Die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie machen sich auch auf dem Weisendorfer Waldfriedhof bemerkbar: Nur im kleinen Kreis konnte die neue Urnenanlage am Reuther Weg durch die Pfarrer Elisabeth Weichmann und Wilfried Lechner-Schmidt sowie Johannes Saffer gesegnet werden. Der Zweite Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein (CSU) bedauerte, dass weder der Posaunenchor noch Mitglieder des Gemeinderats oder interessierte Bürger teilnehmen konnten. Nur die Fraktionsvorsitzenden wohnten der Einweihung bei.

Nach der Umgestaltung des Waldfriedhofes wird nun eine weitere Beisetzungsvariante angeboten. In den vergangenen Monaten wurden südlich der Aussegnungshalle zweireihige Urnenerdgräber mit 95 Urnendoppelkammern angelegt. Wie Hertlein erläuterte, war im Marktgemeinderat beschlossen worden, neben der im vergangenen Jahr eingeweihten Anlage mit Urnennischen in Form von Urnenstelen eine weitere Variante anzubieten. Unter anderem waren Baumbestattungen im angrenzenden Wald diskutiert worden. Davon war der inzwischen verstorbene Bürgermeister Heinrich Süß auch wegen der Auflagen und Vorschriften nicht sonderlich begeistert. "Das können wir auch selbst", sagte er und kündigte damals eine eigene Variante an, die dann auch geschaffen wurde.

Ein Projekt von Heinrich Süß

"Die neu geschaffene Anlage bietet unseren Bürgern eine würdige letzte Ruhestätte und stellt einen Raum der Ruhe und Besinnung für die Hinterbliebenen und Besucher dar", erklärte Hertlein bei der ökumenischen Feierstunde. Wie er erzählte, war die neue Urnenanlage ein Punkt des letzten Gespräches, das er mit dem verstorbenen Bürgermeister führte.

Im Mai begannen die Mitarbeiter des Bauhofes mit den Tiefbauarbeiten und brachten die Betonkammern unter die Erde, in die jeweils zwei Urnen gestellt werden können. Abgedeckt wurde das Ganze mit weißem Kies, dazu wurde ein Grünstreifen sowie ein schmaler Streifen für Bepflanzung mit Bewässerung angelegt. Die Arbeiten wurden ausschließlich vom gemeindlichen Bauhof ausgeführt, und neben den Arbeitsstunden fielen 11 000 Euro Materialkosten an. "Die Mitarbeiter des Bauhofes haben eine hervorragende Arbeit geleistet und die Arbeiten professionell ausgeführt", lobte der Zweite Bürgermeister. Namentlich bedankte er sich bei den Mitarbeitern Georg Maier und Udo Schaub, die beide viel Herzblut in die Arbeiten gesteckt hätten.

Bei der ursprünglichen Anlage des Waldfriedhofs war die Erdbestattung die einzige Bestattungsform, die der Markt Weisendorf angeboten hat. Mit dem Wandel der Zeit hat sich die Nachfrage nach anderen Bestattungsformen stetig erweitert. So wurden im Jahre 2005 erstmals Urnenwände mit Grabkammern auf diesem Friedhof aufgestellt, um ein weiteres Angebot zu schaffen. Im vergangenen Jahr kamen Urnenstelen mit Urnenkammern dazu, und für Baumbestattungen stehen 36 Plätze für je zwei Urnen zur Verfügung. "Und mit der jetzt pflegefreien Urnenerdbestattungsanlage, die jederzeit erweitert werden kann, kann der Markt Weisendorf auf zukünftige Anforderungen reagieren", erklärte Hertlein. Den musikalischen Part bei der Feierstunde übernahm Pfarrer Wilfried Lechner-Schmidt mit seinem Akkordeon.