In Corona-Zeiten, in denen viele Kommunen den Gürtel enger schnallen müssen, ist es gut, wenn man Rücklagen hat, um auch größere Projekte durch- oder weiterführen zu können. Der Markt Großlangheim kann aufgrund von finanziellen Reserven die Erweiterung des Kindergartens zu Ende bringen und den Abwasseranschluss an die Kitzinger Kläranlage in Angriff nehmen. VG-Kämmerin Antje Teutschbein trug in der Ratssitzung am Dienstagabend im Kulturhaus die wesentlichen Punkte des Großlangheimer Haushaltes 2021 vor, er wurde ebenso wie die Satzung einstimmig verabschiedet. "Insgesamt ist die finanzielle Lage unter Berücksichtigung der bereits begonnenen oder fest vorgesehenen Projekte sehr erfreulich und noch gut finanzierbar."

Zur Finanzierung des diesjährigen Haushaltes muss keine Kreditaufnahme erfolgen, dagegen wird in den Jahren 2022 und 2023 die Rücklage bis zur Mindestrücklage aufgebraucht, "im Jahr 2024 kommt es erneut zur Rücklagenzuführung, "sofern die Maßnahmen wie geplant vollzogen werden". Die Kämmerin betonte, dass wie in den Vorjahren auch 2021 die Investitionen so geplant wurden, dass ein ausgeglichener Haushalt besteht, "Rücklagen werden in Höhe von knapp 330 000 Euro entnommen und der Markt profitiert einmal mehr von den Geschicken seiner Gremien, Vertreter, dem Engagement der Arbeitskreise und der günstigen Förderpolitik, eine Kombination, die sich auszahlt".

Schuldenfreiheit bewahrt

Als "entscheidend" bezeichnete die Kämmerin die Tatsache, dass Großlangheim seit Jahren seine Schuldenfreiheit bewahren kann "und dennoch weit reichende Entwicklungsmaßnahmen durchführen konnte".

Das Gesamtvolumen des diesjährigen Langemer Haushaltes liegt bei 4 230 216 Euro (Vorjahr 5 210 797), wovon 2 745 266 Euro auf den Verwaltungs- und 1 484 950 Euro auf den Vermögenshaushalt entfallen (2020: 2 502 000). Gestiegen ist die Steuerkraft, die jetzt bei 873 Euro pro Kopf liegt, damit liegt Großlangheim auf Platz zwölf der 31 Landkreisgemeinden, der Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden liegt bei 931 Euro.

Wichtigste Einnahmen im Verwaltungssektor sind der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer (1 002 760 Euro), die Schlüsselzuweisungen (419 380 Euro), Gewerbesteuer (235 000 Euro), deren weitere Entwicklung "schwer einschätzbar" sei, Grundsteuer B (91 250 Euro), Einkommensteuerersatzleistungen (74 740 Euro), Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer (42 037 Euro), Grundsteuer A (16 750 Euro), Grunderwerbssteuer (9000 Euro) und die Hundesteuer (1500 Euro). Diesen Beträgen stehen im Ausgabenbereich die Kreisumlage (692 690 Euro), VG-Umlage (225 000 Euro), Schulverbandsumlage (106 400 Euro) und die Gewerbesteuerumlage (25 700 Euro) gegenüber. Einen Tiefstand hat in diesem Jahr die Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt, die bei rund 75 000 Euro liegt, während sie im Rekordjahr 2018 gut 690 000 Euro betrug.

Erweiterung des Kindergartens

Der Vermögenshaushalt hat sich im Vergleich zum Vorjahr um über eine Million Euro reduziert "und deshalb sind neben vielen Investitionen und Restzahlungen für im Vorjahr getätigte Ausgaben die Ausgaben dieses Haushaltes dem zur Verfügung stehenden Kapital angepasst". Größter Brocken ist die Erweiterung des Kindergartens durch Um- und Ausbau des ehemaligen Josefsstifts mit 915 000 Euro. 200 000 Euro sind für die Planungskosten des Abwasseranschlusses an die Kitzinger Kläranlage angesetzt und der Erwerb von Grundstücken, baulichen Anlagen und unbebauten Grundstücken schlägt mit rund 100 000 Euro zu Buche, für Planungskosten und Tiefbaumaßnahmen im Bereich "Am Kalkofen" stehen 49 000 Euro in der Liste und für verschiedenen Pflasterarbeiten sind rund 45 000 Euro und für Parkplätze 16 500 Euro angesetzt.

Ansonsten stehen nach Aussage von Bürgermeister Peter Sterk verschiedenste kleinere Projekte wie Straßeneinläufe, Spielplätze, Panoramaweg, Überdachung von Bildstöcken, Gartenhaus im Kinderspielplatz, Wasserrohrbrüche, Spülungen des Kanalsystems oder Gehsteigregulierung bei der Firma Fehrer auf dem Programm. Der Bürgermeister kündigte auch Gedanken zu einem neuen Bau- und Gewerbegebiet an und verwies auf gestiegene Personalkosten im Kindergarten aufgrund der Erweiterung.

Mit herzlichen Worten bedankte er sich bei Kämmerin Antje Teutschbein, "die es wieder geschafft hat, mit manchen Unwägbarkeiten fertig zu werden und einen ausgeglichenen Haushalt wie sonst zu präsentieren". Die Ratsrunde dankte mit Beifall.