Ein Novum in der Markgemeinde Maroldsweisach: Erstmals kam der neu installierte Ausschuss für Umwelt, Energie und Nachhaltigkeit am Donnerstag zu einer Sitzung im Rathaus zusammen und dies gleich unter Nasen- und Mundschutz während des gesamten Sitzungsverlaufes.

"In der Form hatten wir es bisher noch nie in unserer Gemeinde", sagte Bürgermeister Wolfram Thein (SPD).

Diskutiert wurde über bestehende Busverbindungen. Dazu sagte der Bürgermeister, dass Kinder sehr früh aus dem Haus müssten. Bereits um 6.20 Uhr gelte dies für Kinder, die nach Ebern zur Schule wollen oder um 7.55 Uhr an der Berufsschule in Haßfurt sein müssen. Die Frage sei, ob man Verbesserungen im Flächenlandkreis Haßberge erreichen könne, sagte Thein.

Zweite Bürgermeisterin Heidi Müller-Gärtner (CSU) berichtete über einen bereits von ihr vorgenommenen Vorstoß im Landratsamt Haßberge. Infolge von Corona seien Fördertöpfe aufgelegt, um mehr Busse einsetzen zu können. Sie ging auf einzelne Buslinien ein und erläuterte, wie diese gegenwärtig laufen.

Gemeinderat Gunther Hartleb kritisierte, dass nicht jedes Kind einen Sitzplatz habe. "Das darf nicht sein", so Hartleb. Nach den Worten des Bürgermeisters werde sich die Gemeinde an das Landratsamt wenden.

Zu Gast im Gremium war Claudia Martin vom Verlag Linus Wittich aus Forchheim, die Auskünfte zum Thema "Zeilberg-Echo" gab. Es ging um einen Antrag der Freien Wähler (FWG), man solle prüfen, ob sich die Kosten für die Gemeinde für das seit 1970 vom Wittich-Verlag erstellte "Zeilberg-Echo" reduzieren lassen.

Großer Aufwand

Laut Claudia Martin werden derzeit je 1451 Exemplare per Zusteller in 17 Bezirken (Anzahl der Ortschaften in der Gemeinde) verteilt. Die Zusteller seien insgesamt 21 Stunden unterwegs. In der Diskussion, an der sich die Teilnehmer des Gremiums rege beteiligten, wurden verschiedene Varianten des Verteilens, unter anderem auch der Postversand diskutiert. Eine Abfrage in der Gemeinde soll klären, ob es eine praktikable Lösung ist, wenn Leute, die das "Zeilberg-Echo" nicht möchten, dies mit einem Aufkleber auf dem Briefkasten kundtun.

Der Bürgermeister zeigte ein Gemeindeblatt, welches vor sechs Jahren aufgelegt worden war. "In dieser Broschüre steht alles Wissenswertes über unsere Gemeinde", sagte der Bürgermeister und plädierte für eine Neuauflage. Auf sein Vorwort darin eingehend scherzte er: "Ich habe mich seitdem ja auch etwas verändert." Gemeinderat Peter Hellmuth befand: "Das ist doch ein Spiegelbild unserer Gemeinde nach außen und auch für unsere Bevölkerung." Per Werbung soll sichergestellt werden, dass die Broschüre für die Gemeinde kostenneutral ist.

Überlegt wurde, wo man im Gemeindegebiet Defibrillatoren (Defi) anbringen sollte. Bürgermeister Wolfram Thein verwies darauf, dass ein erster Defi am Schwimmbad in Altenstein angebracht wurde. Solch ein Gerät koste 2400 Euro, wobei man auf Spender hoffe. Es gehe darum, das Gemeindegebiet flächenmäßig abzudecken, sagte der Bürgermeister.

An den Kosten sollten sich auch Vereine der Ortschaften beteiligen. Es sei keine Pflichtaufgabe für die Gemeinde, solche Geräte anzuschaffen. Das Gremium einigte sich, dass man nach und nach Geräte in den Ortsteilen anbringen wolle, zunächst in Dippach, wo sich die Dorfgemeinschaft mit 50 Prozent der Kosten beteiligen würde, dann in Pfaffendorf, Marbach, Eckartshausen und Hafenpreppach.

Ehrenamtliche gesucht

"Soll es in Maroldsweisach ein ,Reparatur-Café' geben?", fragte der Bürgermeister auf eine Anregung von Bürgern hin. "Die Gemeinde wäre als Betreiber wohl nicht der richtige Ansatz", sagte Thein. Er verwies auf die Stadt Hofheim, wo Ehrenamtliche diese Aufgabe übernehmen. Gemeinderat Martin Schramm meinte, dass wegen der Pandemie derzeit eher Zurückhaltung geboten sei. "Ich denke, so etwas sollte auch im gewissen Sinn der Geselligkeit dienen", sagte er. Auf Vorschlag des Bürgermeisters werde man einmal "abchecken", ob sich Leute finden, die ehrenamtlich mitmachen würden.

Um erneuerbare Energien auszubauen, habe man zum Beispiel mit einer Technischen Hochschule Kontakt aufgenommen. "Wir wollen sehen, wo wir in dieser Hinsicht in unserer Gemeinde noch etwas tun können, wo man auch Energie einsparen kann", sagte Thein. Auch die Energiewende sei ein Thema im Landkreis. "Wir sollten mal eine zentrale Veranstaltung dazu anbieten, um uns umfassend informieren zu lassen", so Thein.

Ferner sprach er den "Marktplatz der Biologischen Vielfalt" an, dem die Stadt Ebern angehört. Dazu wolle man Felix Henneberger von der Baunachallianz einladen. Ob die Gemeinde mitmacht, habe der Gemeinderat zu entscheiden, ebenso beim Thema "Fairtrade".

Heidi Müller-Gärtner schlug unabhängig davon vor zu überlegen, ob man nicht für Maroldsweisach Einkaufsgutscheine einführen sollte, um Kaufkraft im Ort zu bündeln.