Helmut Will Gleich zu Beginn seiner Sitzung hatte der Gemeinderat Untermerzbach ein Mammutprogramm abzuarbeiten. Diesmal waren es weniger die Einwände von Trägern öffentlicher Belange (Behörden, Verbände), sondern vielmehr die Einwände eines einzigen Bürgers, der 48 Punkte vorgebracht hatte zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan "Solarpark Buch". Gleichwohl hält die Gemeinde an dem Solarprojekt fest.

Die Arbeit - es ging um das Vorlesen der Einwände und der dazugehörigen Abwägungsvorschläge der Gemeindeverwaltung - teilten sich Tanja Zürl, Geschäftsführerin der Gemeinde Untermerzbach, Anne Hüncker von den Energiebauern in Sielenbach-Birnbaum und Bürgermeister Helmut Dietz (SPD). Bei den Trägern öffentlicher Belange hatte das Landratsamt Haßberge Anmerkungen zum Baurecht, Naturschutz, Immissionsschutz und Wasserrecht vorgebracht. Von privater Seite wurden insgesamt 48 verschiedene Punkte vorgetragen.

Im Rat wurde angezweifelt, ob sich der Verfasser überhaupt vor Ort befunden hat oder seine Einschätzung vom Schreibtisch aus gab. Um einige Punkte zu nennen: Zur Sprache brachte der Einwender (sein Name wurde nicht genannt und auch nach Rückfrage bei der Gemeinde nicht bekanntgegeben) eine Beeinträchtigung des Landschaftsbildes, angebliche Fehler im Umweltbericht, Schaden für die Quelle Gereuth sowie negative Auswirkungen auf geschützte Vögel- und Wildarten. Davon nahm der Gemeinderat Kenntnis und beschloss, ebenso wie bei den Einwendungen des Landratsamtes, die Abwägungen zu den eingegangenen Stellungnahmen. Der Rat billigte den vorhabenbezogenen Bebauungsplan "Solarpark Buch". Die Verwaltung wurde beauftragt, weitere Schritte einzuleiten.

Weitere Themen in der Sitzung

Zu dem Thema "Heimatdorf 2019" sagte Bürgermeister Helmut Dietz, dass dieses Projekt etwas ins Stocken geraten sei. Zur Dialekterhebung durch das unterfränkische Dialektinstitut seien schon verschiedene Bürger angesprochen worden; es seien auch Termine ins Auge gefasst worden, aber Corona habe dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Bürgermeister räumte ein, dass die Resonanz zu diesem Thema insgesamt nicht besonders groß gewesen sei.

"Im Jahr 2021 soll alles abgearbeitet und fertiggestellt sein", sagte Dietz. Nun müsse man vorankommen, weshalb der Beschluss gefasst wurde, zu Maximalkosten von 6627 Euro das unterfränkische Dialektinstitut zu beauftragen, das Projekt "Heimatdorf 2019" weiter voranzubringen.

Beschlossen wurde eine Zweckvereinbarung mit dem Landkreis Haßberge zur Nutzung einer E-Vergabe-Plattform. Es handelt sich um ein elektronisches Vergabeportal.

Der Projektstart ist für Ende November angestrebt. "Für die Gemeinde und Zweckverbände bringen die Beteiligung und Nutzung den Vorteil, dass künftig Ausschreibungen, wie im Vergaberecht gefordert, online veröffentlicht werden können und online durchgeführt werden können", sagte Dietz. Derzeit benutze hierzu die Gemeinde noch den Staatsanzeiger. Die Kosten für die Gemeinde Untermerzbach betragen hierfür jährlich 233 Euro.

Gemeinden suchen Energielösungen der Zukunft, um Energie-Einsparpotenziale in der täglichen Praxis zu finden. Die Gemeinde Untermerzbach tritt dazu dem Klimaschutznetzwerk bei und bekundet ihr Interesse zur Teilnahme an einem kommunalen Netzwerk. "Wir sind Gesellschaftsmitglied in der Gesellschaft zur Umsetzung erneuerbarer Technologieprojekte (GUT) Haßberge. Um die Finanzierung der Jahre 2021 bis 2024 zu sichern, wird empfohlen, dem Klimaschutzwerk beizutreten", sagte der Bürgermeister. Das Geld für das Jahr 2020 sei verbraucht, weshalb die Gemeinde nach den Worten von Helmut Dietz 742 Euro "nachsteuern" müsse. Für das Jahr 2021 und die Folgejahre bis 2024 fallen für die Gemeinde 285 Euro pro Jahr an. Dietz sagte, dass er den neuen Geschäftsführer der GUT für die nächste Gemeinderatssitzung einladen wolle, damit er entsprechende Ausführungen machen könne. Hinter der GUT stehen der Landkreis Haßberge und Kommunen im Landkreis.