Die Firma Gerresheimer Tettau investiert in Nachhaltigkeit. Mitte Oktober wird das neue Scherbenlager in Betrieb genommen. Somit nutzt Gerresheimer Tettau vorhandene Ressourcen für die Herstellung ihrer Glasprodukte. "Wir benötigen künftig weniger Rohstoffe, haben einen reduzierten Energieeinsatz und einen geringeren -Ausstoß", begründet der Geschäftsführer Kay Rohn die jüngste Investition von rund einer Million Euro.

Während einer zweimonatigen Bauphase wurde das Gemengehaus erweitert. Es entstanden zwei zwölf Meter hohe und 26 Tonnen schwere Silos, in denen jeweils 270 Tonnen Scherben gelagert werden können.

Wie Kay Rohn weiter erklärte, werde bei Gerresheimer Tettau nach der "PCR - Post Consumer Recycling" Methode verfahren. Das bedeutete, dass sogenannte Post-Consumer-Abfälle wiederaufbereitet werden, also solche Glasabfälle, die bei Verbrauchern in Haushalten und Betrieben entstehen. Mit dieser jüngsten Investition trage die Gerresheimer Tettau nicht nur ihrer Nachhaltigkeitsstrategie Rechnung, sondern komme auch den Kundenwünschen nach. Denn immer mehr wollen wissen, wie die Produkte produziert werden, welche Rohstoffe eingesetzt und wie diese verarbeitet werden, erklärt der Geschäftsführer.

Den Ausführungen des technischen Leiters Maik Rosemann zufolge, bedeutet der Einsatz von drei Prozent Scherben bei der Glasproduktion eine Energieeinsparung von einem Prozent. Der Anteil der Scherben bei der Glasproduktion könne künftig bis zu 40 Prozent betragen. Somit wird die gesamte Glasproduktion effizienter und nachhaltiger.

Nach vier Jahren war die Erweiterung des Gemengehauses und die Einrichtung des Scherbenlagers eine weitere größere Investition des Gerresheimer Konzerns in den Standort Tettau. Damals wurden rund 20 Millionen Euro investiert. Es war die größte Investition, die der Gerresheimer Konzern an einem Standort tätigte. Ein Großteil der Gelder floss damals in eine neue Glasschmelzwanne. Zurzeit werden an den beiden Glasschmelzwannen mit den insgesamt zehn Linien mehr als zwei Millionen Behälter produziert. Der Exportanteil liegt bei rund 80 Prozent.

Medizin und Kosmetik

Die Gerresheimer Gruppe ist nach eigenen Angaben einer der führenden globalen Partner der Pharma- und Healthcare-Industrie mit Sitz in Düsseldorf. Mit Produkten aus Glas und Kunststoff zur Verpackung und Verabreichung von Medikamenten und kosmetischen Glasartikeln leistet der Konzern einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit und Wohlbefinden. An 40 Standorten werden mit insgesamt 11 000 Mitarbeitern neue Produkte entwickelt und produziert. Am Standort Tettau sind nun rund 500 Mitarbeiter beschäftigt.