Veronika Schadeck Ludwigsstadt —  Im Alter von 62 Jahren ist Gerhard Rentsch nach kurzer, schwerer Krankheit am Dienstagabend verstorben. Vielen Bürgern wird Gerhard Rentsch in Erinnerung bleiben, als ein Mann, der überzeugter "Ludschter" war, und sich für seine Heimat sowie für die Region auf vielfältiger Art und Weise engagierte.

Der Unternehmer war über 21 Jahre lang Stadtrat, 18 Jahre Kreisrat, zweiter Schützenmeister der Privilegierten Schützengesellschaft Ludwigsstadt und Mitglied in vielen Vereinen. Zudem engagierte er sich in der CSU.

Gerhard Rentsch war nicht nur im Stadtrat ein wichtiger Impulsgeber, sondern auch im Schützenverein und bei den Skiliftbetrieben. Bei der Privilegierten Schützengesellschaft galt er während seiner Jugendzeit als ein starker Schütze, der erfolgreich an Wettkämpfen auf Bezirks- und bayerischer Ebene teilnahm. Später war er vor allem ein wichtiger Ratgeber, der tatkräftig mit Hand anlegte und verschiedene Projekte mit auf den Weg brachte. Als Beispiele sind das "Bratwurstglöckchen" auf dem Schützenplatz, das in den 90er Jahren gebaut wurde und die Anschaffung der elektronischen Schießstände zu nennen.

Bei den Skiliftbetrieben Ludwigsstadt GmbH war Gerhard Rentsch einer von drei Geschäftsführern. Auch hier packte er mit an, wenn es beispielsweise darum ging, Hänge und Lifte bereit für den Wintersport zu machen. Erst vor vier Jahren wurde unter seiner Federführung ein leerstehendes Haus "Am Wetzel" beseitigt und die Zufahrt zum Lift verbreitert.

Seit knapp fünf Jahren betrieb Gerhard Rentsch zusammen mit drei weiteren Partnern zudem eine Schaf- und Ziegenzucht. Diese wurden an den Steilhängen eingesetzt, die landwirtschaftlich nicht mehr genutzt wurden. Zusammen mit seinen Partnern investierte er in einen neuen Schaf- und Ziegenstall. Damit wollte er, wie er vor zwei Jahren gegenüber unserer Zeitung erläuterte, die Landschaft um Ludwigsstadt erhalten und pflegen sowie der Verbuschung rund um Ludwigsstadt entgegenwirken.

Erst im vergangenen Jahr erwarb er von der Stadt das alte Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr und setzte es als "Flaggschiff" der Oldtimer-Freunde ein und stellte es auch den Schützen zur Verfügung.

Der unerwartete Tod von Gerhard Rentsch habe nicht nur ihn erschüttert, so Bürgermeister Timo Ehrhardt. Mit ihm verliere die Stadt einen hoch geschätzten und äußerst zuverlässigen Freund und Kollegen, der sich in vielen Bereichen für die Heimat eingesetzt hat. Sein Beileid und tiefes Mitgefühl gelte seiner Ehefrau und seiner Familie.

Gerhard Rentsch sei ein Kommunalpolitiker mit Leib und Seele gewesen, so Landrat Klaus Löffler. Nicht nur in seinem politischen Wirken, sondern auch darüber hinaus in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens hat er sich mit sehr viel Herzblut engagiert. Als Kreisrat hat Gerhard Rentsch viele wichtige Impulse gesetzt und damit einen wesentlichen Beitrag zur positiven Entwicklung des Landkreises geleistet. Der Landkreis Kronach verliert mit Gerhard Rentsch eine Persönlichkeit, die nie ihre Eigeninteressen in den Vordergrund stellte, sondern immer das Wohl des Bürgers und damit des Landkreises in seinem Fokus hatte. Auch für ihn persönlich sei es ein trauriger Tag, weil er nicht nur einen stets loyalen Kommunalpolitiker, sondern vor allem auch einen sehr guten Freund verliere. "Gerhard Rentsch hinterlässt eine Lücke, die nicht zu schließen sein wird."

Mit Gerhard Rentsch verliert die Privilegierte Schützengesellschaft Ludwigsstadt einen wichtigen Impulsgeber, Macher und Kameraden, so der zweite Schützenmeister Frank Ziener. Das er nicht mehr zu den Schützen kommen wird, sei schwer vorstellbar.

Nicht nur für den CSU-Ortsverband Ludwigsstadt, sondern für die gesamte Region ist der Tod von Gerhard Rentsch ein "Riesenverlust", so der CSU-Ortsvorsitzende David Martin. Rentsch habe nicht nur den Verband aufgebaut, sondern sei eine wichtige Persönlichkeit und Ratgeber gewesen. Eigentlich habe der CSU-Ortsverband Gerhard Rentsch nach seinem freiwilligen Ausscheiden aus dem Stadtrat für seine Verdienste auszeichnen wollen, aber wegen Corona konnten keine Termine anberaumt werden. Sein Mitgefühl gelte nun seiner Familie.