So war das einst: Seit 1911 sind Zeil und Sand auf dem Landweg mit einer Mainbrücke verbunden. Die altehrwürdige Eisen-Fachwerkkonstruktion ächzte Mitte der 90er Jahre unter dem wachsenden Verkehr.

Auch der Rad- und Fußweg war unzulänglich, das gesamte Traggerüst ein wenig altersschwach.

Sanierung zu teuer

Wegen der unverhältnismäßig hohen Sanierungskosten entschieden sich das Straßenbauamt und der Landkreis für einen Neubau. Die historische Konstruktion der Brücke wurde in die Neuzeit übersetzt. Statt schwerer Eisen-Balken und klobiger Schrauben schwebte 1996 ein filigranes Gebilde beinahe schwerelos über den Main: Elegante Bögen und schlanke Tragstäbe bestimmen seither die Optik, eine breitere Fahrbahn und mehr Platz für die Radfahrer und Fußgänger optimieren die Funktion.

Im September 1995 begann die Demontage der alten Brücke. Sie wurde "geleichtert" und dann als Ganzes auf einem Spezial-Kahn "ausgeschwommen". Die neue Brücke wurde auf der Zeiler Mainseite montiert und ebenfalls in einem Stück über den Main geschoben. Die 70 Meter lange Reise auf einem schwimmenden Brückenpfeiler war eine spektakuläre Aktion, die nur wenige Minuten dauerte - seitdem verbinden 440 Tonnen Stahl Zeil und Sand.

Es war zum Ende des Jahrtausends eines der spektakulärsten Bauvorhaben im Landkreis.

Früher gab es nur Fährverkehr

Der Baubeginn für die "Prinzregent-Luitpold-Brücke" war, von der Bevölkerung herbeigesehnt, vor 95 Jahren, 1910. Sand und Zeil waren dann 1911 erstmals auf dem "Landweg" verbunden, denn bis zu diesem Zeitpunkt fuhr eine Fähre. 1945, vor 60 Jahren, ließ die Wehrmacht die Brücke sprengen, um den Vormarsch der US-Truppen aufzuhalten. In Rekordzeit wurde die Brücke aus dem Schrott im Main und Teilen von U-Booten wieder aufgebaut und bereits 1946 in Betrieb genommen - als erster Flussübergang in Bayern nach dem Krieg. 1995 musste die Brücke, die baufällig geworden war, einem Neubau weichen. Die Brücke von 1910 kostete 118 000 Mark, der Wiederaufbau 1945 schlug mit 142 000 Mark zu Buche. Für den Neubau schließlich wurden 1995 rund fünf Millionen D-Mark investiert.