In der jüngsten Sitzung des Großenseebacher Gemeinderats stand auch die Gesamtfortschreibung des Flächennutzungsplanes mit Landschaftsplan "Weisendorf 2030" auf der Tagesordnung. Im bisherigen Planungsverfahren des Marktes Weisendorf hatte die Gemeinde Großenseebach im Januar 2017 und im August 2018 Stellung genommen und ihre Bedenken geäußert.

Die Bedenken der Gemeinde Großenseebach bezogen sich hauptsächlich auf den Umfang der Flächenausweisungen im Hauptort Weisendorf und insbesondere auf die damit verbundenen Verkehrsauswirkungen für Großenseebach. Dazu hatte die Verwaltung bereits im Jahr 2017 sowohl beim Staatlichen Bauamt Nürnberg wie auch auf verschiedenen politischen Ebenen auf die dringende Notwendigkeit der Ortsumgehung Großenseebach hingewiesen. Allerdings sei außer dem üblichen Verständnis nicht viel erreicht worden, berichtete Verwaltungsleiter Martin Hofmann. Auch beim Markt Weisendorf sei wenig erreicht worden, das Verlangen nach einem Verkehrsgutachten sei abgelehnt worden.

Umgehungsstraße würde helfen

Nach Auffassung der Gemeindeverwaltung haben die planerischen Absichten der Nachbargemeinde durchaus Auswirkungen für Großenseebach. So liege in Weisendorf der Schwerpunkt zukünftiger Wohnbauflächenentwicklungen auf dem östlichen Ortsrand des Hauptortes Weisendorf. Denn alle Flächen des Bebauungsplanes "Gerbersleite Ost" werden als bestehende Wohnbauflächen dargestellt. Auch der Schwerpunkt zukünftiger Gewerbeflächenentwicklung werde auf den nordöstlichen Ortsrand des Hauptortes Weisendorf gelegt und umfasse nahezu elf Hektar.

So stellte die Verwaltung fest, dass die Planungsabsichten des Marktes Weisendorf Belange der Gemeinde Großenseebach ganz nachhaltig tangieren und beeinträchtigen würden, insbesondere in Bezug auf die noch nicht abschätzbaren Verkehrsbelastungen. Andreas Seeberger (CSU) stellte klar, würde es bereits eine Umgehungsstraße geben, hätte Großenseebach nichts gegen die Pläne der Nachbargemeinde. Rudolf Riedel (FW) meinte, man solle sich nichts vormachen, denn mit dem Widerspruch werde sicher nichts erreicht. "Trotzdem müssen wir mit Vehemenz ankündigen, dass wir mit dem Vorhaben und den Planungen nicht einverstanden sind."

Nach der Beratung erneuerte der Gemeinderat seine Stellungnahmen aus den Jahren 2017 und 2018 und zeigte sich verwundert darüber, wie einfach berechtigte nachbarliche Anliegen "weggewogen" werden. Die Gemeinde Großenseebach sieht darin einen Verstoß gegen die Bestimmung des § 2 Abs. 2 Satz 1 BauGB, denn es könne nicht angehen, dass die Entwicklung einer Gemeinde in erheblichem Maß und Umfang zu Lasten der Nachbargemeinde gehe.