Über einen Bauantrag für den Neubau eines Stall- und Lagergebäudes mit Reitplatz und Paddock hatte der Gemeinderat zu entscheiden, ein Bauvorhaben, das nach Feststellung der Verwaltung bereits seit acht Jahren steht und nach einer Anzeige von der Bauaufsichtsbehörde verfolgt wurde. Bürgermeister Alexander Wunderlich führte aus, dass das Bauvorhaben als sonstiges Vorhaben nach dem Bundesbaugesetz behandelt würde. Die Erschließung sei gesichert. Der Bürgermeister machte deutlich, dass die Genehmigungsfähigkeit vom Landratsamt Kulmbach im Verfahren geprüft werde und davon auszugehen sei, dass das Bauvorhaben auch Aussicht auf eine Baugenehmigung hat. Der Bauherr hat eine kleine Landwirtschaft und ist daher privilegiert. Dadurch ist das Bauen im Außenbereich zulässig. Wunderlich erhielt dennoch den Auftrag aus dem Gremium, den Bauherrn zu benachrichtigen, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholen dürfe.

Neues Wohnhaus mit 24 Einheiten: Beschlossen wurde die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung des Bebauungsplanes "Austraße II". Nur die Eigentümer eines Nachbargrundstückes machten Einwände geltend.

Vorgesehen ist auf dem Baugrundstück an der Austraße die Errichtung eines zweigeschossigen Hauses mit 24 Wohneinheiten für Menschen mit Behinderung. In den Wohngruppen sind gemeinsame Aufenthalts- und Therapieräume mit Terrassen, Garten und einer Stellplatzanlage geplant. Das Haus wird barrierefrei eingerichtet. CSU-Fraktionssprecher Gernot Kintzel würdigte die ausgearbeitete, umfassende Stellungnahme der Verwaltung und des Architekturbüros Drenske, Kulmbach, zur Bauleitplanung: "Ich muss alle loben, die sich damit beschäftigt haben. Damit konnten wir uns bis ins Detail informieren." Die Einwände und Anregungen sowie die Hinweise würden, wie Wunderlich betonte, entsprechend den Festsetzungen eingearbeitet.

Erneuerbare Energien: Die Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energie, die der Gemeinderat in seiner Sitzung vom 14. August 1995 beschlossen hatte, werden überarbeitet und angepasst. Das war der mehrheitliche Konsens in der Sitzung am Montagabend. Für die Überarbeitung soll auch das Know-how der Energieagentur Oberfranken genutzt werden.

Kommunale Zusammenarbeit: Die interkommunale Zusammenarbeit der ILE "Fränkisches Markgrafen- und Bischofsland" wird über das Jahr 2024 fortgesetzt werden. Der dafür notwendigen Durchführung der Evaluierung und ILEK-Fortschreibung wurde zugestimmt. "Nach mehreren Jahren bedarf es einer Aktualisierung und Überarbeitung des ILE-Konzepts, um die Projektarbeit zielführend und zukunftsfähig fortführen zu können.", erläuterte Bürgermeister Alexander Wunderlich. Die geschätzten Kosten für die Fortschreibung belaufen sich auf rund 50.000 Euro. Davon werden 75 Prozent durch das Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken gefördert. Die Förderhöchstsumme beläuft sich auf 35.000 Euro und die verbleibende Summe wird nach dem geltenden Verteilerschlüssel auf die 14 Mitgliedskommunen der ILE verteilt. Auf die Gemeinde Neuenmarkt entfällt damit ein Eigenanteil von knapp 1100 Euro. Der Abschluss der Fortschreibung wird nach aktuellem Stand im Frühjahr/Sommer 2023 erfolgen. An Förderprojekten sind das Niederschlagsabflussmodell, die Klärschlammentsorgung und Maßnahmen für den Klimaschutz eingeplant.