Seit vier Monaten ist der neue Gemeinderat Rauhenebrach im Amt, jetzt gibt es bereits einen Wechsel. CSU-Gemeinderat Alexander Leicht, 2014 noch Bürgermeisterkandidat, erklärte seinen Rücktritt und das Gremium nahm diesen Rücktritt in seiner Sitzung am Dienstagabend zur Kenntnis. Am 15. September ist die nächste Gemeinderatssitzung, dann wird Bürgermeister Matthias Bäuerlein (FW) den nachrückenden Sebastian Hirt aus Untersteinbach im Amt vereidigen.

Als neue Mitglieder im Gremium empfing Matthias Bäuerlein die Ortssprecher Patrick Simon für Fabrikschleichach und Karbach sowie Christian Karbacher für Obersteinbach. Karbach und Fabrikschleichach wurden in den vergangenen zwölf Jahren von Rosemarie Keller als Ortssprecherin vertreten. Für ihre ausgesprochen aktive Mitarbeit dankte ihr Bürgermeister Matthias Bäuerlein. Rosemarie Keller habe wichtige Akzente gesetzt auch im Amt der Senioren- und Behindertenbeauftragten, das sie gemeinsam mit Ludwig Popp ausgeführt hatte, lobte Bäuerlein.

Beide gehören nun nicht mehr dem Gremium an, und in der Sitzung am Dienstag fragte der Bürgermeister erneut, wer aus dem Gemeinderat diese Funktion übernehmen möchte. Bisher hat sich niemand gefunden. Rosemarie Keller ermutigte die Gremiumsmitglieder: "Wir haben sehr viel Unterstützung aus den Seniorenkreisen erhalten. Das ist wirklich eine schöne Aufgabe".

Zahlreiche Bauanträge wurden ohne große Diskussion an das Landratsamt weitergeleitet. Mit einem Vorhaben in Fabrikschleichach hatte sich der Gemeinderat schon einmal beschäftigt: Hier möchte ein Paar gerne am östlichen Ortsrand ein Tiny-House errichten. Allerdings liegt das Grundstück im Landschaftsschutzgebiet und müsste auf Antrag der Gemeinde aus dieser Schutzkulisse herausgenommen werden. Bürgermeister Matthias Bäuerlein hat diesbezüglich mit der Unteren Naturschutzbehörde (Landratsamt) gesprochen, die das Anliegen den Angaben zufolge als unproblematisch ansieht. Das Ansinnen des Bürgermeisters, auch jenseits des Weges eine weitere Fläche aus dem Schutzgebiet zu nehmen, stieß nicht auf Widerstand. So hätte man eventuell noch eine weitere Baufläche für Fabrikschleichach. Bäuerlein informierte, dass von den drei noch vorhandenen Bauplätzen in dem Gemeindeteil kürzlich zwei verkauft wurden. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, einen Antrag auf Herausnahme aus dem Landschaftsschutzgebiet für eine Fläche von rund 2300 Quadratmetern zu stellen.

In einem klassischen Dilemma befindet sich der Gemeinderat beim Antrag einer Firma, in der Flur in Prölsdorf fünf Jahre lang eine Erdaushubdeponie zu betreiben. Ausschließlich unbelasteter Erdaushub soll dazu verwendet werden, ein Hanggrundstück besser landwirtschaftlich nutzbar zu machen. Der Eigentümer möchte seinen Biohof entwickeln und dort eine Schweinehaltung installieren. Mit der Deponie, vor allem mit der Zufahrt dorthin hat jedoch die Mehrheit im Gemeinderat ein Problem. Die Flurbereinigungswege, die dorthin führen, seien der Belastung sicherlich nicht gewachsen, wurden sie doch für lediglich fünf Tonnen Achslast ausgebaut, erfuhr der Gemeinderat.

Gleichzeitig soll dem jungen Landwirt die Entwicklung nicht verbaut werden. Bürgermeister Matthias Bäuerlein will daher mit dem Eigentümer reden, ob seine Schweinehaltung nicht auch auf einem anderen Grundstück möglich wäre. Die Entscheidung über die Zufahrt muss der Gemeinderat allerdings in der nächsten Sitzung fällen, kündigte er an. Der eigentlichen Deponie haben bereits alle Fachbehörden zugestimmt. Weil aber auch die Erschließung zu einer Genehmigung gehört, liegt das Heft des Handelns jetzt im Rathaus.

Derzeit werden in Rauhenebrach die Orte Obersteinbach und Falsbrunn sowie die Aussiedlerhöfe mit Glasfaseranschluss direkt ins Haus versorgt. Weil diese Technik in den nächsten 15 Jahren zum Erschließungsstandard in ganz Rauhenebrach werden soll, schlug der Bürgermeister vor, sich auch für das nächste Förderverfahren "Gigabit-Infrastruktur für Bayern" zu bewerben, und zwar als interkommunales Projekt gemeinsam mit Oberaurach. Dem stimmte der Gemeinderat zu.

Im Zuge der Corona-Situation mit Homeschooling war es möglich, insgesamt rund 50 000 Euro an Fördermitteln für die digitale Ausstattung der Grundschule in Untersteinbach abzurufen und direkt umzusetzen. Der Gemeinderat gab sein Einverständnis.