Ein Tanzschulbesuch vor 37 Jahren prägte den nachfolgenden Lebensweg von Martina Förner. Damals sprach sie ein Hallstadter Trainer darauf an, ob sie es nicht einmal mit dem Basketballspielen probieren wolle, weil sie doch so groß sei. Die damals 16-Jährige, bis dahin aktive Leistungsschwimmerin beim Schwimmverein Bamberg, folgte dem Rat, und seitdem spielt der orangefarbene Ball nicht nur im Leben der Kemmernerin, sondern auch in ihrer Heimatgemeinde eine wichtige Rolle.

Die Basketball-Abteilung des SC Kemmern war gerade einmal zwei Jahre alt, als Martina Förner im allerersten Frauenteam stand, das der SCK in den Spielbetrieb schickte. Seit 30 Jahren kümmert sie sich zudem als Trainerin um den Nachwuchs, war viele Jahre stellvertretende Abteilungsleiterin und ist seit 2011 Chefin der Basketball-Abteilung mit ihren 175 Mitgliedern, davon 107 Jugendliche. "Martina Förner führt unsere Basketball-Abteilung sehr versiert und engagiert. Bei ihr steht immer der Mensch und der Sport im Mittelpunkt, und sie findet für jedes Problem eine Lösung", lobt die SCK-Vorsitzende Heike Bräuer die 53-Jährige. Als Dank für ihre Verdienste um den Verein wurde Martina Förner im vergangenen Jahr zum ersten weiblichen Ehrenmitglied des SC Kemmern ernannt.

Denn es ist wohl in großem Maße dem langjährigen Engagement von Martina Förner und ihren Mitstreitern zu verdanken, dass die Basketball-Abteilung des SCK weit über die Grenzen des Landkreises bekannt ist. Seit vielen Jahren spielt die erste Damenmannschaft in der Regionalliga gegen Gegner aus ganz Bayern, zur Jahrtausendwende hatten die Kemmernerinnen sogar einmal Zweitligaluft geschnuppert.

Im Fokus der Vereinsarbeit steht aber die Jugendförderung im Mädchenbereich. Auch im 39. Jahr ihres Bestehens hat die Basketball-Abteilung des SCK keine Nachwuchssorgen beklagt. "Basketball ist in unserem Dorf ein Selbstläufer", sagt Martina Förner. Elf Mannschaften, davon acht Jugendteams, hat der SCK gegenwärtig in 13 Ligen im Spielbetrieb. Im Nachwuchsbereich sind alle Altersklassen besetzt und werden von engagierten Trainern betreut.

Viermal pro Woche in der Halle

Eine davon ist Förner selbst. Schon während ihrer aktiven Karriere, die sie im Alter von 40 Jahren beendet hat, war sie als Jugendcoach aktiv. Viele Jahre stand sie viermal pro Woche in der Halle und brachte Jungen und Mädchen das Basketballspielen bei. "Ich fühle mich verpflichtet, den Kindern Spaß am Sport zu vermitteln und ihnen im Verein einen sozialen Anlaufpunkt zu geben", sagt die Fachlehrerin. Denn gerade in Kemmern, wo es keine weiterführenden Schulen gebe, habe sie die Erfahrung gemacht, dass Freundschaften unter Kindern zu Ende gingen, als die gemeinsame Grundschulzeit vorbei war, obwohl sie noch im gleichen Ort leben.

Beim SC Kemmern fühlt sich der sportbegeisterte Nachwuchs offenbar gut aufgehoben. Die überwiegende Teil der Jugendspieler komme aus dem Ort, Konkurrenz zur Fußballabteilung gebe es keine. "Manche Kinder spielen sogar beides", sagt Martina Förner. Die corona-bedingten Zwangspausen habe der Verein wegstecken können. Dennoch hofft sie, dass "die Kinder möglichst bald wieder in die Halle und wenigstens trainieren dürfen".

Sie selbst wird aber zunächst keine Übungsanweisungen mehr geben. Die 53-Jährige gönnt sich eine Auszeit als Coach. Sobald der Spielbetrieb aber wieder losgeht, wird Martina Förner dennoch in der Halle zu finden sein: "Dann sitze ich an jedem Wochenende am Kampfgericht. Und schließlich habe ich seit 1989 auch noch den Schiedsrichterschein." Zudem ist sie noch als Jugendreferentin des Basketball-Bezirks Oberfranken tätig.

Das Basketball-Gen hat Martina Förner an ihre beiden Töchter Luisa (21) und Julia (19) vererbt. Julia, Mannschaftskapitänin des Zweitligisten DJK Don Bosco Bamberg und U18-Europameisterin, tritt in ihrem Heimatverein schon in die Fußstapfen ihrer Mutter und betreut in der Ballschule die jungen Basketball-Anfänger. "Julia ist unser Zugpferd. Dank ihr hätten wir locker 30 Kinder aufnehmen können", sagt Martina Förner. Die nächste Generation der Basketball-Familie Förner steht beim SCK also längst in den Startlöchern.