Er war die vergangenen zwei Jahre, nachdem Nikolaus Schober aus gesundheitlichen Gründen aus dem Gremium ausschied, der Senior im Marktgemeinderat in Maroldsweisach. Günter Freß aus Allertshausen kann sowohl auf ein erfolgreiches berufliches Leben, als auch auf ein erfülltes kommunalpolitisches Leben zurückblicken.

Erst Schmied gelernt

Vier Handwerksmeistertitel hat der heute 77-Jährige, der in den Betrieb seines Vaters Ernst, den dieser im Jahr 1948 gegründet hat, als junger Mann eingestiegen ist. Günter hat zunächst das Schmiedehandwerk erlernt, dann den Beruf eines Landmaschinenschlossers, weiter den Beruf eines Gas- und Wasserinstallateurs und schließlich noch den eines Zentralheizungs- und Lüftungsbauers.

In allen vier Berufen hat er auch den Meistertitel, was schon etwas ungewöhnlich und sicher nicht alltäglich ist. Auch hat er die Ausbildungsberechtigung für Bürokaufleute erworben. Ab 1970 leitete er die Firma Ernst Freß OHG zusammen mit seinem Vater Ernst und seit 1998 mit seinem Sohn Friedrich.

Zahlreiche Auszeichnungen

Aufgrund seiner grundsoliden fachlichen Ausbildung und seiner beruflichen Qualifikation war Günter Freß Beisitzer und auch später Prüfungsvorsitzender bei der Handwerkskammer Unterfranken.

Er war Obermeister der Metallinnung Schweinfurt-Haßberge und Vorstandsmitglied der Vollversammlung der Handwerkskammer, Bezirksobermeister für den Fachverband Metall in Unterfranken, um einiges zu nennen. Auszeichnungen gab es für ihn zuhauf von vielen Verbänden, wobei die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes im Juni 2006 erwähnt werden soll. Auf 40 Jahre erfolgreiche Arbeit für die Innung und das Handwerk kann Freß zurückblicken.

Günter Freß ist Gründungsmitglied mehrerer Vereine und er hat sich auch in der Kommunalpolitik für seinen Heimatort Allertshausen und in der Marktgemeinde Maroldsweisach eingebracht.

Als Ortssprecher, Gemeinderat und zeitweise als Dritter Bürgermeister war der einst aktive Musiker der Weisachtaler 38 Jahre in der Kommunalpolitik tätig. Die Verdienstmedaille in Silber des Marktes bekam er im Dezember 1998 verliehen. In seiner Wesensart zurückhaltend, im Einsatz für die Gemeinde allerdings äußerst engagiert, kreativ und zupackend, erwarb sich Freß die Anerkennung der Bürgerinnen und Bürger.

Freß ist seit eh und je den Freien Wählern zugehörig und vertrat zunächst seinen Ort Allertshausen als Ortsprecher und dann als Gemeinderat. Die FWG wurde 1968 gegründet, und er ist seit 1976 bis zum heutigen Tag deren Vorsitzender.

Wenn Freß an seine kommunalpolitische Arbeit zurückdenkt, fällt ihm der Radwegebau von Allertshausen in Richtung Maroldsweisach ein. Eine Bürgerin hatte den Antrag gestellt, einen solchen zu bauen. Das wurde aber zunächst abgelehnt. "Der damalige Bürgermeister Ottomar Welz war deshalb im Gemeinderat sehr wütend", sagt Günter Freß und fährt fort: "Ich wollte mich mit dieser Ablehnung nicht zufrieden geben, habe in Allertshausen Unterschriften gesammelt, mich an einige Landtagsabgeordnete gewandt und um Unterstützung gebeten."

Hier zeigt er einen Brief, den er damals geschrieben hat. Der Erfolg stellte sich ein, der Radweg wurde gebaut. Freß setzte sich als Ortssprecher und Gemeinderat stets für seinen Heimatort Allertshausen ein, verlor aber nie den Gesamtüberblick über Maroldsweisach und alle Ortsteile.

Für Bauplätze eingesetzt

Während seiner Zeit waren in Maroldsweisach Ottomar Welz, Werner Thein, Wilhelm Schneider und Wolfram Thein Bürgermeister. "Ich kam mit allen gut aus, es gab wie überall Meinungsverschiedenheiten, wobei ich immer meine Meinung vertreten habe. Ja, ich hatte schon meinen eigenen Kopf. Das Schöne war, dass später am Wirtshaustisch alles vergessen war und es keine gegenseitigen Anfeindungen gab." Eingesetzt hat sich Freß auch für Bauplätze, die in der Hand der Gemeinde sein sollten.

Urgestein der Gemeinde

Die FWG war stets mit zwei oder drei Leuten im Gemeinderat vertreten. "Jetzt, mit Ramona Schrapel und Martin Schramm, sind von der FWG zwei gute Leute im Gremium, weshalb die Liste Zukunft hat. Die beiden arbeiten meiner Überzeugung nach sachbezogen und konstruktiv mit", so Freß.

Was wünscht sich ein Urgestein der Gemeinde, einer dessen Meinung Gewicht hatte, einer der über fast vier Jahrzehnte das Gemeindeleben mit geprägt und unterstützt hat? Günter Freß lehnt sich in seinem Bürostuhl zurück und sagt: "Für Maroldsweisach und alle Ortsteile hoffe ich auf eine gute Zukunft und dass sich alle, die hier wohnen, wohl fühlen. Ich hoffe auch, dass der Einkaufsmarkt bald eröffnet werden kann und dass die jungen Leute hier bauen und arbeiten können."