Die sogenannten "Himmelsweiher" am Uehlfelder Weg in Weisendorf sollen Platz machen für die ökologische Landwirtschaft. Den Weg dazu machte der Markt Weisendorf in der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschsses frei.

Um eine Stellungnahme aus Weisendorf hatte das Umweltamt am Landratsamt Erlangen-Höchstadt gebeten, Hintergrund war der Antrag auf eine beschränkte wasserrechtliche Genehmigung zur Verfüllung der beiden Fischteiche. Wie zweiter Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein (CSU) erläuterte, ist eine baurechtliche Genehmigung dafür neben der wasserrechtlichen Genehmigung nicht erforderlich.

Die "Himmelsweiher" haben keinen natürlichen Zufluss und werden nur durch Regenwasser gespeist. Für den Antragsteller lohne sich aufgrund der unregelmäßigen Niederschläge in den letzten Jahren eine Bewirtschaftung nicht mehr, die beiden Weiher bleiben trocken, die Fläche werde ökologisch bewirtschaft.

Mit der geplanten Auffüllung der Weiher werden den Angaben zufolge auch alle Zu- und Abläufe zurückgebaut, Auswirkungen auf den Sauerheimerwegweiher seien dadurch nicht zu erwarten und das Vorhaben lasse auch keine nachteiligen Umweltauswirkungen erwarten, denn die ausgetrockneten Weiher böten derzeit weder einen Lebensraum für schützenswerte Pflanzen oder Amphibien. Der Bau- und Umweltausschuss stimmte der Erteilung einer wasserrechtlichen Genehmigung ohne Diskussion zu.

Gegen geplante Umnutzung

Keine Zustimmung gab es dagegen zu einer Anfrage bezüglich des Teilabbruchs und der Umnutzung des Anwesens Birkenhof, vor Jahrzehnten Standort einer bekannten und stark frequentierten Diskothek. Später wechselten sich dann verschiedenste Wirtsleute ab. Unter der gleichen Adresse ging auch die "Kaminbar" in Betrieb und auch das Billardcafé "The 80's Trend" warb um Gäste und unterhielt ein gemischtes Publikum aus der gesamten Region.

Jetzt möchte der Eigentümer einen Teil des bestehenden Gebäudes abreißen. Der Restbestand soll zu neun Wohnungen umgebaut werden. Die Fläche ist im Flächennutzungsplan als Mischgebiet ausgewiesen und es existiert kein Bebauungsplan.

Nach den vorgelegten Unterlagen müssten 19 Stellplätze auf dem Grundstück errichtet werden. Aus den bisherigen Bauakten geht hervor, dass in den Jahren 1969 und 1975 Vereinbarungen über die Ablösung von insgesamt 26 Stellplätzen geschlossen wurden, diese wurden an der Erlanger Straße als öffentliche Parkplätze errichtet.

Da das Grundstück im Sanierungsgebiet liegt, wurde auch der Sanierungsberater um eine Stellungnahme gebeten. Darin wird die Nutzungsänderung zu Wohnungen zwar grundsätzlich begrüßt, eine Verbesserung der unzureichenden Erschließung, der gestalterischen Mängel und des Ortsbilds sei jedoch nicht zu erwarten. Nach Auffassung des Planers vom Büro Topos Team sei die geplante Anzahl der Wohnungen auf dem Grundstück ungewöhnlich hoch für Weisendorf und die Nutzung der abgelösten Stellplätze in einer Entfernung von bis zu 400 Metern unrealistisch. Außerdem könnte es wegen der Zufahrt Schwierigkeiten bei der Müllabholung geben und auch ein erforderlicher Kinderspielplatz könne kaum errichtet werden.

In der Diskussion kündigte Hans Kreiner (CSU) seine Ablehnung an, so sei die Anzahl der Wohnungen zu hoch und kein Mieter werde sein Fahrzeug in der Erlanger Straße abstellen. Auch eine mögliche Rückstellung sei keine Option, erklärte der Zweite Bürgermeister und einstimmig wurde das gemeindliche Einvernehmen verweigert.

Grünes Licht für Einkaufsmarkt

Bei der letzten Sitzung des Marktgemeinderates hatte die Änderung des Bebauungsplanes "Am Mühlberg" auf der Tagesordnung gestanden und die Umwandlung des Mischgebietes in ein Sondergebiet "Einkaufen" war beschlossen worden. Jetzt legte Hertlein dem Bau- und Umweltausschuss einen Bauantrage des Rewe-Marktes vor. Dieser beinhaltet eine neue Aufteilung der bestehenden Verkaufsflächen und der Umbau betrifft den Innenbereich, dabei soll auch die notwendige Sanierung und Erneuerung der Haustechnik durchgeführt werden. Dabei erfolgt auch eine bauliche Abtrennung des Getränkemarktes vom Einkaufsmarkt. Die Außenansichten ändern sich nicht. Der Ausschuss hatte keine Einwände, das gemeindliche Einvernehmen wurde erteilt. Im Rahmen der Fortschreibung des Flächennutzungsplanes Weisendorf 2030 wurde zudem beschlossen, anstelle der bisherigen gewerblichen Fläche ein Sondergebiet Einzelhandel darzustellen.

Am Heidweihergraben soll eine Doppelhaushälfte mit zwei Stellplätzen gebaut werden. Das Grundstück liegt im Bereich des Bebauungsplans "Gerbersleithe Ost". Wie in der Sitzung deutlich wurde, hält das Bauvorhaben den Bebauungsplan in verschiedenen Punkten nicht ein und es wurden Anträge auf Befreiung von der Kniestockhöhe sowie zur geringfügigen Überschreitung der westlichen Baugrenze und zur Traufhöhe gestellt. Wie der Zweite Bürgermeister erklärte, waren für die gesamte Häuserzeile bereits Befreiungen beantragt worden. Beim aktuellen Bauantrag handelt es sich um eine Doppelhaushälfte, das Gegenstück wurde bereits in der letzten Sitzung behandelt. "Die Häuser müssen schließlich die gleiche Höhe haben", erklärte der Sitzungsleiter.

Das Grundstück steht zurzeit noch im Eigentum des Marktes Weisendorf.

Der Bau- und Umweltausschuss stimmte dem Bauvorhaben einschließlich der beantragten Befreiungen unter der Bedingung zu, dass vor Baubeginn der Kaufvertrag beurkundet und der Kaufpreis an den Markt Weisendorf gezahlt wurde.