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Ludwigsstadt

Freifläche wird umgestaltet

Ein leer stehendes Areal in der Frankenwaldstraße in Lauenhain wird verschönert. Diskussionen gab es allerdings zu den Kosten dieser Maßnahme. Außerdem wurden weitere Fragen zum neuen Mobilitätskonzept im Gremium besprochen.
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Auch touristische Anziehungspunkte werden im neuen Mobilitätskonzept mit eingebunden, wie beispielsweise die Thüringer Warte in Lauenstein.  Foto: Veronika Schadeck
Auch touristische Anziehungspunkte werden im neuen Mobilitätskonzept mit eingebunden, wie beispielsweise die Thüringer Warte in Lauenstein. Foto: Veronika Schadeck

Veronika Schadeck Das Mobilitätskonzept und die Förderoffensive Nordostbayern waren am Donnerstag Schwerpunkte der Stadtratssitzung in Ludwigsstadt.

Wird bei der Förderoffensive Nordostbayern zu leichtsinnig mit Steuergeldern umgegangen? Beim Punkt "Entwicklung Frankenwaldstraße 39" in Lauenhain ging es um ein Anwesen, das mittlerweile abgerissen wurde. Das Areal soll nun umgestaltet werden. Geschaffen werden sollen Pflaster- und Rasenflächen, außerdem soll der Einmündungsbereich in die Kreisstraße verbessert werden. Rund 155 000 Euro werden hier investiert, wobei der Fördersatz 90 Prozent beträgt. 40 000 Euro hat die Stadt bereits für den Grunderwerb und Abriss bezahlt.

"So viel Geld aus der Solidargemeinschaft für eine überschaubare Fläche?", äußerte Max Heyder (CSU) sein Unverständnis. "Ich halte das für verrückt."

Vom Grundsatz her, antwortete Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD), könne er das verstehen. Aber mit Hilfe der Förderoffensive Nordostbayern habe die Stadt die Chance genutzt, um Schandflecken zu beseitigen. Er sprach von der Problematik, dass Eigentümer aus verschiedenen Gründen teilweise ihre Gebäude nicht instandhalten. Veräußern könne man diese nicht, weil es eben keine Interessenten gebe und sich eine Wirtschaftlichkeit nicht rechne. Allein hätte die Stadt die Kosten für die Beseitigung solcher Gebäude nicht aufbringen können. Er wies darauf hin, dass zwölf Projekte mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 7,5 Millionen Euro gemeldet wurden. Und er meinte bezüglich des Erhalts von Förderungen: "Wir müssen Gas geben, wer weiß was noch passiert."

Sebastian Dietz (CSU) gab zu bedenken, dass dieses Areal nach der Fertigstellung auch gepflegt werden müsse. Bei der Planung sollte deshalb auf pflegeleichte Pflanzen geachtet werden. Hier äußerte sich der Bürgermeister zuversichtlich, dass sich diesbezüglich der Obst- und Gartenbauverein mit einbringen wird. Der Beschluss folgte schließlich einstimmig.

Einstimmig sprach sich das Gremium auch für die Entwurfsplanung des Projekts Frankenwaldstraße 47/49 aus. Hier geht es um die Gestaltung der freigewordenen Fläche. Von den 95 000 Euro an Gesamtkosten hat die Stadt bereits 45 000 Euro für den Grunderwerb und Abriss investiert.

Das Mobilitätskonzept

Gabriele Riedel und Barbara Meyer vom Regionalmanagement und zuständig für das Mobilitätskonzept erläuterten dem Stadtrat, worum es beim Mobilitätskonzept geht. Bereits zum 1. August 2020 soll es losgehen. Dabei wird der öffentliche Personennahverkehr flächendeckend im Landkreis eingeführt, erklärte Riedel.

In dem neuen Nahverkehrskonzept wird der gesamte Schülerverkehr mit eingebunden. Weiterhin gibt es ein Rufbussystem, so dass auch die Bürger in Ortschaften, die nicht vom Linientaktverkehr profitieren, mobil seien.

Eingerichtet wird weiter eine Mobilitätszentrale in Kronach. Damit soll künftig der gesamte öffentliche Nahverkehr einheitlich geplant und gestaltet werden. Weiterhin stehen dort Ansprechpartner für Fragen und Fahrwünsche sowie wenn es um die Bestellung eines Ruftaxis geht zur Verfügung. Erreichbar seien die Mitarbeiter der Mobilitätszentrale zwischen 6 und 23 Uhr sowie an den Wochenenden zwischen 7 und 22 Uhr. Weiterhin wies Riedel darauf hin, dass bei dem System bei der Nord-Süd-Strecke auch die Schiene mit eingebunden ist. Bis zum 1. August sei noch viel Detailarbeit zu machen. In diesem Zusammenhang sprach Riedel von der Fertigstellung der Fahrpläne, von der teilweisen Anpassung des Schulbeginns in Grundschulen. Auch werde noch am Buchungssystem gearbeitet.

Bei der Frage von David Martin (CSU), wie denn das Mobilitätskonzept den Bürgern bekanntgemacht werden soll, sprach Riedel von "mobilen Beratern", die in die Gemeinden gehen. Eine App sei zum Beginn noch nicht realisierbar.

Sebastian Dietz (CSU) fragte, ob denn das Mobilitätskonzept auch dafür gedacht sei, junge Leute zu Veranstaltungen und wieder nach Hause zu bringen? Hier erklärte Riedel, dass diesbezüglich noch keine Entscheidungen vorliegen, Ideen wie beispielsweise ein "Fifty-fifty-Taxi" seien aber vorhanden.

Sie sprach weiter davon, dass der nördliche Landkreis durch Martin-Reisen abgedeckt werde, die wiederum Subunternehmen beschäftigen werden. Die Verträge wurden wegen der Planbarkeit für die Unternehmer für neun Jahre festgelegt. Sie und auch Meyer stellten klar, dass das Mobilitätskonzept ein Projekt sei, das permanent wachsen müsse. Nicht alles werde zu Beginn optimal laufen. Ihr Appell richtete sich ebenso wie der des Bürgermeisters an die Bevölkerung, die Angebote des Mobilitätskonzepts auch anzunehmen. Rund sechs Millionen Euro investiere der Landkreis pro Jahr in das Projekt, das von den Gemeinden, dem Landkreis und dem Freistaat finanziert werde. Was die Fahrpreise betrifft, so wies Riedel auf eine Sitzung am kommenden Montag hin.

Weniger Weihnachtssterne

Künftig werden in der Adventszeit nur der Marktplatz und die Innenstadt mit Weihnachtssternen beleuchtet. Statt wie bisher 34 Weihnachtssterne gibt es künftig nur 27. Das bedeutet, dass es von der Marienkapelle aus bis zur Hermann-Söllner-Halle keine Weihnachtsbeleuchtung mehr geben wird. Wie Timo Ehrhardt erklärte, müssen im Zuge der Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik auch die bestehenden Anschlusspunkte für die Weihnachtssterne angebracht werden. Die Kosten betragen je Stern 300 Euro. Aufgrund dessen sei auch die Frage der Optimierung aufgekommen.

Astrid Vetter (SPD) bedankte sich für ihre Wahl zur Jugendbeauftragten. Sie sprach von Ideen, wie beispielsweise einen regelmäßigen Stammtisch oder der Einberufung eines Jugendparlaments, falls dies gewünscht sei. Momentan gestalten sich aber persönliche Treffen wegen Corona als schwierig. Kommuniziert werde meist auf elektronischem Weg.