Bürgermeister Matthias Bäuerlein hatte zur Erläuterung der Berechnungsgrundlage Michael Schulte vom gleichnamigen Fachbüro eingeladen. Die Fachleute von Schulte haben die Gemeinde von Beginn an dabei unterstützt, die Grundlagen für die Berechnung der Herstellungsbeiträge zu ermitteln.

Das wurde der Bevölkerung dann auch in drei großen Infoveranstaltungen vermittelt. Weil ein Großteil des Gemeinderatsgremiums damals noch nicht im Amt war, erläuterte Schulte den rechtlichen Rahmen nochmals, in dem sich eine Gemeinde bei dieser Ermittlung bewegt.

Bürgermeister Matthias Bäuerlein erinnerte daran, dass die erste Ausschreibung der Umbaumaßnahmen ein so erschreckend hohes Ergebnis brachte, dass der Gemeinderat die Ausschreibung aufhob, die Anlage umfassend umplanen ließ und dann mit über einem Jahr Verspätung in die Umsetzung ging. Die Umplanungen bedeuteten zwar massive Einsparungen, doch die Verzögerung hatte wiederum Kostensteigerungen zur Folge. Deshalb wird die Schlussrate etwas höher ausfallen als vor fünf Jahren berechnet.

Die Kosten beliefen sich schließlich auf 85 910 Euro für die Mischwasserbehandlung und 1,73 Millionen Euro für die Kläranlage. Diese Kosten werden zu 100 Prozent über Verbesserungsbeiträge, nicht über die Abwassergebühr, finanziert.

Schulte erläuterte das Verhältnis von Grundstücks- und Geschoßflächen, zwischen Straßenentwässerung, Schmutzwasser und Niederschlagswasser. Für die Grundstücksfläche, über die das Niederschlagswasser abgerechnet wird, bleibt der Faktor pro Quadratmeter bei 14 Cent, wie in den ursprünglichen Berechnungen. Der Beitrag pro Quadratmeter Geschoßfläche (für den Schmutzwasseranteil) erhöht sich hingegen von 3,13 auf 3,66 Euro. Schulte zeigte einige Berechnungen auf: Ein Anwesen mit 700 Quadratmetern Grundstücks- und 300 Quadratmetern Geschossfläche hätte dann insgesamt 1193 Euro an Verbesserungsbeiträgen zu zahlen, bei 1500 Quadratmetern Grundstück und 500 Quadratmetern Geschoßfläche wären es 2034 Euro. Auf der Basis der Endabrechnung müssen Verwaltung und Gemeinderat eine Satzung erlassen und die Bescheide mit den Schlussraten versenden.

Beleuchtung: große Lösung

In der März-Sitzung hatte der Gemeinderat beschlossen, die gesamte Straßenbeleuchtung in Rauhenebrach mit insgesamt rund 500 Brennstellen auf LED-Technik umzustellen. Das sollte nach dem derzeitigen Angebot knapp 70 000 Euro kosten. In der Diskussion kristallisierte sich jedoch die Auffassung heraus, nicht nur die Leuchtmittel, sondern die kompletten Köpfe der vorhandenen Peitschenleuchten auszutauschen, damit die Umrüstung komplett und die Ausleuchtung unverändert gewährleistet ist.

Diese "große Lösung" ist erwartungsgemäß teurer, das Angebot der Bayernwerk Netz GmbH beläuft sich auf 100 444 Euro, wie Bäuerlein erläuterte. Auch der neue Gemeinderat war der Meinung, dass man eine komplette Umstellung in Auftrag geben sollte.

Gut im Zeitplan liegen die Bauarbeiten in der derzeit gesperrten Obersteinbacher Straße. Der Gemeinderat vergab in der Sitzung bereits den Auftrag für die Lieferung von Pflastersteinen für die Gestaltung der Randbereiche. Nachdem derzeit Wasserleitung und Kanal erneuert werden, wird die Straße selbst vom Landkreis, Gehsteig und Nebenflächen von der Gemeinde neu ausgebaut.

Kein Brunnen für Fischzucht

Nicht zustimmen wollte der Gemeinderat dem Anliegen eines Teichbesitzers in Fürnbach, der für seine private Fischzucht einen Brunnen bohren möchte. Dieser Brunnen läge nur rund 240 Meter entfernt von den gemeindlichen Trinkwasserbrunnen. Der Gemeinderat sorgte sich um die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung. Vor allem wurde die Notwendigkeit des Brunnens in Frage gestellt.

Den Wasserbedarf daraus begründete der Teichbesitzer nämlich damit, dass er in einem Becken in einem der beiden Weiher Forellen ziehen möchte, während sich im eigentlichen Weiher die verschiedensten Fischarten entwickeln sollen. Diese Arten kommen alle mit der üblichen Erwärmung von Teichen im Sommer zurecht, die Forellen jedoch, die eigentlich kühle Fließgewässer bevorzugen, bräuchten die Zufuhr von kühlem Wasser. Im Gremium war man nach ausgiebiger Diskussion der Meinung, dass man den Fischbesatz eben an die Gegebenheiten des Teiches anpassen würde. Genehmigt wird der Antrag zwar auf anderer Ebene, der Gemeinderat jedoch verweigerte seine Zustimmung.