Kein Glück mit amtlichen Stellungnahmen hatte der Eltmanner Bauausschuss in seiner November-Sitzung am Montag: Für den geplanten Funkmast in Eltmann muss ein neuer Standort her, der Reitplatz mitten in Lembach darf entstehen, und das Statement zum Versuch, die Verkehrssituation an der Einfahrt ins neue Limbacher Siedlungsgebiet sicherer zu gestalten, sorgte beim CSU-Fraktionsvorsitzenden Joachim Stark sogar für einen emotionalen Ausbruch.

Die Einmündung ins Siedlungsgebiet "Sandwühl" in Limbach erforderte auf der Staatsstraße Limbach-Sand eine Linksabbiegerspur. Damit verschob sich auch der Geh- und Radweg näher zur Bebauung. Das Ergebnis ist nun, dass die Stützmauer eines Grundstücks die Sicht bei der Ausfahrt aus dem Siedlungsgebiet behindert. Den Radweg nochmals zu verschwenken, müsste die Stadt bezahlen, ließ das Staatliche Bauamt Schweinfurt wissen. Dann müsste aber auch die Verkehrsinsel in der Einmündung verlegt werden.

Angesichts der Kosten für bauliche Veränderungen machte die Stadtverwaltung den Vorstoß, ob mit einem Stop-Schild eine Verbesserung erreicht werden könnte. Dieses Verkehrszeichen darf die Stadt nur mit Genehmigung aufstellen - und die Genehmigung gibt es nur an einem Unfallschwerpunkt, so die Stellungnahme aus dem Landratsamt. Unfälle seien hier aber noch nicht passiert, hieß es.

Diese Auskunft sorgte bei Stadtrat Joachim Stark für Empörung, der sich andere Mitglieder des Gremiums anschlossen. "Da krieg' ich Gänsehaut", erklärte Fabian Hümmer und Uli Pfuhlmann ergänzte: "Dann müssen wir das Regenrückhaltebecken daneben ja auch nicht einzäunen, bevor jemand ertrinkt." Solche Aussagen vom Landratsamt seien "ein Skandal", rügte Joachim Stark. Er erinnerte an die Einmündung zwischen Dippach und Lembach, wo "erst ein Motorradfahrer sterben musste, bis ein Bagger anrückte und ratzfatz die Böschung abgebaggert hat. Dass es dort unübersichtlich ist, haben wir immer wieder angemahnt, aber es ist ja vorher nichts passiert."

Bürgermeister Michael Ziegler (CSU) will nun nochmals mit dem Staatlichen Bauamt Kontakt aufnehmen, ob die Behörde nicht für mehr Verkehrssicherheit sorgen kann. Beinahe-Unfälle habe es nämlich schon einige an dieser Stelle gegeben, berichteten Stadtratsmitglieder.

Auch zum geplanten Reitplatz in Lembach hat der Bauausschuss eine feste Meinung: Der ist rein rechtlich zwar zulässig, aber die Beschwerden aus der Bevölkerung werden wohl kommen - und die Prügel werden dann Bürgermeister und Stadträte bekommen, nicht das Landratsamt. Wohl wissend, dass das Amt in Haßfurt den Beschluss ersetzen und den Reitplatz genehmigen wird (mit Auflagen bezüglich Mistlagerung, Abständen zur Wohnbebauung und Begrenzung der Tierzahl), verweigerten alle Bauausschussmitglieder - außer Bürgermeister Michael Ziegler - dem Vorhaben erneut die Zustimmung.

Schon erwartet hatte die Stadt das Veto der Denkmalschutzbehörde gegen einen Mobilfunkmast im Umgriff der Wallburg. Der Standort dort ist ideal, um das Funkloch im Bereich Weingartenstraße und der Straße "In den Weingärten" zu versorgen, weil von der Höhe der Wallburg direkt in das tief eingeschnittene Tal in Richtung Steigerwald gesendet werden kann. Um den Blick auf die Wallburg nicht zu schmälern, sei aber der Mast möglichst 400 Meter abzurücken, wurde gefordert. Das Landratsamt schlug eine Fläche am Regenrückhaltebecken des neuen Baugebiets "Am Hahn II" vor. In der Nähe der Realschule wäre auch ein passendes Grundstück, das aber bisher wegen der Nähe zur Bebauung verworfen wurde. Mit der Deutschen Funkturm GmbH soll nun besprochen werden, ob ein Standort beim Hackschnitzelheizwerk oder am Öhrberg die Versorgung sicherstellen könnte.

Kurz schaute der Bauausschuss noch beim Feuerwehrgerätehaus in Weisbrunn vorbei, wo die Bauarbeiten zügig voranschreiten. Noch in diesem Jahr könne der Innenausbau abgeschlossen werden, erfuhren die Stadträte. Mitten in Weisbrunn entsteht das Feuerwehrhaus mit Räumen für die Dorfgemeinschaft neu.

In der Wasserversorgungsanlage in Eltmann informierte der Bürgermeister die Ausschuss-Mitglieder über eine Notmaßnahme im Sommer. Eine der drei Pumpen war ausgefallen und im Eilverfahren eine neue installiert worden. Da auch die beiden anderen Pumpen aus den 1970er Jahren stammen, eine neue zudem wesentlich effektiver arbeitet (halber Stromverbrauch bei höherer Förderleistung je Stunde), war es für den Bauausschuss keine Frage, auch die beiden anderen Pumpen zu ersetzen. Zweiter Bürgermeister Hans-Georg Häfner (SPD) rechnete vor, dass der Preis der Pumpen in gut zwei Jahren allein über die Stromeinsparung amortisiert sei. Zudem solle man in einem so sensiblen Bereich wie der Wasserversorgung die Anlagen nicht auf Verschleiß fahren, lautete die einhellige Meinung des Gremiums.