Beim Ehrenabend der Stadt Ebern am Freitagabend in der Frauengrundhalle wurden zwei Bürgermedaillen verliehen, an Renate Becker aus Heubach und Hannelore Müller aus Ebern. Weiterhin wurden ehemalige Mitglieder des Stadtrates und Ortssprecher gewürdigt.

Zunächst ging Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) darauf ein, wie es dazu kam, dass die Stadt Ebern Bürgermedaillen an verdiente Persönlichkeiten verleiht, die sich um das Wohl der Stadt und ihrer Bürger verdient gemacht haben oder besondere Leistungen vollbrachten. "Der Stadtrat hat bisher in 38 Sitzungen Bürgermedaillen verliehen", sagte Hennemann. Seit dem Jahr 2003 werden sie in besonderen Ehrensitzungen verliehen. Bisher wurden nach den Worten des Bürgermeisters 79 Medaillen ausgegeben, wobei vier Medaillen an Personen außerhalb der Stadt gingen.

"Heuer erhalten mit Renate Becker und Hannelore Müller zwei Persönlichkeiten, die sich in unterschiedlichsten Bereichen ehrenamtlich über viele Jahre engagierten, diese Auszeichnungen", so das Stadtoberhaupt. In diesem Zusammenhang sagte Hennemann Dank an alle Bürger, die sich in den 125 aktiven Vereinen im Ehrenamt einbringen. 125 Vereine seien in einer Stadt mit 7 600 Einwohnern eine Besonderheit. Ein Aushängeschild.

"Gerade in Zeiten, in denen Neid, Missgunst und Hass und Ausgrenzung und Schuldenbock-Szenarien stärker werden, ist Zusammenhalt in der Gesellschaft gefragt. Zusammenzukommen, gemeinsam etwas zu unternehmen, ist der beste Schutz gegen diese Tendenzen. In Ebern haben wir das bisher gut geschafft", freute sich der Bürgermeister.

Hilfe in Beit Jala in Israel

Hennemann würdigte das ehrenamtliche Wirken von Renate Becker, die sich neben ihrem Beruf immer ehrenamtlich in kirchlichen und sozialen Bereichen eingebracht hätte. Nach ihrer Schulzeit machte sie eine Banklehre, war Gründungsmitglied beim Obst- und Gartenbauverein Heubach. Sie engagiere sich im Gemeinschaftsraum in Heubach bei dortigen Gottesdiensten und bei Hauskreisen, stehe trauernden Angehörigen bei. Besonders aktiv sei sie in allen Bereichen der Kirchengemeinde Rentweinsdorf, wo sie seit 1976 im Kirchenvorstand ist und auch als Leselektorin arbeite.

Auch engagiere sie sich seit 18 Jahren aktiv beim Gottesdienst in freier Form und wäre Missionsbeauftragte im Dekanat Rügheim. "Mit viel Herzblut setzt du dich zusammen mit deinem Mann seit 1992 für ein Patenschaftsprojekt Lifegate in Beit Jala in Israel ein, wo israelische und auch palästinensische behinderte Kinder behandelt werden", lobte Hennemann die Geehrte.

Im Juli 2011 sei sie Ersatzoma für zwei Kinder geworden, die nach einem Brandanschlag auf deren Mutter traumatisiert waren. Auch helfe sie seit vielen Jahren bei der Rumänienhilfe Altenstein mit. Immer werde sie hierbei von ihrem Ehemann Alfred und ihren Töchtern und Verwandten unterstützt.

Lebendiges Vorbild

"Es ist eine gute Entscheidung des Stadtrates, dir als engagierte Bürgerin die Ehrenmedaille zu verleihen und eine Ehre für mich dies tun zu dürfen", sagte der Bürgermeister. Sie sei lebendiges Vorbild für viele Menschen, schrieb unter anderem Burghard Schunkert, Leiter von Lifegate Bethlehem/Beit Jala und vom Verein "Tor zum Leben" in Würzburg, aus dessen Schreiben Hennemann zitierte.

Hannelore Müller, Mutter von sechs Kindern, sei mit der Turnabteilung beim TV Ebern eng verbunden. Dort fungiert sie seit 1972 als Übungsleiterin. Ohne Frau Müller gäbe es die Turnabteilung des TV Ebern wohl nicht, so der Bürgermeister. Unzählige Kinder habe sie in über 50 Jahrgängen betreut.

"Mutter der TV-Turner”

Im Jahr 1991 habe sie als Übungsleiterin gleichzeitig 120 Kinder betreut, auch eine Damengymnastikgruppe mit mehr als 30 Personen. "Ich darf dir den Titel ,Mutter der Turner des TV Ebern' geben", sagte Hennemann. Noch heute sei Hannelore Müller, gemeinsam mit ihrer Schwiegertochter Sandra, beim Kinderturnen und in der Damengymnastik aktiv.

Zahlreiche Ehrungen habe Müller vom TV Ebern und dem BLSV für ihren Einsatz erhalten und seit 2006 sei sie Ehrenmitglied im Verein. Damit nicht genug: In der Pfarrei habe sie als Kommunion- und Firmmutter gewirkt, war Lektorin und Kommunionhelferin. Sie führte Gottesdienste im Altenheim durch, war im Krankenhausbesuchsdienst tätig und teilte die Kommunion für alte und kranke Menschen aus. "Durch dein tatkräftiges Engagement hast du gezeigt, wie man sich in der Gesellschaft einbringen und Positives bewirken kann", sagte Hennemann.

Die Auszeichnung mit der Bürgermedaille sei eine Wertschätzung der Stadt Ebern an sie, Dank und Anerkennung für ihr Wirken. Die beiden Geehrten durften sich sodann in das Goldene Buch der Stadt eintragen. Musikalisch begleitet wurde die Feier von der Gruppe "Crazy Ladies" unter Leitung von Karin Meyer-Jungclaussen.