Nach vielen Berechnungen und Gesprächen zwischen allen Beteiligten steht in Eltmann nun die Kindergarten-Konzeption für die kommenden Jahre. In der letzten Sitzung vor der Sommerpause saßen Stadtrat, Kindergartenleitungen und Elternvertreter noch einmal zusammen, und das Ergebnis erläuterte Bürgermeister Michael Ziegler (CSU) nun in einem Gespräch mit unserem Portal.

Die Platznot ist akut, vor allem bei den Krippenplätzen. Deshalb wird kurzfristig ein Container am städtischen Kindergarten in Eltmann aufgestellt. Solche Container sind möbliert und klimatisiert. "Die Aufenthaltsqualität ist dort genauso gut wie in einem konventionellen Gebäude", erklärt Michael Ziegler, der sich unter anderem die Container in Wonfurt angeschaut hat.

Gleichzeitig kommen die Eltmanner Kinder ein Jahr früher an die Schule. Die Vorschulkinder ziehen nämlich aus den Kindergärten aus und bekommen neue Räume an der Grundschule. Hier wurden vor dem Bau der großen Mensa Räume für die Mittagsbetreuung beziehungsweise das Mittagessen der Grundschüler umgebaut, die einen eigenen Eingang und eigene Toiletten besitzen. "Hier können wir sehr schnell eine sehr schöne und den Vorschriften entsprechende Umgebung für die Vorschüler schaffen, die damit auch ihren ersten Schritt in Richtung Schule machen. Die Kindergartenaufsicht war von dieser Lösung jedenfalls sehr angetan", so Michael Ziegler, passt sie doch in das Konzept "Soft Step"; dieses Konzept soll den Übergang von Kindergarten zur Schule erleichtern.

So schafft sich die Stadt die nötige "Luft" für die Planung und den Bau eines komplett neuen Kindergartens. Die fünfte Kindertagesstätte der Stadt entsteht auf einem Grundstück an der Dr.-Georg-Schäfer-Straße in Eltmann, auf dem sich jetzt in einem Teilbereich ein Spielplatz befindet. Die nagelneuen Spielgeräte wurden bereits so ausgewählt, dass sie mit dem geplanten Bauvorhaben korrespondieren und bei Bedarf für die Bauzeit abtransportiert werden können.

Zwei städtische (Eltmann und Weisbrunn) und zwei caritative Kindertagesstätten (Sankt Maria in Limbach und Sankt Josef in Eltmann) gibt es in der Wallburgstadt. "Wir haben eine Bedarfsanalyse für alle vier Einrichtungen gemacht und für die kommenden Jahre einen enorm gestiegenen Bedarf sowohl in den Kinderkrippen als auch in den Kindergartengruppen ermittelt", so Michael Ziegler. Seit Jahren sind die Geburtenraten in Eltmann stabil hoch; deutlich über 40 Kinder kommen jährlich zur Welt.

Immer mehr Familien fragen Betreuungsplätze schon vor dem dritten Geburtstag an, also Krippenplätze. Die sind mittlerweile in allen Einrichtungen so gut wie belegt. Bei den Regelgruppen behilft man sich derzeit noch mit Ausnahmegenehmigungen; "aber das ist ja keine Dauerlösung", so Michael Ziegler.

Aber natürlich muss der Stadtrat vor einer Investition von einigen Millionen Euro für einen neuen Kindergarten überlegen, ob die Räume nicht in wenigen Jahren wieder leer stehen. "Wir haben viel diskutiert, uns mit dem Personal und den Eltern ausgetauscht und für den Neubau entschieden", so Ziegler. Natürlich können die Geburtenraten wieder sinken, doch im Gegenzug wird der Bedarf an Krippenplätzen steigen, weil immer mehr Mütter nicht bis zum dritten Geburtstag ihres Kindes die Berufstätigkeit unterbrechen können. "Und dann gibt es ab 2025 ja auch den gesetzlichen Anspruch auf eine Hort-Betreuung für alle Grundschüler, erklärt der Bürgermeister. Das Eltmanner Konzept ist so gestrickt, dass es flexibel auf den Bedarf der unterschiedlichen Altersklassen angepasst werden kann.

"Unser oberstes Ziel ist dabei, unsere jungen Familien zu unterstützen, damit sie Familie und Beruf gut unter einen Hut bekommen und die Kinder in einem guten Umfeld und mit bester Betreuung aufwachsen", so Ziegler. Die Container sind schon bestellt, die neue Heimat der Vorschulkinder wird auch im Herbst zur Verfügung stehen, und der Neubau mit zwei Krippen- und zwei Regelgruppen soll im Kindergartenjahr 2022/23 fertig sein, wünscht sich das Stadtoberhaupt. Nach der Sommerpause wird der Stadtrat intensiv in die Planungen einsteigen.