis Drei-Zimmer-Wohnungen für junge und ältere Bürger entstehen. Im Erdgeschoss waren einst ein Drogeriemarkt und ein Laden - mittlerweile ist eine Gewerbeeinheit daraus geworden - vorgesehen. Der Gedanke war und ist der, dass die Menschen so lange als möglich in ihrer Heimat - mitten drin - wohnen können. Denn oftmals sind Senioren nicht mehr in der Lage, ihre Häuser zu pflegen und zu unterhalten. Weiterhin ist das Projekt auch für junge Leute gedacht. Der Baubeginn war für 2015 geplant, später dann für 2018.

Gute Zusammenarbeit mit Stadt

Die Stadträte und der Bürgermeister waren damals begeistert, dass ein Investor gefunden wurde. Denn das KEZ-Gebäude - einst ein Mittel- und Treffpunkt für die Stadtbevölkerung (es fungierte als Gasthaus und Hotel "Goldener Löwe", später als Kino, Kegelbahn und Pub und Lebensmittelmarkt) stand damals seit zehn Jahren leer und war dem Verfall preisgegeben.

Als ein Glück bezeichnet der Unternehmer Sambale auch heute noch die gute Zusammenarbeit zwischen dem Bürgermeister Timo Ehrhardt und seinem Geschäftsleiter Frank Ziener. Ein Glück sei zudem, dass der KEZ-Standort sich städtebaulich innerhalb des ausgewiesenen Sanierungsgebiets befinde. Aufgrund dessen konnte auch eine Kooperation mit der Stadt eingegangen werden.

In diesem Zusammenhang erklärte der Geschäftsleiter der Stadt Ludwigsstadt, Frank Ziener, dass die Kommune die Abrisskosten des alten KEZ-Gebäudes sowie die Kosten für die angrenzende Stützwand übernahm. Dafür gab es Zuschüsse aus Mitteln der Städtebauförderung. Weiterhin will die Stadt auch anteilmäßig die Kosten für den Treppenturm mit Aufzug übernehmen, der die Wohnungen miteinander verbindet und einen einzigartigen Blick über Ludwigsstadt sowie einen direkten Zugang von der Innenstadt zur neu angelegten Stadtterrasse (diese Kosten hierfür übernimmt die Stadt) und zum "Sommerberg" ermöglicht. "Wenn ich diese Kosten noch auf die Käufer beziehungsweise Mieter umlegen müsste, wäre es ganz aus", so Sambale.

In Tettau dagegen hat der Unternehmer innerhalb von fünf Jahren eine Wohnanlage in der Siedlungsstraße 6 verwirklichen können. Vor wenigen Wochen konnte hier die Einweihung gefeiert werden. Der Grund: Der Geschäftsführer von "Pflege ohne Grenzen", Martin Schülein, hat sich gleich am Anfang der Planungen bereit erklärt, Wohnungen für zwölf Bewohner im Obergeschoss für sein Projekt "Betreutes Wohnen" zu übernehmen. "Dadurch hatte ich von Anfang an Planungssicherheit!", so Sambale.

Im Untergeschoss entstanden sieben kleinere Wohneinheiten. Diese konnten alle vermietet werden.

Auch beim Projekt "Siedlungsstraße 6" war Gerd Sambale eine Kooperation mit dem Markt Tettau eingegangen. So übernahm die Gemeinde die Kosten der vorausgegangenen Machbarkeitsstudie in Höhe von 30 000 Euro (Eigenanteil 11 000 Euro) und für den Abriss des zuvor vorhandenen Gebäudes. Insgesamt waren dies 72 000 Euro, davon gab es Förderungen in Höhe von 44 000 Euro.

Gerd Sambale hofft nun, dass er bald für sein Projekt auf dem Gelände des ehemaligen KEZ in Ludwigsstadt eine gewisse Planungssicherheit erlangt. Denn, so sagt er: "Die Lage ist hervorragend, man hat fast alles in der Nähe, außerdem würde dies den Stadtkern beleben!"