"Retter braucht die Welt!" hieß es am Freitag bei der "Plant for the Planet"-Akademie, einer gemeinsamen Aktion der Cunz-Reyther-Schule und der Montessori-Schule Herzogenaurach. Dabei beschäftigen sich Neun- bis Zwölfjährige mit den Ursachen und Folgen der Klimakrise. Denn reden allein stoppt das Schmelzen der Gletscher nicht! Jeder spricht über die Klima-Krise, aber was passiert da eigentlich genau? Und was können die Kinder tun? Antworten auf diese Fragen gab es auf der "Plant for the Planet"-Akademie. Dort geben Kinder ihr Wissen an andere Kinder weiter und bilden sich so gegenseitig zu Botschafter für Klimagerechtigkeit aus. Bei der Aktion wurde nicht nur Wissen um den Klimawandel verbessert, sondern es wurden auch gespendete Bäume gepflanzt.

Mit dem Schirmherrn Bürgermeister German Hacker (SPD) fand die Veranstaltung erstmals als Online-Akademie in Herzogenaurach statt. Hacker sprach über den Klimawandel und erklärte, dass Wälder CO2 speichern und dadurch der Atmosphäre beträchtliche Mengen an Treibhausgas entziehen. So hätten Forscher herausgefunden, dass durch eine weltweite Aufforstung ein großer Teil des anthropogenen CO2 -Ausstoßes wieder gebunden werden könnte. Und zudem sei das Holz am Ende ein vorzügliches Baumaterial.

In der Akademie lernen die Kinder konkret, wie die Klimakrise ihre Zukunft und das Leben von Menschen weltweit bedroht. Das hören sie nicht von einem Erwachsenen, sondern von anderen Kindern. Denn Kinder hören Gleichaltrigen viel lieber zu. Die Kinder entwickeln in Gruppen selbst Aktionen für ihre Zukunft und pflanzen mit ihren eigenen Händen Bäume. Dabei schult sie ein Rhetoriktraining im selbstsicheren Auftreten - denn als Botschafter haben sie ja eine Botschaft, die sie hinaustragen wollen. Plant-for-the-Planet ist eine Kinder- und Jugendinitiative, die 2007 der damals neunjährige Felix Finkbeiner ins Leben rief. Im Mai 2018 wurde er für sein Engagement von Bundespräsident Steinmeier mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Die Idee zu der Aktion kam von Luis, einem Schüler der Montessori-Schule. Er ist bereits Klimabotschafter und hat sich die Initiative auch an seiner Schule gewünscht. Im Zuge der Fridays-for-Future-Bewegung konnten sehr schnell andere Schüler begeistert werden, die sich für Klimagerechtigkeit einsetzen möchten.

Schulen wachsen zusammen

Die Schulleiterinnen beider Schulen unterstützten das Projekt und engagierten sich für die Verbreitung. Und auf beiden Seiten der Niederndorfer Wiese wurden Bäume gepflanzt. Dadurch und durch die gemeinsame Aktion wachsen die Schulen wieder etwas näher zusammen, finden Heidi Forisch und Rebekka Oberhofer.

Die Pflanzaktion ist Teil des Programms "1000 Bäume für Herzogenaurach", betonte der Bürgermeister, erfolgte auf städtischem Grund und wird weiterhin vom Baubetriebshof begleitet. Ein großer Dank des Organisationsteams ging an Monika Preinl vom Amt für Planung, Natur und Umwelt und Friedrich Bayer vom Baubetriebshof für die Planung und Koordination der Pflanzaktion, die sehr schnell weitere Unterstützer fand: Die Baumschule Hußenether spendete 14 Obstbäume. Die Ökofest-Initiative spendete je Schule 500 Euro, die das Pflanzen von insgesamt sechs Laubbäumen ermöglichte. Drei Laubbäume kamen von der Sparkasse Erlangen-Höchstadt und aus dem Kollegium und der Elternschaft der Montessori-Schule kamen weitere Spenden.