In der Marktgemeinde Küps soll die Betreuung von Kindern ausgebaut werden. Deshalb wurde am Dienstag einstimmig die Einführung eines Kombimodells beziehungsweise einer "kooperativen Ganztagsbetreuung" in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband Landkreis Kronach beschlossen. Mit dem Projekt soll zum Schuljahr 2021/22 gestartet werden. Die Finanzierung erfolgt über die Plattform des Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes (BayKiBiG).

Bürgermeister Bernd Rebhan (CSU) ist überzeugt, dass mit dieser "kooperativen Ganztagsbetreuung" den Wünschen der Eltern Rechnung getragen wird.

Wo ist nun der Unterschied zu der bisherigen Mittagsbetreuung? Wie die Geschäftsführerin des Caritas-Verbands, Cornelia Thron, erklärte, können bei der "kooperativen Ganztagsbetreuung" die Eltern, ähnlich wie beim Kindergarten, flexible Betreuungsstunden buchen. An den Werktagen und auch in den Ferien sind Zeiten bis 18 Uhr möglich. Die Jugendsozialarbeit, der Kinder- und Jugendtreff Kiwi , Bildungsträger sowie die Angebote von Schule und Hort sollen miteinander vernetzt werden.

Ein wichtiges Element sei, dass sich die Schule nicht mehr mit unterschiedlichen Ganztagsträgern abstimmen müsse, sondern lediglich mit einem Partner, der das gesamte Angebotsspektrum abbildet. Betreut werden die Kinder ausschließlich von Fachkräften und auf einem hohen pädagogischen Niveau. "Wir werden neue pädagogische Formen für Kinder etablieren!" meinte Thron.

Sie freute sich, ebenso wie der Bürgermeister, dass bei dieser Art der Betreuungseinrichtung Küps als eine von zwei oberfränkischen Gemeinden als Pilotmodell ausgewählt worden ist. Der Dank des Bürgermeisters galt nicht zuletzt deshalb auch dem CSU-Landtagsabgeordneten Jürgen Baumgärtner, der sich in München dafür eingesetzt hat.

Zudem bezeichnete Rebhan die Bewerbung als einen Erfolg der neuen Zusammenarbeit mit der Caritas, die seit September 2020 die Trägerschaft für das entstehende Zentrum für Kinder- und Jugendarbeit an der Küpser Schule übernommen hat. Jetzt gehe es darum, das Projekt mit Leben zu erfüllen.

Cornelia Thron wies darauf hin, dass man im Januar 2021 zusammen mit der Schule und dem Team eine Konzeption erstellen wolle, die im März den Eltern vorgestellt werden soll. Zeitnah will die Gemeinde nun auch den Bedarf der Eltern durch Umfragen ermitteln. Das Kombimodell soll mit der ersten und zweiten Klasse (Flexklasse) starten.

"Es ist eine Aufwertung der Bildungs- und Betreuungsmöglichkeiten für Küps", gab der SPD-Fraktionsvorsitzende Ralf Pohl seine Zustimmung. Er als betroffener Vater sei überzeugt, so Heiko Meusel (FW), dass dadurch Familie und Beruf besser in Einklang gebracht werden können.

Thema Umsatzsteuer

Ein anderes Thema war die Umsatzsteuerpflicht der öffentlichen Hand. Bürgermeister Bernd Rebhan erklärte, dass der Gesetzgeber im Rahmen des Corona-Steuerhilfegesetzes eine Verlängerung des Optionszeitraums für die Einführung der neuen Umsatzsteuerpflicht bis zum 1. Januar 2023 beschlossen habe. Ursprünglich galt diese Frist bis zum 31.12.2020. Er sprach sich dafür aus, die Möglichkeit der Verlängerung nicht anzunehmen, da die Vorarbeiten für den Umstieg auf das neue Umsatzsteuerrecht zum 1. Januar 2021 bereits weit vorangeschritten seien. Zudem seien die Einnahmen, die künftig der Umsatzsteuerpflicht unterliegen, eher gering, sagte er.

Warum sollte man die Übergangslösung bis ins Jahr 2023 denn nicht akzeptieren? fragte Ralf Pohl (SPD). Für die Bevölkerung würde dies nichts ändern, konterte die CSU-Fraktionsvorsitzende Ursula Eberle-Berlips. Letztendlich beschloss das Gremium bei fünf Gegenstimmen, die Änderung wie geplant zum Januar 2021 durchzuführen.

Ohne Gegenstimme wurde die Überarbeitung der Satzung über Aufwendungs- und Kostenersatz für Einsätze und andere Leistungen der Feuerwehren im Markt Küps zugestimmt. Darin geregelt sind beispielsweise die Kosten bei Ausrücken nach missbräuchlicher Alarmierung und die Ausrückstunden mit den verschiedenen Fahrzeugen etc.

Am Anfang der Sitzung gab Bürgermeister Bernd Rebhan Beschlüsse aus der letzten nichtöffentlichen Sitzung bekannt. Demnach vergab das Gremium den Auftrag zur Aufstellung eines kommunalen Fassadenprogramms für Küps an das Städtebaubüro Bamberg zum Preis von 14 500 Euro. Der Auftrag zum Umbau des Ortsbaumanagements wurde für ein Jahr an das Büro planwerk Städteentwicklung Nürnberg zum Preis von 45 000 Euro vergeben. Der Auftrag für die Ermittlung von Standortkonzepten für PV-Anlagen wurde an das Büro Team4 aus Nürnberg für 6700 Euro vergeben.

Der Bürgermeister berichtete des Weiteren über ein Gespräch in der Mobilitätszentrale. Er freue sich, dass die Schwierigkeiten mit der Mobilität während der Startphase überwunden werden konnten. Anpassungen der Linien werden laut Mobilitätszentrale nach den Herbstferien erfolgen.