Aktuelle Themen außerhalb der Tagesordnung nahmen bei der November-Sitzung des Gemeinderates Rauhenebrach am Dienstagabend in der Schule in Untersteinbach mehr Raum ein als die vorliegenden offiziellen Punkte. Die Zukunft des Kindergartenbusses war Anlass für eine ausführlichere Erörterung - ein runder Tisch mit allen Beteiligten auf Einladung des Bürgermeisters soll folgen.

Matthias Bäuerlein (FW) erläuterte die Thematik Kindergartenbus vor allem für die Neumitglieder im Gremium ausführlich. Unter den drei Kindergärten in Rauhenebrach hat traditionell der in Untersteinbach die dünnste Kapitaldecke, weil er rein auf die Regelförderung angewiesen ist. In Prölsdorf gibt es zusätzliche Mittel, weil hier auch Kinder mit einem Förderbedarf betreut werden, und die Geusfelder Kita ist ein Landkindergarten mit Sonderregelung.

Für die Kinder aus Fabrikschleichach, Karbach und Koppenwind gibt es die Möglichkeit, mit dem Kindergartenbus zur Tagesstätte zu fahren. Träger des Busses wie der Tagesstätte selbst ist der Kindergartenverein. Weil es für Wustvieler oder Fürnbacher Kinder kein solches Busangebot gibt, beschloss der Gemeinderat in früheren Jahren, jedes Kind aus Gemeindeteilen, die nicht Kindergarten-Standort sind, mit 18 Euro Fahrgeld je Monat zu unterstützen. Dieser Zuschuss fließt für die Untersteinbacher Kinder direkt in den Bus. "Damit fließen rund 3500 Euro pro Jahr von der Gemeinde in den Bus", so Bürgermeister Matthias Bäuerlein. Zwischen 350 000 bis 400 000 Euro bringe die Gemeinde jährlich für die drei Kindergärten auf, ergänzte der Bürgermeister. Elf Kinder nutzen derzeit den Bus. "Früher waren es 20".

Nun sei der Punkt erreicht, an dem sich der Kindergartenverein nicht mehr in der Lage fühlt, den Bus weiter zu betreiben. Alleine die Versicherung schlägt mit 2000 Euro pro Jahr zu Buche, die Treibstoffkosten summieren sich auf rund 2500 Euro, dazu kommen die Fahrer. "Wartungskosten und Abschreibung der Anschaffung sind da noch gar nicht kalkuliert", erklärte der Bürgermeister.

Bäuerlein hat Verständnis für den Beschluss der Vereinsvorstandschaft, aber auch für alle, die den Kindergartenbus weiter erhalten wollen. In der Diskussion zeichnete sich ab, dass der Gemeinderat gerne bereit ist, das Mögliche zu tun, ohne die anderen beiden Kindergärten aus den Augen zu verlieren. Vielleicht gäbe es auch die Möglichkeit ehrenamtlicher Fahrer.

Zwar wolle man nicht den Individual-Bring- und -Holverkehr unterstützen, aber wenn der Bus wirklich nicht gehalten werden kann, sollte die Pauschale auf alle Gemeindeteile ausgeweitet werden, außer den drei Standorten, hieß es. Der Bürgermeister kündigte an, dass er sich bereits um einen runden Tisch aller Beteiligten kümmere, auch wenn dieser vielleicht digital stattfinden müsse. Er werde über die Ergebnisse im Gemeinderat unterrichten.

Digitalisierung

Ein moderner Landwirt braucht heute einen Glasfaseranschluss. Dieses Thema beschäftigte den Gemeinderat ebenfalls. Für einen Anschluss fordert die Telekom aber einen ordentlichen Straßennamen mit Hausnummer. Deshalb wurde ein Teil eines Flurweges in Falsbrunn bereits mit "Brunnwiese 1" offiziell benannt, weil dort eine Biogasanlage betrieben wird. Ein Stück weiter außerhalb will jetzt ein Milchkuhhalter seinen Stall modernisieren und damit digitalisieren. Deshalb soll der Straßenname "Brunnwiese" auch bis dorthin gelten, für insgesamt 425 Meter des Flurweges. Eine Ausbauverpflichtung gehe der Gemeinderat damit nicht ein, erklärte Heike Pfrang von der Verwaltung.

Gegen ein Bauvorhaben im Außenbereich von Koppenwind wandte sich das Landratsamt. Der Gemeinderat möchte in dem kleinen Gemeindeteil jedoch diese Ortsrandbebauung ermöglichen und beschloss, eine Ergänzungssatzung aufzustellen. Ob diese den Behördenprüfungen standhält, werde sich zeigen, sagte Bürgermeister Matthias Bäuerlein.

Brückenprojekt

Gerne hätte die Gemeinde Rauhenebrach nächstes Jahr die Brücke über die Rauhe Ebrach in Richtung Schützenhaus in Untersteinbach saniert. Doch seine Vorstöße im Amt für ländliche Entwicklung träfen immer auf den Vorhalt, die Gemeinde müsse zunächst beim Thema Uferschutzstreifen weiterkommen, sagte der Bürgermeister. Angesichts der aktuellen Belastung von Verwaltung und Bauhof erwartet Matthias Bäuerlein den Brückenbau daher "eher nicht im nächsten Jahr".