Es waren sonnige Aussichten, als die Betreiber des Tropenhauses "Klein Eden" im Frühjahr 2019 finanzielle Zuwendungen in Höhe 750 000 Euro aus dem Bayerischen Umweltministerium entgegennehmen konnten. Doch dann kam im März 2020 Corona. Seitdem ist das Tropenhaus geschlossen, es fehlen die Besucher und somit auch Einnahmen. Die drei Mitarbeiter wurden in Kurzarbeit geschickt, die Minijobs auf Eis gelegt. Insgesamt befindet sich das Tropenhaus in einer schwierigen Lage.

Die 750 000 Euro waren deshalb für die Betreiber eine wohltuende Finanzspritze, denn bereits vor Corona hatte das Tropenhaus mit einem Defizit von jährlich rund 150 000 Euro zu kämpfen. Dieses Minus lag auch darin begründet, dass das Tropenhaus in erster Linie als eine Forschungseinrichtung gilt, dementsprechend gefördert wurde und daher offiziell keine größeren Veranstaltungen und Werbekampagne durchführen konnten.

Wie der Geschäftsführer Ralf Schmitt auf Anfrage erklärte, habe man in den letzten Jahren rund 18 000 Besucher pro Jahr im Tropenhaus zählen können. Auch die beiden ersten Monate des Jahres 2020 liefen mit 2800 Besuchern äußerst zufriedenstellend. Allein an den Nachtführungen nahmen über 600 Interessierte teil.

Mit Maske problematisch

Er erzählt davon, dass die andauernde Schließung des Tropenhauses von den Anrufern, die "Klein Eden" besuchen möchten, immer weniger Akzeptanz findet. Sie könnten nicht verstehen, dass nur wenige Kilometer entfernt, im benachbarten Thüringen, die Coronaregelungen lockerer gehandhabt werden. Solange aber die Maskenpflicht in geschlossenen Räumen Pflicht sei, werde es schwierig sein, das Tropenhaus in den Sommermonaten zu öffnen.

In diesem Zusammenhang erwähnt Schmitt Temperaturen von 28 Grad und eine mindestens 75-prozentige Luftfeuchtigkeit im Tropenhaus. "Man schwitzt, die Maske wird schnell nass und man hat das Gefühl, bald zu ersticken".

Derzeit wird die Coronazeit für Umbaumaßnahmen im Tropenhaus genutzt. "Wir modernisieren, wir wollen die vorhandene Klimasteuerung effizienter machen und dadurch laufende Kosten reduzieren!"

Weiterhin, so erklärt Ralf Schmitt, werde man sich nach den Umbaumaßnahmen auf fünf Fruchtarten, nämlich Maracuja, die Jackfrucht, Sternfrucht, Papayas und auf die Guave, konzentrieren. Die letzten fünf Jahre hätten gezeigt, dass diese Fruchtsorten hohe Erträge bringen. Weiterhin wird verstärkt ein Augenmerk auf tropische Zitrusfrüchte wie die Kaffirlimette und Fingerlimes gelegt.

Ralf Schmitt hofft, wegen der Förderungen, die teilweise für die Modernisierung genutzt werden, die Baumaßnahmen bis Ende 2021 abschließen zu können. Dankbar ist er gegenüber dem Fördergeber, dem bayerischen Umweltministerium, der auch in schwierigen Zeiten Flagge zeige und das Tropenhaus unterstütze. Dort sei erkannt worden, dass das Tropenhaus "Klein Eden" mit der Nutzung der Abwärme aus der Heinz-Glashütte gerade in der im vergangenen Jahr angestoßenen Klimadebatte den "Nerv der Zeit" trifft.

Als ein großes Glück bezeichnet es Ralf Schmitt, dass sich auch alle Gesellschafter, darunter auch die Rennsteiggemeinden und der Landkreis, finanziell für den Erhalt des Tropenhauses einbringen. Zudem seien Fördermittel beim Bundeskultusministerium beantragt worden. Dort sei ein Fonds für öffentliche und kulturelle Bildungseinrichtungen eingerichtet worden.

Weiterhin bezeichnet Ralf Schmitt es als ein Glück, dass die gastronomischen Abnehmer der Tropenhausfrüchte bisher "stabil" durch die Coronazeit gekommen sind. Dadurch konnten die Einnahmeverluste von Eintrittsgeldern zumindest ein klein wenig kompensiert werden.

Wie geht es nun weiter? Ralf Schmitt und die Betreiber hoffen darauf, das Tropenhaus in den Wintermonaten öffnen zu können. Mit den Masken sei es angenehmer als im Sommer. Er hofft auf eine Möglichkeit - ähnlich wie in der Gastronomie - im Rahmen eines Hygienekonzepts zumindest 26 Personen im Besucherhaus einlassen und kleinere Gruppenführungen vornehmen zu können. Denn er weiß inzwischen: "Das Tropenhaus lebt von Emotionen!"

Zudem soll, nachdem die Partnerschaft und das Forschungsprojekt mit der Universität Bayreuth in 2020 endet, im nächsten Jahr eine drei- bis vierjährige Forschung mit ausgewählten Kulturen starten. Auch hier wird wieder eine Universität als Partner mit im Boot sein. Schmitt ist zuversichtlich: "Wir sind hier auf gutem Weg, wir sind mit einer Fakultät in Kontakt!"

Das Tropenhaus "Klein Eden"

Projekt Das Tropenhaus wurde im Jahre 2013 eingeweiht. Von den über fünf Millionen Euro an Investitionskosten konnte das Regionalmanagement unter der damaligen Leitung von Willi Fehn in Zusammenarbeit mit Betreibern rund vier Millionen Euro an Fördermitteln akquirieren. Die Gelder kamen zum großen Teil aus dem Interreg-Förderprogramm. Rund 400 000 Euro gab es vom Umweltministerium. Es handelte sich dabei um ein grenzüberschreitendes Projekt, da es mit dem Unternehmen Heinz einen tschechischen Partner gab.

Betreiber ist die Klein-Eden Tropenhaus am Rennsteig GmbH. Diese besteht aus dem Verein "Rennsteig-Region im Frankenwald e.V." (60 Prozent), der Chocolate GmbH aus Ludwigsstadt (15 Prozent), der Schottischen Hochlandrinderzucht (15 Prozent), den Gemeinden Tettau, Ludwigsstadt, Teuschnitz und Steinbach (jeweils 1,5 Prozent) sowie dem Landkreis Kronach (4 Prozent).

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