Die Neukonzeption des Oberrodacher Friedhofs war der Schwerpunkt der Gemeinderatssitzung. Dabei wurde der Beschluss gefasst, den ersten Bauabschnitt, den sogenannten Säulenhain, noch in diesem Jahr in Angriff zu nehmen. Dort werden anonyme beziehungsweise halbanonyme Bestattungen mit zentraler Gedenkstätte ermöglicht.

Bürgermeister Norbert Gräbner (ÜWG/FW) erklärte, dass das Bestattungswesen den neuen Anforderungen der Zeit gerecht werden müsse. Für viele Bürger stelle sich die Frage der Grabpflege. Der Bürgermeister wies auf den großen Zulauf der Ruheforste, wie beispielsweise in Tambach/Coburg, hin. Der Vorteil sei, dass bei dieser Art der Bestattung keine Grabpflege erforderlich sei. Dennoch hätten die Nachkommen einen Ort, an dem sie um ihren Verstorbenen trauern könnten. Daher stelle sich die Frage: "Warum nicht einen Ruheforst nach Marktrodach bringen?"

Gräbner erinnerte an die Sitzung im Februar 2019, als eine Neukonzeption des Friedhofs in Oberrodach beschlossen wurde. Ziel soll die Umgestaltung mit Schaffung eines Wegekonzeptes, Vorschläge für Urnenbestattungen sowie eine verbesserte Einbindung des Friedhofs in die Landschaft sein. Die Landschaftsarchitektin Angelika Droll-Lauenstein vom Büro Gartendesign Lauenstein ging auf die "Ist-Situation" des Friedhofs ein. Der Friedhof habe einen eigenen Charme mit einem schönen Ausblick und verbreite eine wohltuende Atmosphäre. Störend wirke der Platz der Container und Mülltonnen, zudem könnte die Allee aufgewertet werden. Insgesamt gehe es um eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität, die Schaffung von ruhigen Plätzen, in denen man trauern beziehungsweise die schöne Aussicht genießen könne. Zudem wäre es sinnvoll, die Kapelle aufzuwerten. Aus den bestehenden zwei Räumen sollte einer geschaffen werden. Dieser könnte für kleinere Trauerfeiern genutzt werden.

Ein "Platz der Erinnerung"

Geschaffen werden sollten zudem naturnahe Bestattungsmöglichkeiten unter Bäumen mit personalisierten beziehungsweise anonymen Grabplatten. Auf dem Areal sollte zudem ein "Platz der Erinnerung" angebracht werden mit einer Gedenktafel und einer Fläche, auf der Blumenschmuck abgelegt werden könnte. Es sei nicht sinnvoll, auf jeder Grabplatte Blumen niederzulegen.

Angedacht sei, das Friedhofskonzept in fünf Bauabschnitten zu realisieren. Dabei gehe es um die Schaffung des Säulenhains, um die Möglichkeit der Urnenbestattung im Boden, die Umgestaltung der Kapelle, die Sanierung des mittleren Bereichs mit der Hauptachse sowie die Sanierung des unteren Bereichs mit der Eingrünung der Containerplätze und der Schaffung einer Toilette.

Götz Lauenstein bezifferte die Kosten auf 491 000 Euro. Für die Schaffung des Säulenhains (Bauabschnitt I) seien 80 000 Euro kalkuliert, die Sanierung der Kapelle ist mit 123 000 Euro veranschlagt.

Oliver Skall (SPD) regte an, den Platz vor dem Kriegerdenkmal aufzuwerten. Roland Pompe (MfM) wies auf eine Fläche auf dem Zeyerner Friedhof hin. Man könne dort Möglichkeiten für anonyme und halbanonyme Bestattungen schaffen.

Verhandelt wird mit dem Schulverband Kronach III

Ein weiterer Punkt war die künftige Rechtsbeziehung zum Schulverband Kronach III. Ohne Gegenstimme beauftragte der Marktgemeinderat die Verwaltung, in Verhandlung mit dem Schulverband Kronach III einzutreten, um einen öffentlich-rechtlichen Vertrag zur Regelung der Gastschulverhältnisse der Schüler aus Marktrodach abzuschließen. Sollte dieser zustande kommen, würde dies bedeuten, dass die Marktrodacher für ihre 42 Mittelschüler Gastschulbeiträge in Höhe von 65 100 Euro pro Jahr (pro Schüler 1550 Euro) an den Schulverband Kronach leisten müssen. Eine Alternative wäre ein Beitritt zum Schulverband Kronach III. Dann hätten die Marktrodacher zwar Stimmrecht, aber sie müssten eine Umlage in Höhe von 86 562 Euro (pro Schüler 2061 Euro) entrichten.