Gute Nachrichten für die Herzogenauracher Ortsteile: Der Ausbau des Glasfasernetzes hat begonnen. Top-Filme im Internet-Stream, Videotelefonate mit den Enkeln oder Telemedizin per Internet - alles zu haben. Die Ortsteile Dondörflein und Steinbach gehören zu den ersten, die mit Lichtgeschwindigkeit ans Internet angebunden wurden.

Schon im August wurde mit den Tiefbauarbeiten begonnen, und jetzt haben in diesen Ortsteilen alle Haushalte die Möglichkeit, die neuen Glasfaseranschlüsse zu nutzen. Premiere war in Dondörflein bei der Familie Pfister vom Gasthaus Schuh, sie ging am Montag ans Netz und kann jetzt bis zu 250 Mbit/s Bandbreite nutzen. "Mit diesem Glasfaserausbau für die Herzogenauracher Ortsteile setzen wir den Breitbandausbau fort, den die Stadtwerke im Stadtgebiet begonnen haben", erklärte Bürgermeister German Hacker (SPD).

Intelligentes Stromnetz

Durch die hohe Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit kann das Glasfasernetz alle zukünftigen multimedialen Anwendungen abdecken, wirbt Herzo Media. Zudem werde über das Glasfasernetz die Steuerung des intelligenten Stromnetzes realisiert. Entnahme und Einspeisung werden über Echtzeitzähler ermittelt. Eine Ablesung vor Ort muss nicht mehr stattfinden und auch der Nutzer ist in Echtzeit im Bilde, wie sich die eigenen Verbrauchswerte zusammensetzen. Wie der Bürgermeister und Jürgen Bauer, Geschäftsführer der Herzo Werke, im Beisein des Technischen Leiters Dietmar Klenk sowie Norbert Jiptner (Leiter Netzbau und Netzbetrieb Herzo Media) erklärten, ist diese Maßnahme Teil des Ausbauprogramms im Rahmen der Breitbandförderung Bayern, mit der die Herzo Werke und Herzo Media die Ortsteile anschließen. Zum Ausbauprogramm gehören auch die Ortsteile Höfen, Zweifelsheim, Welkenbach, Hammerbach, Beutelsdorf und Haundorf. Alle Haushalte, die aktuell mit weniger als 30Mbit/s Bandbreite versorgt sind, werden Glasfaseranschlüsse erhalten.

Über den neuen Anschluss freute sich die Familie Pfister, denn Renate Pfister erzählte, dass das Festnetz nach einem Blitzschlag zwischen Dondörflein und Steinbach nicht mehr richtig funktionierte. So seien Gespräche unterbrochen worden oder der Anrufer sei kaum oder gar nicht zu verstehen gewesen. "Das ist jetzt wie weggeblasen, es funktioniert alles einwandfrei", ergänzte Sohn Max. "Blitzschläge sind künftig kein Problem mehr", versicherte der Bürgermeister. Als Geschenk gab es für die Familie Pfister von Jürgen Bauer ein halbes Jahr freies Surfen und Telefonieren.

Zwei Drittel Zuschüsse

"Bis spätestens Ende März 2021 sollen die Baumaßnahmen abgeschlossen sein", erklärte Bauer. Dabei werden rund 20 Kilometer Leerrohrverbände verlegt, 13 Kilometer Glasfaserstrecken eingeblasen und etwa 150 Hausanschlüsse hergestellt. Investiert werden dafür 1,82 Millionen Euro, wovon 1,2 Millionen Euro durch das Förderprogramm gedeckt sind und 620 000 Euro von der Stadt Herzogenaurach übernommen werden.

Bereits heute gebe es im Stadtgebiet ein leistungsfähiges Breitbandnetz mit Bandbreiten bis zu 250 Mbit/s. In allen Neubaugebieten werden Glasfaseranschlüsse verlegt und bei allen Tiefbaumaßnahmen der Stadt und der Herzo Werke werden die Leerrohrsysteme für den später folgenden Glasfaserausbau kostengünstig mitverlegt. Herzo Werke und Herzo Media haben in den Planungen bis 2024 rund 10,5 Millionen Euro für den weiteren Ausbau der Breitbandversorgung vorgesehen.