Bei einer CSU-internen Sitzung ist der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Wilhelmsthal, Gerhard Eidelloth, aus der CSU-Fraktion ausgeschlossen worden. Der Grund war, wie berichtet, dass sich im Vorfeld der konstituierenden Sitzung die CSU-Fraktion intern auf den 23-jährigen Jan Fischer als Zweiten Bürgermeister verständigt hatte, um einen jungen Nachwuchspolitiker aufzubauen. Die Wahl konnte jedoch Gerhard Eidelloth für sich entscheiden.

"Die CSU-Fraktion habe den Ausschluss einmütig beschlossen", sagt Jürgen Baumgärtner. Eidelloth habe ein breites Votum nicht geachtet und sich mit Stimme der anderen Parteien zum zweiten Bürgermeister wählen lassen. Vor diesem Hintergrund sei ein Ausschluss gerechtfertigt und nachvollziehbar.

Unverständnis bei Eidelloth

"Ich bedauere diese Entscheidung", sagt Gerhard Eidelloth. Er habe sechs Jahre lang als Ortssprecher und sechs Jahre als Gemeinderat und Zweiter Bürgermeister der CSU-Fraktion angehört. Mit großer Mehrheit sei er in seinem Amt als zweiter Bürgermeister bestätigt worden. Für ihn sind die Begleitumstände im Vorfeld bis heute nicht nachvollziehbar.

Im Hinblick darauf, dass die Bürgermeisterin Susanne Grebner (SPD) ihren Stellvertreterposten beim Wasserzweckverband FWG verlor und die SPD bei der konstituierenden Kreistagssitzung keinen stellvertretenden Landratsposten besetzen konnte, spricht er davon, dass bei dieser Angelegenheit - also wegen seiner Wiederwahl zum Zweiten Bürgermeister - Gemeindepolitik mit Kreispolitik und anderen Gremien verknüpft und entsprechend agiert worden sei. Er sei auch davon ausgegangen, dass die Entscheidung über einen Fraktionsausschluss in der kommenden Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend fallen würde. Er persönlich wolle alles daran setzen, dass im Gremium wieder Ruhe einkehrt. Ob er sich als "Parteiloser" der SPD oder der Fraktion der Freien Wähler anschließen werde, darüber habe er noch nicht nachgedacht.

"Ich sage gar nichts, denn offiziell weiß ich von nichts", sagt die Bürgermeisterin Susanne Grebner. Sie sei davon ausgegangen, dass sie bei einem Parteiausschluss auch informiert werde. Stattdessen habe sie die Nachricht aus der Zeitung erfahren. "Deshalb werde ich auch keine Stellung abgeben".

Auf die Frage, ob man denn nun Eidelloth bei der SPD-Fraktion mit integrieren könnte, meinte sie: "Das habe nicht ich, sondern die Fraktion zu entscheiden." vs