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Haßfurt
Ekel

In der Schule ist der Wurm drin

Schreck in der Morgenstunde: Aus den Hohlräumen einer Decke im Schulzentrum in Haßfurt fielen Maden ins Klassenzimmer. Der Kammerjäger und die Putzkolonne mussten ran. Die Ursache des Befalls ist noch unklar.
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Hier ist der Wurm drin: Das Schulzentrum gleicht seit Jahren eine Großbaustelle. Teile werden saniert, andere Trakte abgerissen. Fotos: gf/privat
Hier ist der Wurm drin: Das Schulzentrum gleicht seit Jahren eine Großbaustelle. Teile werden saniert, andere Trakte abgerissen. Fotos: gf/privat
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Außen hui, innen pfui? Das ist vielleicht ein wenig überspitzt formuliert - aber so recht passt das, was Schüler einer achten Klasse der Realschule in einem der alten Klassenzimmer erlebt haben, nicht zur edlen Fassade der bereits sanierten oder neu gebauten Trakte des Gebäudekomplexes.

In der Schule ist tatsächlich der Wurm drin: Wie unsere Redaktion erfahren und der Rektor der Realschule, Hartmut Hopperdietzel, auf Nachfrage ohne Zögern bestätigt hat, bekamen die Schüler unerwünschten Anschauungsunterricht in Biologie: Von einer Decke in einem der alten Klassenzimmer fielen Maden auf den Boden und die Tische - so stellt sich den Start in den Schultag keiner vor ...

Aus einem Hohlraum

Weil derlei Biologie im Haus nicht nur eklig ist, sondern potenziell gefährlich für die Gesundheit sein könnte, wurden die Schüler in ein anderes Zimmer gebracht und der befallene Raum vorsorglich abgesperrt. Die Schule beauftragte einen professionellen Schädlingsbekämpfer (Kammerjäger), die Maden zu beseitigen.

Laut Hopperdietzel stammen die Maden aus dem Hohlraum der abgehängten Decke. Die Konstruktion ist bei vielen Büroräumen und im öffentlichen Bau gängig: An die eigentliche (Beton)decke wird eine Tragkonstruktion gehängt und an der wiederum eine Verkleidung, in der Regel aus leichten Faserplatten, befestigt. Der entstehende Hohlraum nimmt dann die Haustechnik auf: Stromleitungen und Lüftungsanlagen werden dort verlegt.

Suche nach der Ursache

Deshalb können die Leichtbaudecken auch problemlos entfernt werden, da die Technik für Wartung und Reparatur zugänglich sein muss. "Das half natürlich auch bei der Suche nach dem Grund für den Maden-Befall", sagt der Schulleiter. Nach seinem Kenntnisstand handelte es sich um Fliegen- oder Käferlarven, die sich während der langen Sommerferien ungestört in den Faserplatten der Deckenverkleidung eingenistet hatten. "Das war sicher kein appetitlicher Anblick, aber eine Gesundheitsgefahr ist damit nicht verbunden", sagt Hopperdietzel. Am Dienstag konnte das Klassenzimmer wieder genutzt werden.

Zwar handelt es sich bei dem Schulzentrum in Haßfurt nicht um einen Holzbau, dass aber trotzdem und im übertragenen Sinn "der Wurm drin ist", liegt an seinem Alter: 1975 gebaut, ist der Beton-Koloss seit Jahren eine Großbaustelle. Ein Bauteil nach dem anderen wird saniert und vor allem energetisch auf den neusten Stand gebracht, marode Trakte werden abgerissen und durch Neubauten ersetzt.

Nicht ganz dicht

Zu den Schwachstellen des Baus aus den 70er Jahren gehören die riesigen Flachdächer, deren Folien-Abdeckung nicht nicht zu bekommen ist. Wiederholt hat es Wasserschäden gegeben; in dem Trakt, der das Hauptgebäude der Schule mit der Turnhalle verbindet, fielen deshalb vor einigen Jahren Teile der Deckenverkleidung herab.

Wegen des schlechten und nicht mehr zeitgemäßen Bauzustandes investiert der Zweckverband Schulzentrum, den der Landkreis Haßberge und die Stadt Haßfurt gemeinsam bilden, knapp 60 Millionen Euro in die Generalsanierung.

Die Großbaustelle mit ihrem Lärm und Schmutz ist eine Dauerbelastung für Schüler und Lehrer; um sicher zu gehen, dass kein Gesundheitsrisiko besteht, lässt die Schulleitung die Raumluft regelmäßig untersuchen, vor allem auf Schimmelsporen. Bislang stets negativ, sagt Hartmut Hopperdietzel: Maden schon mal, Schimmel nein.

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