Der Kreisausschuss einigte sich am Montagvormittag in seiner Sitzung, das Kronacher BRK-Mehrgenerationenhaus (MGH) weiterhin mit jährlich 7000 Euro zu unterstützen. Weitere 3000 Euro übernimmt die Stadt Kronach. Zusammen entspricht diese Summe 25 Prozent der gesamten Förderung, die das Mehrgenerationenhaus aus dem Bundesprogramm "Mehrgenerationenhaus. Miteinander - Füreinander", das vom 1. Januar 2021 bis Ende 2028 fortgesetzt wird, bezieht. Dieser Kofinanzierungsanteil ist Voraussetzung für die Förderung.

Mit dieser finanziellen Unterstützung sollen eine enge Zusammenarbeit der Mehrgenerationenhäuser mit ihren Kommunen forciert sowie auf eine Stärkung des Miteinanders aller Generationen gesetzt werden. Insgesamt erhält das Kronacher Mehrgenerationenhaus 40 000 Euro an Förderungen aus dem Bundesprogramm.

"Die Mehrgenerationenhäuser sind ein Segen für die gesamte Region", so Landrat Klaus Löffler. Und: "Es ist ein wichtiger Faktor und ein erfolgreiches Instrument zur Bewältigung des demografischen Wandels und zur Zusammenführung der Generationen."

Auch Markus Oesterlein von der Jungen Union sprach von einer wichtigen Bedeutung. Allerdings wünschte er einen "konkreteren Einblick in die Arbeit", deshalb sollte ein Mitarbeiter des MGH auch mal zu einer Sitzung geladen werden. Dem stimmte der Landrat zu.

Weiterhin wurden die Nutzungsgebühren beim Jugendübernachtungshaus in Mitwitz neu festgelegt. Demnach steigen diese ab dem Jahr 2021 je Teilnehmer und Übernachtung auf 8,50 Euro für Gruppen aus dem Landkreis (Mindestbelegung 15) beziehungsweise muss ein Mindestbetrag in Höhe von 127,50 Euro je Übernachtungstag entrichtet werden. Gruppen, die von außerhalb des Landkreises kommen, müssen pro Teilnehmer 9,50 Euro beziehungsweise einen Mindestbetrag in Höhe von 161,50 Euro bezahlen. Im Jahr 2022 folgt eine erneute Anpassung. Dann werden 10,50 Euro pro Teilnehmer und Nacht berechnet.

700 000 Euro investiert

Stefan Schramm vom Kreisjugendamt wies zuvor auf die im Jahr 2017 erfolgte "grundlegende Sanierung" hin. Rund 700 000 Euro wurden in die Attraktivierung des Gebäudes investiert. Schramm bezeichnete das Jugendübernachtungshaus als "ein Juwel, das gerne angenommen wird". Er wies zudem darauf hin, dass seit zwei Jahren - nachdem die Hausverwalterin in den Ruhestand gegangen ist - die Reinigungsarbeiten extern vergeben werden.

Stefan Wicklein fragte nach der Auslastung des Jugendübernachtungshauses. Diese liege bei 21 Prozent, so Schramm. Vor allem in den Ferien und an den Wochenenden werde diese Möglichkeit für Übernachtungen genutzt. Geworben werde auf regionaler und überregionaler Ebene. Vor allem mit dem benachbarten Thüringen sei man nicht zuletzt wegen der unterschiedlichen Ferienzeiten in Kontakt.

Edith Memmel (Grüne) gab zu bedenken, dass das Haus zwei Jahre lang nicht genutzt werden konnte. Insofern gab es einen Stopp. Der Landrat wies auf Corona hin. In diesen Zeiten haben viele Übernachtungshäuser mit Einschränkungen zu kämpfen. In diesem Zusammenhang betonte Schramm, dass man seit 1. September 2020, unter Auflage eines entsprechenden Hygienekonzepts, wieder geöffnet habe.

Einstimmig wurde nach dem Ausscheiden von Pater Waldemar Brysch der Pastoralreferent Josef Grünbeck als beratendes Mitglied für den Bereich der katholischen Kirche im Jugendhilfeausschuss benannt. Als seine Stellvertreterin wurde die Gemeindereferentin Kathrin Ritter vorgeschlagen.

Grünes Licht gab es auch für den Zuschussantrag in Höhe von 1500 Euro des Fördervereins Effeltermühle zur Erneuerung des Mühlrades. Das bestehende Mühlrad sei schadhaft und könne wirtschaftlich nicht mehr repariert werden, heißt es in dem Schreiben. Bernd Liebhardt (CSU) hob das Engagement des Fördervereins hervor und schlug vor, einen Zuschuss in Höhe von 3000 Euro zu gewähren. Dies wurde auch von den anderen Fraktionssprechern Timo Ehrhardt und Stefan Wicklein befürwortet. Edith Memmel sprach von einer "großen und überörtlichen Bedeutung der Effeltermühle".

Dank an Brühl und Heinz

Seinen Dank äußerte Landrat Klaus Löffler gegenüber den beiden ausgeschiedenen Kreisräten Gerhard Brühl und Carl-August Heinz (wir berichteten). Gerhard Brühl habe als Arzt im Gesundheitsbereich eine hervorragende Arbeit geleistet. Carl-August Heinz sei ein Unternehmer, der sich stark für seine Heimat und im Bereich der Energiepolitik engagiert habe. Als Listennachfolger ziehen nun Sibylle Fugmann und der Mitwitzer Bürgermeister Oliver Plewa in den Kreistag ein.

Zuvor informierte Kreiskämmerer Peter Biedermann über die Jahresrechnung 2019. Demnach lag das Investitionsvolumen bei rund 12,6 Millionen Euro. Der Großteil davon, nämlich 5,819 Millionen Euro wurde für Hochbaumaßnahmen ausgegeben. Die wichtigsten Maßnahmen waren die Generalsanierung des VHS-Gebäudes mit 3,4 Millionen Euro, der Ausbau der Kreisstraße 32 zwischen Wolfersgrün und Schlegelshaid mit 2,4 Millionen Euro, die energetische Sanierung des Landratsamts mit 2,1 Millionen Euro.

Weitere 2,5 Millionen Euro hat der Landkreis in die Ausstattung und Sanierung der kreiseigenen Schulen investiert. Zudem wurde das Wasserschloss Mitwitz für rund eine Million Euro erworben.

Peter Biedermann bezeichnete das Haushaltsjahr 2019 als zufriedenstellend. Der Schuldenstand liege deutlich unter dem Landesdurchschnitt und die Zinsbelastung erreichte mit circa 32 000 Euro ihr bislang niedrigstes Niveau innerhalb der letzten zehn Jahre.