Um die Stellungnahmen der Öffentlichkeit sowie Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange zur zweiten Änderung des Bebauungsplanes mit Grünordnungsplan "Am Mühlberg" ging es in der jüngsten Sitzung des Weisendorfer Gemeinderats. Die Einwände und Hinweise erläuterte Jörg Fischer vom Architekturbüro Fischer und Partner aus Erlangen.

Der Bebauungsplan "Am Mühlberg" erfüllte im Bereich der beiden Einzelhandelsnutzungen (Norma und Rewe) nicht mehr seine städtebauliche Ordnungsfunktion, deswegen beschloss der Gemeinderat im Oktober eine Änderung. Grund dafür war, dass die bestehenden Verkaufsflächen die maximal zulässige Verkaufsfläche überschreiten.

In Anbetracht der Einbindung in die Nahversorgung, zur Legitimation der Verkaufsmärkte und zur Standortsicherung werden die zwei Grundstücke von Gewerbegebiet in ein Sondergebiet (SO) Einkaufen geändert. Die auf den genannten Grundstücken vorhandenen Verkaufsflächen sind als großflächig im Sinne der Baunutzungsverordnung einzustufen. Im südwestlichen Bereich sollte zum Wohngebiet hin eine wenig schallintensive Bebauung als Puffer ermöglicht und in diesem Bereich als Mischgebiet festgesetzt werden, die dem Abstufungsgebot zwischen Gewerbeflächen und ähnlichen Sondergebieten entspricht.

Dieses geplante Mischgebiet wurde jetzt in der zweiten Änderung ersatzlos gestrichen. Bedenken und Einwände gegen die Planung kamen allerdings aus der Öffentlichkeit. So wurden die Gebäudemaße sowie das Baugebiet als ungewöhnliche Größe moniert. Auch die Gebäudehöhe von drei Stockwerken sei im Gebiet nicht üblich und würde das Wohngebietsgefühl herabstufen.

Die Straße "Am Mühlberg", die eigentlich sehr ruhig sei und auch keinen Durchfahrtsverkehr habe, sei hauptsächlich von Familien und Kindern bewohnt. Deshalb sei der Lärm von an- und abfahrenden Pkws und Lieferverkehr für die Anlieger unzumutbar. Der Zweite Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein (CSU) und der Planer weisen darauf hin, dass das vorgesehene Mischgebiet mit der dreigeschossigen Bebauung entfällt und die Änderung des Bebauungsplanes nur die Art der baulichen Nutzung vom bisherigen Gewerbegebiet in ein Sondergebiet Einkaufen umfasst.

Kein Durchgangsverkehr

Spätere Bauvorhaben müssen sich an die Festlegungen des Bebauungsplanes und gesetzlichen Vorschriften halten. Auch könne ein Durchgangsverkehr bei den örtlichen Gegebenheiten weitgehend ausgeschlossen werden.

Ein weiterer Einwand aus der Öffentlichkeit war weitaus schärfer formuliert. "Die Änderung hat massive Auswirkungen auf den Verkehr und Lärm der südlichen Wohnbebauung. Die Planung ist rücksichtslos und zu ändern", heißt es in dem Schreiben. So sei schon jetzt die Belieferung des Norma-Marktes eine erhebliche Belastung für die benachbarten Wohngebäude. "Sollte eine weitere Vergrößerung des Norma-Marktes zulässig werden, ist ein weiterer Immissionskonflikt vorprogrammiert. Ein Sondergebiet für überdimensionierte Ladenflächen in direkter Nachbarschaft zu Wohngebieten ist eine starke Belastung und eine Fehlplanung", kritisiert der Anwohner. Denn die Grundversorgung sei mit normalen Supermärkten in Weisendorf ausreichend.

Der Planer verwies erneut auf den Verzicht des Mischgebietes, zudem werde bei diesem Einwand von spekulativen Annahmen ausgegangen. So bedeute eine Vergrößerung der Ladenflächen keine Erhöhung der Schallemissionen, diese seien im Bebauungsplan festgeschrieben und bei späteren Bauanträgen auch einzuhalten.

Nach Einarbeitung der Beschlussergebnisse wird der Bebauungsplan erneut öffentlich ausgelegt und zusätzlich werden die Planunterlagen während dieser Zeit auf die Homepage des Marktes Weisendorf eingestellt.