Veronika Schadeck Auch in Coronazeiten wollte es sich die Katholische Jugend und Kirchweihgesellschaft Hirschfeld nicht nehmen lassen, "Kirba" zu halten. Diese fand aber unter außergewöhnlichen Bedingungen statt.

So gab es keine traditionellen Maßnahmen, wie Plan herrichten, Moos im Wald holen, Trachtenumzüge, Ständerla etc. Stattdessen fand am Sonntagnachmittag ein Open-Air-Kirchweihkonzert mit den Frankenwaldmusikanten Windheim am Festplatz unter freiem Himmel statt. Dabei galt es für alle Beteiligten und Besucher, die Coronaregeln zu beachten. Beispielsweise war die Gästeschar beschränkt, deshalb war die Teilnahme am Konzert nur mit vorheriger Anmeldung möglich. Von der Teilnahme ausgeschossen waren Personen mit Kontakt zu Covid-19-Fällen in den letzten 14 Tagen und mit unspezifischen Allgemeinsymptomen. Zudem galten während des Events die allgemeinen Hygiene- und Abstandsregelungen sowie Maskenpflicht außerhalb des Tisches. Der gesamte Festplatz war eingezäunt. Und der Zugang und die Dauer der Veranstaltung waren durch staatliche Vorgaben streng geregelt. Nach Ende des Konzerts musste der Festplatz wieder verlassen werden. Getränke gab es nur aus Flaschen.

Es war schon etwas Wehmut dabei, erklärt Linda Jakob, die zusammen mit Mike Martin und der Zechgemeinschaft dieses Event plante und organisierte. Viel weniger Trachten, keine Tanzveranstaltungen, kein Plantanz, kein voll besetztes Festzelt am Sonntag und Montag. Niemand habe Kuchen gebacken beziehungsweise den Ausschank übernommen, alles war so ungewohnt. Aber ihrem Team und ihr sei daran gelegen gewesen, trotz Corona ein gewisses Brauchtum aufrecht zu erhalten, wenn auch in einer anderen Art. In den Wochen vor dieser Kulturveranstaltung sei sie oft mit dem Landratsamt in Kontakt gewesen, um alle notwendigen Coronamaßnahmen miteinander abzusprechen. Für diesen konstruktiven und freundlichen Austausch mit den zuständigen Mitarbeitern möchte sie sich bedanken.

Stolz ist Linda Jakob auf ihr Zecherteam. "Es war richtig cool, wie dieses bei der Corona-Kirba mitgemacht hat!" Die ganze Organisation, die immer mit einer gewissen Ungewissheit dahingehend verbunden war, ob das Konzert denn letztendlich auch stattfinden könnte, habe die Zechgemeinschaft noch mehr zusammengeschweißt.

Stolz ist sie aber auch auf die anwesenden Konzertbesucher. Diese haben mit Disziplin die Vorgaben eingehalten. Eigentlich, so meint sie, wäre die Security gar nicht nötig gewesen.

In einer anderen Art als in den Jahren zuvor fand am Vormittag der Kirchweihgottesdienst mit Erntedank statt, den Pfarrer Cyiriac Chittukalam zelebrierte. Wegen der beschränkt zugelassenen Teilnehmerzahl gab es weniger Gottesdienstbesucher und auch keine Fahnenabordnungen.

Trotz Corona, so Linda Jakob, sei es ein schönes Kirchweihwochenende gewesen. Auch freue sich die Zechgemeinschaft über das durchweg positive Feedback aus der Hirschfelder Bevölkerung. Aber sie, die Jugend und auch - davon ist sie überzeugt - ein großer Teil der Hirschfelder, wünschen dass diese Art Kirchweih zu feiern, eine einmalige Angelegenheit war. "Wir hoffen, wir können nächstes Jahr unsere Kirba wieder in altbewährter Tradition und mit allem Drum und Dran feiern!"