Das Kronacher Schwimmbad Crana Mare ist in die Jahre gekommen und muss dringend saniert werden. Vor wenigen Monaten hat sich nun der Stadtrat für einen Ersatzneubau dieser Freizeiteinrichtung ausgesprochen. Die Kostenschätzungen dafür belaufen sich auf rund 23 Millionen Euro - ein Betrag, den die Stadt nicht stemmen kann. Nicht zuletzt deshalb lud die Kronacher SPD die oberfränkischen SPD-Bundestagsabgeordneten Anette Kramme und Andreas Schwarz für eine Besichtigung des Crana Mare ein. Sie hoffen auf Hilfe aus dem Bundesprogramm "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur!".

Stadtrat Ralf Völkl erklärte den Politikern, dass das Crana Mare im Jahr 1970 gebaut und 24 Jahre später saniert und erweitert worden sei. Mittlerweile belaufe sich das jährliche Defizit auf rund 1,1 Millionen Euro. Eine Sanierung sei dringend notwendig, da die technischen Anlagen in einem schlechten Zustand seien. Und er stellte fest: "Das Crana Mare ist die größte finanzielle Herausforderung für die Stadt Kronach!"

"Eine Mammutaufgabe"

Die geschätzten 23 Millionen Euro - hierbei sei noch keine Sauna mit berücksichtigt - entsprächen dem gesamten Investitionsvolumen der Kreisstadt für fünf Jahre, erläuterte er weiter: "Es ist eine Mammutaufgabe, die wir allein nicht stemmen können!"

Völkl sprach weiter davon, dass man daran denke, im neuen Schwimmbad das Lehrschwimmbecken, das bisher in der Realschule untergebracht ist, mit zu bauen. Dadurch kämme, was die Finanzierung betrifft, auch der Landkreis als Schulträger mit ins Boot.

"Es ist eine schöne Schwimmbadanlage mit einem herrlichen Ausblick", schwärmte Andreas Schwarz. Er riet: "Wenn ihr was macht, dann gescheit!" In diesem Zusammenhang erachtete er ein 50-Meter-Sportbecken für die Austragung von Wettkämpfen als sinnvoll.

"Land Bayern ist zuständig"

Kramme betonte, dass ein Schwimmbad zu den beliebtesten Freizeiteinrichtungen für Kinder, Jugendliche, aber auch für Erwachsene zähle. Maximal wären für die Kronacher aus dem Programm vier Millionen Euro an Förderungen möglich.

Kramme meinte aber auch, dass für die Schwimmbäder eigentlich nicht der Bund, sondern das Land Bayern zuständig sei. Sie wies zudem darauf hin, dass für das mit 600 Millionen Euro aufgelegte Bundesförderprogramm Anträge in Höhe von 2,4 Milliarden Euro vorlägen. Sie sei aber überzeugt davon, dass dieses Bundesförderprogramm verlängert werde.

Sie riet der Kronacher SPD, zunächst ein Finanzierungskonzept zu erstellen. Eventuell könnte die Stadt auch aus anderen Bundesprogrammen wie beispielsweise aus dem Klimafonds finanzielle Zuwendungen erhalten, wenn entsprechende umweltfreundliche Techniken beim Ersatzneubau berücksichtigt würden.

Andere Projekte angesprochen

Völkl nutzte aber auch die Gelegenheit, um andere Projekte anzusprechen, für die sich die Stadt Förderungen erhofft. Er nannte unter anderem den barrierefreien Umbau des Kronacher Bahnhofs. Die Planung für den Ausbau solle zwar mit Geldern aus dem sogenannten "Bayern-Paket II" finanziert werden. Allerdings sei noch nicht die Finanzierung der eigentlichen Baumaßnahme geklärt. Er verwies auf Gespräche mit Bund und Freistaat. Erst wenn hier Entscheidungen getroffen werden, sei ein Ausblick für einen weiteren Zeitplan möglich. Des Weiteren sprach Völkl den Waldumbau sowie eine verstärkte Nutzung heimischer Ressourcen und Photovoltaikanlagen an. Auch in diesen Bereichen bestehe Handlungsbedarf, der unterstützt werden sollte.

"Ihr habt die Ideen, wir schauen, ob wir was machen können", erklärte Andreas Schwarz. Sowohl er als auch Kramme schlugen vor, mit der Kronacher SPD und den Stadträten in Verbindung zu bleiben.

Für Ralf Völkl und seine SPD-Fraktion ist klar, dass es immer wichtiger wird, vorhandene Fördermöglichkeiten für die Stadt zu nutzen.