Er ist ein Trompeter mit Leib und Seele. Peter Seifert aus Maroldsweisach ließ am Sonntag zum 30. Mal seine Trompete von seinem Balkon an der Hauptstraße unterhalb des Rathauses der Marktgemeinde Maroldsweisach erklingen.

Der Aufruf, in Zeiten der Corona-Pandemie Musik vom Balkon erklingen zu lassen, kam vom Nordbayerischen Musikbund, dem Dachverband der hiesigen Blaskapellen. "Das habe ich als Musiker der ,Weisachtaler Blasmusik' aufgegriffen und am 22. März erstmals von meinem Balkon aus gespielt", schildert der 59-Jährige, der als Selbstständiger eine kleine Druckerei in Untereßfeld, einem Stadtteil von Bad Königshofen im Landkreis Rhön-Grabfeld, betreibt.

Am Sonntag strömten die Lieder des Trompeters zum 30. Mal von seinem Balkon aus in den Abendhimmel und in die Straßen von Maroldsweisach. Eines der Lieder, die Seifert spielte, war "Chatanooga Choo Choo" von Glenn Miller.

Bei seinem "kleinen Jubiläum" hatte er auch etwa 30 Zuhörer, die sich auf dem Parkplatz der Gemeinde Maroldsweisach zwischen dem Rathaus und seinem Anwesen eingefunden hatten. Eine der Zuhörerinnen war Heike Freß. Sie sagte: "Ich finde es gut, dass der Peter nun schon über Monate hinweg regelmäßig von seinem Balkon aus seine Trompete erklingen lässt und damit an die Pandemie erinnert, von der wir alle hoffen, dass sie bald beherrscht werden kann."

Peter Seifert spielt seit seinem siebten Lebensjahr Trompete. Gelernt hat er dieses Musikinstrument beim Spielmannszug in Untereßfeld, wo Gerhard Leisentritt, der heute in einem Stadtteil von Zeil lebt, als Junglehrer unterrichtet hatte. Leisentritt wurde später Kreisvorsitzender des Nordbayerischen Musikbundes und ist heute Ehrenvorsitzender im Kreisverband Haßberge.

Bei den "Weisachtalern" in Maroldsweisach spielt Peter Seifert seit 1987. Er wurde schon vom Nordbayerischen Musikbund für 50 Jahre aktiven Blasens geehrt. Weiter fungiert Seifert, wie er sagt, als "Turmbläser" seit etwa 15 Jahren in Bad Königshofen.