Drei Ortseinsichten standen auf der Tour des Bauausschusses der Stadt Ebern am Mittwochabend an. Ein dickes Lob gab es für das Architektenbüro Gick & Partner aus Bamberg für die Detailplanung des Kindergartens mit Kinderkrippe "Kinderhaus Wunderland" an der Albrecht-Dürer-Straße in Ebern. "Ich habe es bisher selten erlebt, dass ein Projekt so durchdacht wurde, eine hervorragende Arbeit", sagte Martin Lang vom Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft Ebern.

"Ich denke, hier haben wir einen echt schönen Kindergarten und wir können schon tolle Details erkennen", sagte Bürgermeister Jürgen Hennemann. Laut Constanze Schemberg, Leiterin der von der Rummelsberger Diakonie betriebenen Einrichtung, besuchen gegenwärtig 50 Kinder den neuen Hort. "Ich bin schon einige Jahre in meinem Beruf, aber so ein tolles und gelungenes Gebäude habe ich bisher noch nicht gesehen", lobte sie.

Architektin Julia Gick führte den Bauausschuss durch die Einrichtung. "Noch ist nicht alles abgenommen, aber der Betrieb läuft seit dem 1. September und wir können, denke ich, zufrieden sein", sagte sie. Beim Rundgang erläuterte die Architektin die verschiedenen Gruppenräume, die mit vielen Details kindgerecht ausgestattet seien, und verwies auf die unterschiedliche farbliche Gestaltung für den Bereich des Kindergartens und der Kindertagesstätte.

Stadtrat Sebastian Ott (CSU) regte an, eine Tempo-30-Zone einzurichten und schon jetzt an entsprechende Parkplätze an der Albrecht-Dürer-Straße zu denken. Derzeit stehen die Autos des Personals noch auf der Straße. Das werde man mit einbeziehen, wenn der Bauabschnitt II im kommenden Jahr mit Gestaltung der Außenanlagen angegangen wird, sagte Bürgermeister Hennemann. Er stellte fest, dass man hier "vier Millionen in die Hand genommen hat". Es gebe aber nur eine Förderung von 1,9 Millionen, weil nicht alles bezuschusst werde.

Wohnung ohne Barrieren

In Augenschein genommen wurde eine Wohnung in der Adalbert-Stifter-Straße 9 in Ebern, die von der Stadt Ebern barrierefrei ausgebaut wurde. Martin Lang vom Bauamt erläuterte, dass die Kosten fürs Herrichten der Wohnung 60 000 Euro betragen. Außerdem habe sich der Bauhof mit insgesamt 1000 Arbeitsstunden mit eingebracht. Das Ergebnis sei sehenswert, so Lang. Eine Rampe, für die eigentlich 14 200 Euro vorgesehen waren, kostete letztlich 23 800 Euro, was bei einigen Mitgliedern im Gremium für Stirnrunzeln sorgte.

Die Wohnung ist aktuell bereits vergeben, kann laut Bürgermeister Hennemann dann künftig immer an Personen vermietet werden, die eine solch barrierefreie brauchen. "Deshalb ist es für uns als Stadt eine gute Investition", so der Bürgermeister.

Verkehrsschau

Ute Barthelmann von der Verkehrsbehörde der Stadt Ebern gab die Ergebnisse einer Verkehrsschau bekannt. Eine von Anliegern gewünschte Tonnagebeschränkung für die Neubrückentorstraße in Ebern halte die Polizei nicht für erforderlich, sagte Ute Barthelmann und die Verwaltung schlage vor, dem zu folgen. Harald Pascher, Zweiter Bürgermeister und Verkehrsreferent, meinte, dass man hier ein "politisches Verkehrszeichen" aufstellen und in Sandhof, an der Einmündung Heubacher Straße, ein Zeichen 7,5 Tonnen und Anlieger frei anbringen sollte. Auch Stadtrat Philipp Arnold argumentierte in diese Richtung, da immer wieder große Lkw durch die Neubrückentorstraße fahren, die dort eigentlich nichts zu suchen hätten. Schließlich wurde beschlossen, zunächst für ein Jahr, ein "Verbot für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen" und Anlieger frei auszusprechen.

Weiter ging es um eine kurvige Engstelle im Unterpreppacher "Sümpflein". Es ging um die Forderung, Bäume, die beim Bau der Straße zur Verkehrsberuhigung gepflanzt wurden, zu entfernen, um den Kurvenradius besser einsehen zu können. Nach "grober Schätzung" von Martin Lang dürften hierdurch Kosten bis zu 25 000 Euro entstehen. Dort sollte alles so bleiben, wie es ist, sagte Ute Barthelmann als Ergebnis der Verkehrsschau. Eine Gefahrenstelle befinde sich dort sehr wohl, meinte Harald Pascher, aber "mich schrecken die Kosten ab." Stadtrat Arnold vertrat die Ansicht, dass durch langsames Fahren eine Gefahr reduziert werden könne. In Verbindung mit einem weiteren Bauabschnitt soll geprüft werden, ob eine weitere Zufahrt zur Siedlung geschaffen werden kann. Damit würde die Gefahrenstelle vom Durchgangsverkehr entlastet.

Einen verkehrsberuhigten Bereich wird es in der Beethovenstraße in Ebern wohl nicht geben. Hierzu müssten erst bauliche Veränderungen im erheblichen Umfang vorgenommen werden, sagte Ute Barthelmann. Markierungen in der Beethoven-/Sudetenstraße sollen erneuert werden, ebenso am Verkehrsübergang in der Gymnasiumstraße an der Verkehrsinsel.

In Welkendorf soll die Zufahrt zum Weißfichtensee für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt werden. Ausgenommen werden landwirtschaftliche Fahrzeuge, aber keine forstwirtschaftlichen, wie Ute Barthelmann betonte.

Angeregt wurde, in der Kapellenstraße einen Zebrastreifen anzubringen. Im Hinblick auf Bewohner sollte er in der Nähe des Seniorenheimes St. Elisabeth entstehen.

Stadtrat Markus Fausten möchte, dass die Markierungen auf der Ortsverbindungsstraße Jesserndorf-Bramberg erneuert werden. Dort müssten erst Reparaturen an der Fahrbahndecke erfolgen, sagte Hennemann. Weiter forderte Fausten Mittelfahrbahnmarkierungen an der Straße von Jesserndorf zu der Staatsstraße 2278 hin.

Stadtrat Klaus Schineller beantragte, in Bischwind ein Geschwindigkeitsmessgerät aufzustellen.

Einer Reihe von Bauanträgen und -voranfragen wurde zugestimmt.