Es war Ende Mai, als dem Bürgermeister in einer Sitzung ein Anliegen vorgebracht wurde. Und der reagierte prompt. In Steinbach/Haide soll nun Bauland geschaffen werden, dabei will man den kürzesten und unkompliziertesten Weg gehen, nämlich - wenn möglich - durch Erlass einer Einbeziehungssatzung. Das wurde am Dienstagabend bei der Sitzung des Bau- und Hauptausschusses deutlich.

Der "Steemicher" Aaron Sieber (CSU) bedankte sich bei Timo Ehrhardt für dessen schnelles Handeln. Er war es, der als neu gewählter Stadtrat in seiner ersten Sitzung die Stadt unter Punkt "Sonstiges" aufforderte, sich mit dem Thema Bauland in seiner Heimatgemeinde zu befassen. Alle Stadtteile könnten Bauplätze vorweisen, stellte er damals klar, außer Steinbach/Haide.

Der Bürgermeister räumte in der Maisitzung ein, dass vor einigen Jahren bei den Flurneuordnungen keine Neugebiete definiert wurden seien. Aber die Zeiten ändern sich und er stehe dem Anliegen von Aaron Sieber positiv gegenüber. Allerdings, so sagte er damals, müssten die Grundstückseigentümer auch Verkaufsbereitschaft zeigen.

Mittlerweile hat die Stadt im Zuge des Bauflächenmanagements Potenzialflächen für Bauland in Steinbach/Haide geprüft. Es liegt auch ein konkretes Interesse eines Bauwerbers für den Bau eines Einfamilienwohnhauses im Bereich der Skihütte vor. Die straßenmäßige Erschließung sei unproblematisch, sagte der Bürgermeister.

Er sprach von zwei Lösungsmöglichkeiten für diese angestrebte Bebauung. Zum einen könnte man dies als Einzelvorhaben mit Abschluss einer Sondervereinbarung für den Anschluss an das Wasser- und Kanalleitungsnetz auf Kosten des Bauherrn machen, zum anderen könnte man eine Einbeziehungssatzung erlassen, mit der mehrere Bauparzellen auf dem Gebiet geschaffen werden könnten. Die Versorgungsleitungen könnten in so einem Fall als Hauptleitung auf Kosten der Stadt im Weg zur Skihütte verlegt werden. Die rechtlichen Voraussetzungen, so Ehrhardt, müssten allerdings noch abgestimmt werden.

Noch Klärungsbedarf

Er schlug vor, dass sofort grünes Licht für die Bebauung als Einzelvorhaben gegeben werden sollte, damit die jungen Leute schnell ihr Eigenheim realisieren können. Die zweite mögliche Variante für das Gebiet könnte parallel zur Bauvoranfrage geklärt werden. Dies fand auch die Zustimmung des Bauausschusses. Timo Ehrhardt nannte zudem zwei weitere mögliche Bauflächen in Steinbach/Haide. Dabei handelt es sich um ein Areal neben der ehemaligen Schule sowie um Flächen in Richtung Falkenstein. Hier hätten die Grundstückseigentümer auch Verkaufsbereitschaft signalisiert. Weiterhin bestünden in der Nähe des Friedhofs Baumöglichkeiten. Hier sei die Stadt allerdings noch nicht in Kontakt mit den Grundstückseigentümern, erklärte der Bürgermeister. Zudem könnte noch die stadteigene Fläche am Ortseingang, von Richtung Ludwigsstadt kommend, als Bauland ausgewiesen werden.

Der Bürgermeister erinnerte an den "Kinderreichtum" vor über 20 Jahren in Steinbach/Haide. Damals zählte ein Drittel der rund 150 Einwohner weniger als 16 Jahre. Mittlerweile sei dieser Nachwuchs erwachsen und einige davon möchten ihrem Heimatdorf treu bleiben. "Wir sollten daher Perspektiven schaffen!", so Ehrhardt.

Zugestimmt wurde dem Antrag auf Anbau einer Gaube auf dem Wohnhausdach in Steinbach/Haide Nr. 41.

Produkte aus der Region

Ohne Gegenstimmen beschlossen wurde der Neugestaltung von Präsenten für Ehrungen und Jubiläen. So erhalten künftig alle Bürger, die goldene Hochzeit, runde Geburtstage oder sonstige Jubiläen feiern, einen mit der Wertmarke Ludwigsstadt gestalteten Karton, der Produkte aus der Region aufnehmen kann. Dazu zählen Lebensmittel, Kosmetik und Pralinen.

In der nichtöffentlichen Sitzung wurden Aufträge für das Dorfgemeinschaftshaus Lauenhain, vorbehaltlich der Zustimmung der Nachförderung durch das Amt für ländliche Entwicklung, vergeben. Die Rohbauarbeiten gingen an die Firma Eichhorn, die Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten an Ewald Fischbach, Putz- und Trockenbau bekam die Firma Hofmann, die Glas-Türen und Sonnenschutz gingen an die Firma Weigand/Neuhaus, die Bodenbelagsarbeiten an die Firma Fleischmann sowie die Fliesenarbeiten an Fliesen-Fritz.

Weiterhin wurde die Firma RK-Rohrleitungsbau Kirchhasel GmbH für die Zonenänderung in der Wasserversorgung im Stadtteil Ottendorf beauftragt. Wie Bürgermeister Timo Ehrhardt erklärte, ist das Leitungsnetz dort in zwei Zonen geteilt. In der Tiefzone werden die Anwesen direkt aus dem Hochbehälter Winterberg versorgt. Die Anwesen in der Franz-Itting-Straße, Am Winterberg und die höher gelegenen Anwesen der Ottendorfer Straße und Schulstraße werden über eine Druckerhöhungsanlage in der Hochzone versorgt. Vor allem in der Ottendorfer Straße liegt aber bei einigen Anwesen ein minderer Druck an. Nun sollen durch eine punktuelle Anpassung von Knotenpunkten die Anwesen in der Tröge, der Schulstraße und Ottendorfer Straße an die Hochzone angeschlossen werden. Nach dieser Umbindung ist ein deutlich höherer Wasserdruck gewährleistet.