Viel Redebedarf gab es zu einigen Punkten der umfangreichen Tagesordnung bei der rund dreistündigen Gemeinderatssitzung in der Aula der Grundschule in Hannberg. So gleich zu Beginn der Sitzung, als Matthias Rühl vom Büro Stadt & Land die eingegangenen Stellungnahmen zum Bebauungsplan "Hesselberg-Ost" erläuterte, bei denen von der höheren Landesplanungsbehörde der Bauflächenbedarf bemängelt wurde.

Denn laut Regierung werden im Ortsteil Hesselberg zu viele Bauflächen ausgewiesen. Deshalb schlug der Planer vor, Flächen, die im derzeitigen rechtsgültigen Flächennutzungsplan als Bauflächen ausgewiesen sind, zurückzunehmen und dafür die Flächen des geplanten Bebauungsgebiet aufzunehmen. Der Planer berief sich dabei auf eine frühere Sitzung, in der es zu keiner Einigung gekommen sei.

Damit waren einige Gemeinderäte nicht einverstanden, und es wurden sowohl der Planer als auch die Verwaltung kritisiert. Es solle vorher abgeklärt werden, ob es für die betreffenden Flächen Bauwillige gebe.

Gesamtsituation bewerten

Bürgermeister Horst Rehder (BB) und der Planer wiesen darauf hin, dass die Gesamtfortschreibung der Bauleitplanung am 3. November bei einer Sondersitzung auf der Tagesordnung stehe und die eingegangenen Stellungnahmen behandelt werden. Denn eine Rücknahme von Flächen müsse nicht zwingend in Hesselberg erfolgen, sondern könne auf das gesamte Gemeindegebiet ausgedehnt werden; und der Bauflächenbedarf soll in der FNP-Fortschreibung gesamtgemeindlich untersucht werden.

Alle weiteren Stellungnahmen und Hinweise - auch zum Mohrbach und zur Wiesenbrüterfläche sowie zur Immission im Umfeld des Feuerwehrgerätehauses - wurden zur Kenntnis genommen, führen aber zu keiner Änderung der Planung.

Am Ende billigte das Gremium den ausgearbeiteten Entwurf des Bebauungsplanes und beauftragte die Verwaltung und den Planer, das Verfahren fortzuführen.

Wie der Bürgermeister erläuterte, bestehe schon seit längerem Handlungsbedarf beim Beitrags- und Gebührenrecht der Gemeinden Heßdorf und Großenseebach und des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Seebachgruppe. Die Verbandsversammlung beschloss im Januar 2018, der Kommunalberatung Bitterwolf aus Greding den Auftrag zu erteilen, eine sogenannte Globalberechnung zu erstellen.

Hauptpunkt des Leistungsverzeichnisses war das Aufmaß aller angeschlossenen Anwesen im Versorgungsgebiet, um passende Grundlagen für die anstehenden Neu- und Nachkalkulationen zu erhalten. Im Wesentlichen sollen sämtliche Kosten der Wasserversorgungs- und Abwasserbeseitigungsanlagen den beitrags- und gebührenpflichtigen Flächen gegenübergestellt werden, um kostendeckende Beiträge und Gebühren kalkulieren zu können.

Den Anlagennachweis wird die Dr. Schulte/Röder Kommunalberatung aus Veitshöchheim erstellen. Wie Kämmerer Jörg Hausam erläuterte, war das Büro aus Veitshöchheim bereits in der Vergangenheit für die Verwaltungsgemeinschaft tätig.