Susanne Deuerling

Nordhalben  —  Kämmerin Tanja Wiedel stellte die Eckdaten des Haushaltes 2021 vor. Das Volumen des Gesamthaushaltes beläuft sich auf 6 267 700 Euro und liegt damit 1 415 900 Euro über dem Haushaltsvolumen des Vorjahres.

Der Verwaltungshaushalt umfasst 3 347 100 Euro in Einnahmen und Ausgaben, der Vermögenshaushalt 2 920 600 Euro. Als Zuführung zum Vermögenshaushalt können lediglich 105 600 Euro ausgewiesen werden. Diese müsste bei 240 200 Euro liegen. Die Netto-Neuverschuldung erhöht sich um 110 000 Euro. Der Schuldenstand zum Jahresende wird sich auf 1,731 Millionen Euro belaufen. Dies entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1067,20 Euro.

Hier die wesentlichsten Einnahmeposten im Verwaltungshaushalt: Grundsteuer B 175 000 Euro, Gewerbesteuer 180 000 Euro, Einkommensteuer 680 000 Euro, Schlüsselzuweisungen 921 000 Euro, Kanalgebühren 168 000 Euro, Wassergebühren 230 000 Euro. Ausgabeposten: Personalkosten 912 800 Euro und die Kreisumlage 674 700 Euro. Bei den Zuschüssen für den Kindergarten und der Betriebskostenförderung durch die Gemeinde ergibt sich ein Differenzausgabebetrag von circa 100 000 Euro.

Wasser wird wohl teurer

Bei den kostenrechnenden Einrichtungen Abwasser wird das angestrebte Ziel einer 100-prozentigen Kostendeckung nahezu erreicht. Bei der Wasserversorgung deutet sich aufgrund der Vorjahresergebnisse ein spürbares Defizit an. Die für 2021 anstehende Neukalkulation der Wassergebühren wird hier eine notwendige Anpassung deutlich machen. Auch bei der Grundsteuer A und B ergeben sich in 2021 Änderungen. Grundsteuer A erhöht sich von 370 auf 380 und Grundsteuer B von 350 auf 360 (siehe Beschluss vom 02.02.21).

Im Vermögenshaushalt werden 2,724 Millionen Euro für Investitionsmaßnahmen eingestellt. Damit verdoppelt sich das Investitionsvolumen im Vergleich zum Vorjahr. Die wesentlichsten Investitionen sind Generalsanierung Kath. Kindergarten 625 000 Euro, Ausbau Titschendorfer Str./Langenrain mit Erneuerung Wasserleitung und Kanalsanierung circa 1 000 000 Euro, Breitbandausbau außerorts 236 000 Euro, Energetische Sanierung der Nordwaldhalle KIP-S 650 000 Euro und Fertigstellung Nordhalben Village mit 180 000 Euro. Zur Finanzierung dieser Ausgaben ist eine Kreditaufnahme in Höhe von 240 000 Euro im Haushalt veranschlagt. Diese anstehenden Investitionsmaßnahmen sind nur mit großzügiger Unterstützung des Freistaats Bayern durch Fördergelder durchführbar. Letztendlich jedoch muss das Ziel des Marktes Nordhalben sein, mittelfristig ausgeglichene Haushalte vorzulegen, die in naher Zukunft staatliche Stabilitätshilfen überflüssig machen. An erster Stelle muss somit der sparsame Umgang mit den vorhandenen Mitteln eines der obersten Gebote sein.

Zweiter Bürgermeister Ludwig Pötzinger (FW) dankte der Verwaltung für die schnelle Vorbereitung dieses Haushalts. Es sind ziemlich hohe Investitionen , die jedoch gut verteilt sind. Eine minimale Neuverschuldung sei vertretbar.

Dritter Bürgermeister Michael Wunder ( CSU ) schloss sich den Dankesworten an. Er dankte dem Freistaat Bayern, der in den letzten Jahren mit insgesamt 6,3 Millionen Euro unterstützt hat. Er betonte, dass die Forderung der CSU-Fraktion nach einem jährlichen Straßenausbau nun endlich Früchte trage. Er meinte, dass der Investitionsstau in den nächsten Jahren kontinuierlich angegangen werden muss.

Ralf Ellinger (FW) fragte nach, ob sich die Neuverschuldung evtl. auf die Stabilisierungshilfe auswirken kann. Hier konnte ihn Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) beruhigen, es sei alles mit der Rechtsaufsicht abgesprochen. Der Bürgermeister betonte, dass es nicht alltäglich sei, was die kleine Gemeinde Nordhalben leistet. Mit der Nordwaldhalle , dem Naturbad, Klöppelmuseum, Nordhalben Village, um nur einige große Projekte zu nennen, habe man eine Mammutaufgabe, die es zu lösen gilt. Pöhnlein: "Wir wissen nicht, wie es nächstes Jahr mit Zuschüssen und Hilfen vom Freistaat und vom Bund aussieht. Corona kostet eben viel Geld."