Die Hochschule als Teilzeitmodell


Seit März 2016 ist der Loewe Campus an der Industriestraße Lernort der Hochschule Coburg. 91 Menschen studieren dort momentan im Masterstudiengang "Zukunftsdesign". 2018 wird es die ersten Absolventen geben.


Interdisziplinär und heterogen

Wer dabei ausschließlich an junge Leute denkt, die nach der Schulzeit ins Leben starten, liegt nicht ganz richtig. "Die jüngste Studentin ist 23, der älteste 63 Jahre alt", erläutert Studiengangsleiter Christian Zagel

Nicht nur die Altersstruktur ist heterogen, die Studenten haben auch die unterschiedlichsten Vorbildungen. Zagel: "Vom Unternehmer, der 200 Menschen unter sich hat, bis zur jungen Sozialtherapeutin ist alles dabei." Die einzige Voraussetzung: ein abgeschlossenes Studium, wobei Fachrichtung und Abschlussart keine Rolle spielen.

Zeitlich ist die Ausbildung als Teilzeitstudium angelegt. Insgesamt gibt es pro Semester sieben Termine. Dreimal trifft man sich von Donnerstag bis Samstag, viermal Freitag und Samstag.
"Wir wollen kein typisches Lernformat sein, sondern viel mit Diskussionen und Praxis vermitteln", sagt Zagel. Großen Raum nimmt die Projektarbeit ein. Die Themenbereiche, an denen jeweils fünf bis acht Studenten und ein Coach arbeiten, sind vielfältig. Derzeit reicht das Spektrum von der Frage, wie sich leer stehende Räume wieder beleben lassen bis zur richtigen Konzeption einer Konferenz. "Wir wollen die Aufgabenstellungen aus der Distanz betrachten und dadurch neu angehen", sagt Zagel über die Vorgehensweise.


Von Camping bis Jugendherberge

Die Teilnehmer kommen teilweise aus der Region, viele reisen aber aus ganz Deutschlands an. "Manche campen in der Industriestraße, andere mieten sich größere Wohnungen zusammen, andere schlafen in der Jugendherberge auf der Festung", berichtet Zagel.

In diesem Punkt, so IZK-Vorstandssprecher Hans Rebhan, müsse man noch Verbesserungen schaffen. "Um eine Nachhaltigkeit in den Studiengang zu bekommen und auch mehr Studenten die Region schmackhaft zu machen, braucht es einen Treffpunkt, an dem Studierende Gemeinschaft pflegen und mit Unternehmern in Kontakt kommen können."


Gründer von morgen gesucht


"Bedarf und Lösung zueinander bringen", sagt Thomas Kneitz über eine seiner Aufgaben als Geschäftsführer des Centrums für Innovationskultur (CIK). Es besteht am Loewe Campus seit 2017 und ist die neueste Organisation, die im Zusammenhang mit dem Innovations-Zentrum für die Region Kronach (IZK) entstand.

Das Projekt soll sich sowohl um die Gründerszene als auch um bereits bestehende Unternehmen kümmern und hat dabei den Anspruch, in der Fläche zu wirken. Kneitz hält Schülerseminare in Kronach, Stockheim, Windheim und Teuschnitz ab. In Teams von zwei bis sechs Teilnehmern sollen zukünftige Gründer herausgebildet werden.

Eine weitere Kernaufgabe des CIK ist die Unterstützung derjenigen, die bereits dabei sind, zu gründen. "Wir sind ein Begleiter, auch über die Gründung hinaus", sagt Kneitz.
Zusätzlich kümmert sich das CIK auch um das Zusammenbringen von Gründern und Firmen und unterstützt bereits etablierte Firmen bei Projekten oder der Firmenübernahme.
Die Finanzierung des CIK gliedert sich wie folgt auf: Das bayerische Wirtschaftsministerium zahlt 750 000 Euro an Fördergeldern, wenn der gleiche Anteil von privater Seite dazukommt.

Die Kreisunternehmen Rauschert, Dr. Schneider und Wiegand-Glas geben zusammen 350 000 Euro. Über die Rainer Markgraf-Stiftung fließen 250 000 Euro und 150 000 Euro sind durch die CIK-GmbH in fünf Jahren als Eigenmittel zu erwirtschaften.