Eine Stunde Regenlücke war dem Althütter Faschingszug gestern beschieden, doch wenn die Stimmung in Neuschleichach erst einmal richtig kocht, dann ist das Wetter auch egal. Gut 20 Wagen und Fußgruppen bildeten einen kleinen, aber feinen Faschingszug, der allen Wetter-Unbilden trotzte.

Die Neuschleichacher Kostümbildner und Wagenbauer zeigten erneut, was in ihnen steckt mit großer Detailtreue, ob als Gruppe aus den goldenen 1920er Jahren mit einem herrlichen Oldtimer oder als Badeenten. Gleich zwei Gruppen Wikinger waren vertreten; eine davon bezeichnete sich als "Wikinder" , denn die Althütter Wikinger ziehen nicht in den Krieg, sie zeugen Kinder. Um Nachwuchs braucht man sich in dem kleinen Oberauracher Gemeindeteil ohnehin nicht zu sorgen.

Im letzten Jahr waren die jungen Neuschleichacherinnen noch als zuckersüße Candy-Bar im Zug vertreten, heuer präsentierten sie sich als wilde Amazonen. Bunte Lego-Figuren und die Muppets-Show gaben sich ein Stelldichein. Waldorf und Stattler schoben ihre berühmte Theaterloge durch die Zuschauer, die die Straßen dicht säumten. Tiere aus Dschungel und Tiefsee verbündeten sich mit der lila Kuh. Natürlich durfte eine Hexen-Gruppe nicht fehlen, und die obligatorischen Clowns steuerte der RSV-Zirkus bei. Für Musik im Zug sorgten die Crash-Band und "Die Freggae" - und über allem thronte erstmals ein Prinzenpaar mitsamt prächtiger Garde.

Ohne politische Aussagen

Trotz anstehender Kommunalwahl blieb der Zug in diesem Jahr ohne jede politische Anspielung. Spaß, gute Laune und Weltoffenheit spielten die wesentliche Rolle. Im Dorf ging es noch lange hoch her, denn das besondere beim Althütter Faschingszug ist, dass er in das Dorf hinein fährt, sich dann quasi "in den Schwanz beißt" und die Zuschauer dann wandern. In den Gaststätten und an den verschiedenen "Tankstellen" wird dann gefeiert. Zwar gab es nochmals einen Regenschauer, doch, wie gesagt: Wenn die Stimmung in Neuschleichach erstmal richtig kocht...