Ziemlich enttäuscht zeigte sich der stellvertretende Bäcker-Innungsobermeister Herbert Hedrich (Bad Kissingen/Hausen) von der diesjährigen Stollenprüfung. Nicht dass bei der Prüfung etwas schiefgelaufen wäre oder die eingereichten Stollen nicht den Qualitätsansprüchen entsprochen hätten, seine Enttäuschung resultierte daraus, dass von gut zwei Dutzend Bäckereien, die in der Innung Bad Kissingen - Rhön-Grabfeld zusammengeschlossen sind, nur zwei Betriebe Stollen zur Begutachtung einreichten. "So etwas gab es in den anderen Innungen noch nie", sagt Manfred Stiefel. Er ist seit Jahren Brot- und Stollenprüfer des Deutschen Brotinstituts. Fünf Stollen wurden von der Bäckerei Hedrich (Bad Kissingen) und vier von Schmitt's Backstube (Bad Neustadt) eingereicht, wobei jeweils ein Stollen 97 Punkte, also "Gut", die anderen sieben die volle Punktzahl von 100 und ein "Sehr gut" erreichten und dies mit einer Plakette vermerken dürfen.

Bäcker, die dreimal hintereinander für ihren Meister-, Christ-, Butter- oder Adventsstollen ein "Sehr gut" in der Bewertung bekamen, dürfen dies mit einer großflächigen Urkunde und einem speziellen Aufkleber auf der Ware ihren Käufern kundtun. So sei die Stollenprüfung zwar eine freiwillige Sache jeden Bäckerbetriebes, aber "nicht nur eine tolle Sache mit großem Werbeeffekt", sondern hier erfahre der eine oder andere sogar kostenlos Verbesserungsvorschläge für seine Ware, so der stellvertretende Innungsobermeister der Bäcker. kpr