Ausgerechnet die von der CSU herausgegebene, traditionsbewusste Zeitung "Bayernkurier" steht am Anfang der Geschichte über das zukunftsorientierte Innovations-Zentrum. Im Oktober 2009 fiel Hans Rebhan ein Bericht über Visionen im oberpfälzischen Cham in die Hände. Mit knapp 17 000 Einwohnern strukturell vergleichbar mit Kronach.

"Das war in einer Zeit, in der die Aufbruchstimmung hier nicht gerade groß war", erinnert sich Rebhan, der damals gerade Vorsitzender des IHK-Gremiums Kronach wurde und etwas bewegen wollte.


Wirtschaftstage waren Anfang

Es folgten 2009 und 2011 zwei IHK-Wirtschaftstage. Dort bildeten sich Arbeitsgruppen, die wiederum die Grundidee des heutigen Innovations-Zentrums Region Kronach (IZK) prägten. Das Ziel: einen Knotenpunkt schaffen, an dem sich Unternehmen, Studierende, Schüler, potenzielle Gründer und Hochschulen vernetzen und neue Innovationen entwickeln.



Die IZK-Gründungsversammlung war am 29. November 2012. Über fünf Jahre später und mitten in einer Diskussion, ob sich im Kreis nicht zu viele Institutionen mit "Demografie" und "Wirtschaftsentwicklung" auseinandersetzen (wir berichteten), zogen die Verantwortlichen im Rahmen eines Pressegesprächs eine positive Bilanz.


Weggefährten der ersten Stunde

"Wir haben mit 22 Mitgliedern begonnen. Heute sind es 64", erläutert IZK-Vorstandssprecher Hans Rebhan. Zum "Fünfjährigen" erinnert er an Weggefährten der ersten Stunde. Rainer Kober, Vorsitzender von Kronach Creativ, Heribert Trunk, Ex-Vorsitzender der IHK Oberfranken, Michael Pötzl, 2016 verstorbener Präsident der Hochschule Coburg, Gunther Herr vom Coburger wois-Institut oder Bernd Hüttel, der bis vor Kurzem der Leiter Vorentwicklung bei Dr. Schneider war.
Unter den Mitgliedern sind öffentliche Einrichtungen wie Landkreis und Stadt Kronach, der Großteil aber besteht aus privaten Unternehmen.


Kabinett fördert Studiengang

Eine wichtige Wegmarke war im August 2013 die Ausschusssitzung des bayerischen Kabinetts auf der Festung Rosenberg. Dabei wurde der Weg für den Masterstudiengang "Zukunftsdesign" geebnet. 2017 kam dann der Campus Innovations-Kultur (CIK) hinzu.

Seit 2014 ist Hendrik Montag-Schwappacher hauptamtlicher IZK-Geschäftsführer. Ihm ist es gelungen, so viele neue Mitglieder zu generieren, dass das IZK seit 2017 wirtschaftlich ist. Eine zentrale Aufgabe war der Abbau von Berührungsängsten zwischen regionalen Mittelständlern und Hochschulen. "Da gab es schon gewisse Vorurteile. Aber wir haben die Chancen, die eine Hochschule auch für den Mittelstand bietet, greifbar gemacht", sagt Thomas Kneitz, der das IZK lange Jahre begleitet hat.

Hendrik Montag-Schwappacher benennt das Erfolgsrezept: "Manchmal hilft es schon, dass man bei einer Veranstaltung ein Gesicht zum Namen sieht." Und diese Möglichkeit bietet das Netzwerk IZK reichlich - bei Unternehmerfrühstück, Workshop oder Schulung. Daneben ist es auch Vermittler. Montag-Schwappacher: "Neulich rief die Franken-Bräu an, weil sie einen Kessel tauschen musste und wir konnten ihr kurzfristig jemanden in der Region empfehlen."


1,5 Millionen für die Forschung

Weiterhin akquiriert das IZK Fördergelder. "Durch unsere Vermittlung sind 1,5 Millionen Euro in Forschungsprojekte der Region geflossen", rechnet Montag-Schwappacher vor. Nicht zuletzt trug das IZK zur Belebung des Loewe Campus in der Industriestraße bei. Nach ihm sind dort unter anderem das Demografiezentrum Oberfranken oder der Studiengang "Zukunftsdesign" eingezogen.

Und die Zukunft? "Wir haben das IZK als angesehenen Kooperationspartner für Forschungsinstitutionen in ganz Oberfranken etabliert", zieht Hans Rebhan ein Fazit.

Das nächste Level nennen die Experten nun "netspace 1". Die Mitgliederzahl soll weiter steigen und das Netzwerk noch stärker in die angrenzenden Landkreise und auf ganz Oberfranken erweitert werden.


Die IZK-Mitglieder aus dem Landkreis Kronach


Backhaus Müller Stockheim / Locker Korbwaren Küps / Datex Perfekt, Mitwitz-Neundorf / Delfingen DE, Marktrodach / Detektor, Kronach / Dr. Schneider Unternehmensgruppe, Neuses bei Kronach / Fernwasserversorgung Oberfranken, Kronach / Franken-Bräu, Mitwitz / Gerresheimer, Tettau / BRK-Kreisverband, Kronach / GSD-Software, Neukenroth / HAWA GmbH, Reichenbach / Hans Weber Maschinenfabrik, Kronach / Heinz Glas, Kleintettau / Helios Frankenwaldklinik, Kronach / Hering`s Büro, Kronach / Horst Scholz GmbH & Co, Kronach-Gundelsdorf / Kanzlei Wittmann Rechtsanwälte, Kronach/Erfurt / KKT Kautschuk-Kunststoff-Technik, Pressig / Kober Porzellan, Steinwiesen / Kotschenreuther Fahrzeugbau, Wallenfels / Stadtentwicklungs GmbH, Kronach / Landkreis Kronach / Lauenstein Confiserie / Loewe Technologies, Kronach / Lorenz-Kaim-Schule, Kronach / Max Frank GmbH, Pressig / MTA-Prototyping, Nordhalben / Otto Mühlherr Baugesellschaft, Küps-Tüschnitz / Quarzsandwerke, Weißenbrunn / Rauh GmbH&Co. Blechwarenfabrikations, Küps / Rauschert, Steinbach am Wald / Rebhan Werkzeugbau, Kronach / Schloss Mitwitz / Schneider Qualitätsmanagement, Kronach / SITEC Security, Weißenbrunn / Sparkasse Kulmbach-Kronach / SSE Verwaltungs-GmbH, Kronach / Stadt Kronach / Waltec Maschinen, Steinberg / Werkzeugbau Karl Krumpholz, Kronach / Wiegand-Glas, Steinbach am Wald / WOCO Kunststoffwerk, Kronach / Wirtschafts- und Strukturentwicklungsgesellschaft, Landkreis Kronach / Zitzmann Formenbau, Tettau


Die IZK-Mitglieder außerhalb des Landkreises Kronach


Krüger/Väth Personal- und Unternehmensberatung, Kulmbach / INNOCEPT Engineering, Breitengüßbach / i-gb Initiative Gesunder Betrieb, Bayreuth / Hochschule für angewandte Wissenschaften, Coburg / Bilog-Warenhotel Scheßlitz / Diez Fördertechnik und Systeme, Sonneberg / Lehrstuhl Polymere Werkstoffe, Universität Bayreuth / M. Münch Elektrotechnik, Rugendorf / Neue Materialien GmbH, Bayreuth / Obeck Verpackungen, Föritz / Röchling Medical GmbH&Co. KG, Mannheim / Unternehmensberatung Wimmer, Hochstadt am Main / VA Verkehrsakademie, Kulmbach / Valeo, Paris / Neuses bei Kronach / W.O.M World of medicine, Berlin / Reichenbach / Wodzak-Littig Personalberatung, Bayreuth/Coburg / Zirbs Verpackungen, Untersteinach