Die Ärzte Natascha von Schau und Reiner Hofmann haben ein Programm entwickelt, um wissenschaftliche Ernährungs- und Bewegungsempfehlungen bei der Prävention und Therapie von Adipositas zu geben. Umsetzen wollen sie es in der neuen Praxis, die am 17. Oktober in Marktleugast eröffnet wird. Gefördert wird das Modellprojekt „Happen“ durch das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege. Minister Klaus Holetschek (CSU) übergab den Scheck über 465.109 Euro. Er sprach von einem Gewinn für alle Betroffenen.

Bürgermeister Franz Uome (CSU) machte deutlich, dass eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung wesentlich dazu beitragen, das Wohlbefinden zu stärken. Um die ärztliche Versorgung sicherzustellen, baue der Markt eine moderne Arztpraxis im künftigen Begegnungszentrum. Die Gesamtkosten bezifferte Franz Uome auf rund 3,3 Millionen Euro.

Staatsminister Holetschek erinnerte an seinem Besuch in Marktleugast vor über einem Jahr. „Ich fand das Vorhaben auf Anhieb spannend und vielversprechend.“ Ein wesentlicher Aspekt sei die Nachhaltigkeit des Vorhabens und damit auch eine langfristige Verbesserung der Gesundheit der Betroffenen. Wissenschaft und technologische Möglichkeiten gingen beim Projekt „Happen“ Hand in Hand. Als wichtigen Baustein bezeichnete er die Einbindung der Hausärzte. Der Staatsminister stellte auch die gute allgemeine ambulante Versorgung im Landkreis Kulmbach heraus.

Äußerst vielversprechend

Der Freistaat habe zahlreiche Fördermaßnahmen auf den Weg gebracht. Holetschek verwies auf das Programm zur Verbesserung der medizinischen Versorgung, das auf zwei Säulen ruhe: der Landarztprämie und dem Stipendienprogramm für Medizinstudenten. „Wir wollen junge Menschen für die Tätigkeit im ländlichen Raum begeistern.“ Der Staatsminister war überzeugt, dass „Happen“ ein äußerst vielversprechendes Projekt ist: „Es wird wichtige Erkenntnisse bringen, daher danke ich allen Beteiligten für ihr großartiges Engagement.“

Landrat Klaus Peter Söllner (FW), der besonders den Einsatz der CSU-Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner herausstellte, würdigte die außergewöhnliche Förderung des Projektes durch den Freistaat: „Das ist eine tolle Sache. Der Markt Marktleugast hat dazu sehr viel beigetragen.“

Den rechnerischen Versorgungsgrad an Ärzten im Landkreis Kulmbach mit derzeit 112 Prozent bezeichnete der Landrat als eine „Milchmädchenrechnung“, weil ein großer Teil davon bereits weit über 60 Jahre alt sei: „Wenn wir jetzt nichts unternehmen, haben wir in zehn Jahren ein Problem.“